RoboGym, München

RoboGym München: Europas größte Trainingsanlage für Roboter entsteht

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutschland investiert massiv in Robotik und KI. Neue Trainingsanlage und Rekordfinanzierung für Startups treiben die Branche an.

EU-Gipfel zu KI und Robotik: Milliarden für deutsche Technologiefirmen
Fortschrittlicher humanoider Roboter mit leuchtenden Linien in einer modernen Industriehalle, Symbol für KI- und Robotikentwicklung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die beiden größten EU-Volkswirtschaften bündeln ihre Kräfte in KI, Raumfahrt und Quantentechnologie.

Die am 18. Juli 2026 besiegelte Partnerschaft fällt in eine Zeit beispielloser industrieller Dynamik. Während die Politik die Weichen für strategische Autonomie stellt, treiben deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen die Robotik-Revolution mit Milliardeninvestitionen voran.

Münchner Flughafen wird zum Trainingszentrum für Roboter

Noch in diesem Jahr entsteht am Münchner Flughafen Europas größte Trainingsanlage für humanoide Roboter. Das „RoboGym" – ein Gemeinschaftsprojekt von Neura Robotics und der Technischen Universität München – erstreckt sich über 2.300 Quadratmeter. Die Investitionssumme: 17 Millionen Euro, davon 11 Millionen vom Unternehmen selbst.

Die Anlage soll KI-gesteuerte Roboter auf reale Einsätze in Industrie und Dienstleistung vorbereiten. Ein dringend benötigter Schritt: China verzeichnete im vergangenen Jahr 85 Prozent aller weltweiten Installationen humanoider Roboter. Das niederländische Humanoid Application Center verfolgt ähnliche Ziele – ein Zeichen, dass Europa aufholt.

Rekord-Finanzierung für deutsche Robotik-Startups

Die Branche erlebt einen Finanzierungsboom. Das erst vor zehn Monaten gegründete Startup microagi – gegründet von ehemaligen Formel-1-Ingenieuren – sicherte sich die größte Seed-Runde der deutschen Robotik-Geschichte: 55 Millionen Euro, angeführt von Hummingbird. Obwohl in Zürich ansässig, will das Unternehmen mit seiner Atlas-Plattform Europa reindustrialisieren.

Auch die Forschung wächst. Das KIST Europe in Saarbrücken feiert in diesem Monat sein 30-jähriges Bestehen. Das Institut hat sich zur zentralen Drehscheibe für koreanisch-europäische Technologiekooperation entwickelt und ist das erste koreanische Institut, das Horizon-Europe-Projekte akquiriert hat. Geplant sind jährlich mehr als zehn solcher Vorhaben.

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Kuka sichert Jobs – gegen Zugeständnisse

Während Startups wachsen, kämpfen etablierte Player mit der Marktschwäche. Der Augsburger Roboterhersteller Kuka hat eine Vereinbarung getroffen, die betriebsbedingte Kündigungen am Hauptsitz bis Juli 2029 ausschließt. Trotz eines Auftragsdefizits von über 100 Millionen Euro sollen 560 Vollzeitstellen durch natürliche Fluktuation abgebaut werden.

Die Gegenleistung: Rund 3.000 Mitarbeiter verzichten auf geplante Gehaltserhöhungen. Ein harter, aber notwendiger Kompromiss in schwierigen Zeiten.

Deutsche Firmen setzen auf KI-Rendite

Die Ambitionen sind hoch: Deutsche Unternehmen peilen für KI-Projekte eine Rendite von 24 Prozent an. Mit durchschnittlich 35 Millionen Euro investieren sie deutlich mehr als der globale Durchschnitt von 24 Millionen Euro. Doch die Governance hinkt hinterher: 71 Prozent der Firmen berichten von „Schatten-KI", und 68 Prozent lehnen Systeme ab, deren Entscheidungen nicht nachvollziehbar sind.

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Vom Unterwasser-Schweißen bis zur sozialen Robotik

Die High-Tech Agenda treibt vielfältige KI-Anwendungen voran: Hochwasservorhersagen in Jena, Mikroplastikfilter in Furtwangen, Cybersicherheit in Deggendorf. Der Supercomputer HammerHAI liefert die nötige Rechenleistung.

Echte Pionierarbeit leistet das DFKI mit dem Projekt MARIOW: Ein sechsachsiger Roboterarm schweißt autonom in bis zu 6.000 Metern Tiefe – gesteuert von einer KI-gestützten Kamera.

Auf der Software-Seite hat Palm Garden AI mit „Coherence Guard" eine Entscheidungsebene für Serviceroboter entwickelt, die soziale Faktoren wie Emotionen und räumliche Nähe bewertet. Pilotprojekte laufen mit Hanson Robotics und Robotera.

Deutschlands akademische Spitzenstellung unterstrich das Robotics Institute Germany auf der ICRA 2026 in Wien: Sieben Prozent aller angenommenen Papers stammten aus dem RIG-Netzwerk, 28 Workshops wurden geleitet. Ein klares Signal: Die Forschung ist international konkurrenzfähig.

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