Rheumatologie, Gramm

Rheumatologie: 30 Gramm Ballaststoffe täglich gegen Entzündungen

06.07.2026 - 03:49:21 | boerse-global.de

Neue S3-Leitlinie empfiehlt 30g Ballaststoffe täglich bei Rheuma. Wimbledon zeigt Trend zu darmfreundlicher Ernährung im Spitzensport.

Darmgesundheit im Fokus: Neue Leitlinien und Sport-Trends
Rheumatologie - Ein Glas Kombucha mit Chiasamen und Quinoa auf einem Holztisch, Fokus auf gesunde Ernährung und Darmgesundheit. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Leitlinien und Beobachtungen aus dem Spitzensport untermauern diesen Trend.

Neue Leitlinie: 30 Gramm Ballaststoffe täglich

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat am 19. Juni eine neue S3-Leitlinie veröffentlicht. Sie empfiehlt Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eine tägliche Zufuhr von 30 Gramm Ballaststoffen. Ziel: das kardiovaskuläre Risiko senken.

Der durchschnittliche Konsum in Deutschland liegt derzeit bei lediglich 18 Gramm pro Tag. Fachleute begründen die Wirksamkeit mit dem Einfluss auf die Darmbarriere und das Mikrobiom. Eine gestärkte Darmflora könne Entzündungsprozesse positiv beeinflussen.

Ergänzend rücken pflanzliche Präparate wie Perillablätter in den Fokus der Forschung. Sie enthalten Rosmarinsäure und Flavonoide mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften – eine mögliche ergänzende Therapieform.

Wimbledon als Bühne für darmfreundliche Ernährung

Der Trend zeigt sich auch im Profisport. Während des Turniers in Wimbledon setzen Spitzenathleten verstärkt auf Kost, die das Mikrobiom unterstützt. Neben ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Chiasamen und Quinoa stehen fermentierte Getränke wie Kombucha hoch im Kurs.

Experten wie Dr. Luciana Torquati betonen den Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Leistungsfähigkeit sowie Entzündungsregulation.

Der Markt reagiert: Die Marke MOMO weitete ihre Produktion im Juli durch einen Umzug in eine größere Brauerei in London deutlich aus. Die Kapazitäten stiegen von 60.000 auf 300.000 Flaschen pro Woche.

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Vorsicht vor Selbstmedikation

Trotz der Vorteile warnen Mediziner vor unkontrollierter Selbstmedikation. Ein dokumentierter Fall aus Hanoi zeigt die Gefahren: Ein Patient ersetzte seine Diabetes-Medikamente eigenmächtig durch Guavenblättertee. Die Folge waren massive Verschlechterung der Blutzuckerwerte, Bluthochdruck und Netzhautschäden.

Wissenschaftlich fundierter ist die mediterrane Ernährung. Die PREDIMED-Studie belegt: Extra natives Olivenöl in Verbindung mit einer mediterranen Diät senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 30 Prozent. Die enthaltenen Polyphenole wirken entzündungshemmend.

Auch die von Jessie Inchauspé propagierte Reihenfolge der Nahrungsaufnahme wird diskutiert – Ballaststoffe vor Kohlenhydraten, um Blutzuckerspitzen zu vermeiden. Die langfristige Wirksamkeit sehen Fachleute jedoch teils skeptisch.

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Neue Diagnostik und digitale Versorgung

Die rheumamedizinische Versorgung profitiert von technologischen Neuerungen. Auf dem EULAR-Kongress 2026 wurden neue Biomarker-Trios vorgestellt – darunter CD163, CD25 und CD206. Sie ermöglichen eine präzisere Bestimmung der Krankheitsaktivität bei Vaskulitis. Der negative prädiktive Wert liegt bei 98,6 Prozent.

Seit dem 1. Juli bieten Apotheken in Deutschland assistierte Telemedizin an. Ziel ist ein erleichterter Zugang zu fachärztlicher Beratung.

Parallel startete Anfang Juli in Düsseldorf das Projekt „Social Prescribing“. Ärzte können dort soziale Präventionsrezepte ausstellen – gegen Einsamkeit und Stress als Begleitfaktoren chronischer Erkrankungen.

Für Patienten stehen zudem neue Kooperationen bereit, etwa zwischen Healio und dem Heilpraktikerverzeichnis. Sie sehen Gesundheitsbudgets von bis zu 3.000 Euro über zwei Jahre für ergänzende Leistungen vor.

de | wissenschaft | 69700707 |