Rivian-Autonomy+, Robotaxis

Rivian-Autonomy+: 50.000 Robotaxis für Uber ab 2028 geplant

16.06.2026 - 06:31:45 | boerse-global.de

Rivian plant für 2026 ein überwachtes Autonomie-System, das günstiger als Teslas FSD sein soll. Zudem ist ein Robotaxi-Deal mit Uber für 2028 vereinbart.

Rivian bringt 2026 günstigeres Autonomie-System als Tesla FSD
Rivian-Autonomy+ - A futuristic Rivian R2 electric vehicle driving autonomously on a city street at dusk, with glowing sensors indicating self-driving technology. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

CEO RJ Scaringe kündigte an, dass die Technologie zunächst für die zweite Fahrzeuggeneration und das kommende Modell R2 verfügbar sein wird. Das System soll mit Teslas „Full Self-Driving" konkurrieren – zu einem deutlich niedrigeren Preis.

Vom Highway in die Stadt

Bisher beschränkt sich Rivians „Universal Hands-Free"-System auf rund 5,6 Millionen Kilometer Straßen in den USA und Kanada. Die Funktion übernimmt lediglich Geschwindigkeit und Lenkung auf Autobahnen. Das neue „Autonomy+"-Paket kann dagegen komplexere Umgebungen bewältigen: Ampeln, Kreuzungen und sogar Parkplätze.

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Rivian setzt auf eine aggressive Preisstrategie. Der einmalige Kaufpreis liegt bei umgerechnet rund 2.300 Euro, ein monatliches Abo kostet etwa 46 Euro. Zum Vergleich: Teslas FSD schlägt mit rund 7.400 Euro einmalig oder 91 Euro monatlich zu Buche. Branchenkenner sehen darin einen klaren Versuch, Marktanteile im Softwaregeschäft zu gewinnen.

2027 kommt das vollautonome Fahren

Während das überwachte System noch dieses Jahr startet, verschiebt sich der Zeitplan für das „eyes-off"-Fahren. Statt wie intern geplant 2026, peilt Rivian nun 2027 an. Langfristig sollen Fahrzeuge komplett ohne menschliches Eingreifen auskommen.

Die technische Basis dafür ist ambitioniert: Die R2-Modelle erhalten LiDAR-Sensoren und den hauseigenen RAP1-Chip mit einer Rechenleistung von 1.600 Billionen Operationen pro Sekunde. Die Software nutzt ein „Large Driving Model", das auf Bestärkungslernen basiert. Bereits die aktuelle Generation ist mit zehn Kameras, fünf Radareinheiten und zwölf Ultraschallsensoren ausgestattet.

50.000 Robotaxis für Uber

Ein Milliarden-Deal mit Uber treibt die Strategie voran. Im März 2026 vereinbarten beide Unternehmen ein Volumen von umgerechnet rund 1,15 Milliarden Euro. Rivian will bis zu 50.000 R2-Fahrzeuge als Robotaxis in den Fahrdienst integrieren. Erste bezahlte autonome Fahrten sind für 2028 in San Francisco und Miami geplant.

Parallel läuft die Produktion im Stammwerk in Normal, Illinois, hoch. Gouverneur Pritzker betonte zuletzt den Ausbau der R2-Fertigung. Das Flottengeschäft bleibt ein zentraler Umsatzbringer: Im ersten Quartal 2026 erzielte Rivian 835 Millionen Euro Gesamtumsatz, davon 430 Millionen Euro allein durch den Verkauf von Elektro-Transportern an Amazon.

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Aktie im Aufwind

Die Ankündigung ließ die Rivian-Aktie am Montag im nachbörslichen Handel um rund zwei Prozent steigen. Auf Jahressicht legte der Kurs um 20 Prozent zu, die Marktkapitalisierung liegt bei umgerechnet rund 20,6 Milliarden Euro. Analysten von Needham bestätigten ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 21 Euro.

Finanziell bleibt der Druck hoch: Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Rivian einen Nettoverlust von 3,34 Milliarden Euro. Immerhin gelang erstmals eine positive Bruttomarge von 132 Millionen Euro. Ein Vertrauenssignal setzten Insider: In den letzten drei Monaten kauften sie eigene Aktien im Wert von rund 920 Millionen Euro. Insgesamt lieferte der Hersteller 2025 mehr als 42.000 Fahrzeuge aus.

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