RoboParty, RP1

RoboParty RP1: Humanoider Roboter öffnet Hardware und Software für Forschung

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der RP1 verbindet quelloffene Hardware und Software; PartyOS bleibt im Aufbau, Preis und Liefertermine sind noch nicht bekannt.
Eine Werkbank mit präzisen mechanischen Bauteilen, Gelenken und Zahnrädern in einer hellen, industriellen Arbeitsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

In der Entwicklung humanoider Roboter dominieren bislang weitgehend geschlossene Systeme. Während kommerzielle Anbieter wie Figure AI, Agility Robotics oder Tesla ihre Hard- und Software abschirmen und auch forschungsorientierte Hersteller wie Unitree bei Modellen wie dem G1 oder H1 zwar teils offene SDKs anbieten, Mechanik und Kern-Firmware jedoch proprietär halten, zeichnet sich ein Gegenentwurf ab. Das im Jahr 2025 in Shanghai gegründete Unternehmen RoboParty verfolgt mit seinem Humanoiden RP1, der unter dem Markennamen ROBOTO 01 geführt wird, einen Ansatz vollständiger Offenheit. Ziel ist es, Forschenden im Bereich der verkörperten künstlichen Intelligenz eine frei zugängliche Alternative zu bieten.

Zweistufiger Aufbau und modulare Hardware

RoboParty wurde von Yi Huang ins Leben gerufen, der bereits vor der Unternehmensgründung im Wohnheim in Harbin Roboter konstruierte. Das Konzept des RP1 basiert auf offenen Ressourcen, die von der Mechanik über Low-Level-Treiber und Steueralgorithmen bis hin zu Simulationsumgebungen und Lernwerkzeugen reichen.

Die Plattform ist in zwei Ausführungen konzipiert. Die Standardversion des RP1 weist eine Höhe von rund 1,3 Metern auf und verfügt über 24 aktive Freiheitsgrade, ausgenommen die Greifhände. Die Variante RP1 Pro bietet 30 aktive Freiheitsgrade, darunter einen Nacken mit zwei Achsen sowie zwei Arme mit jeweils sieben Achsen.

Als Antriebseinheiten kommen eigene ROMOMO-Aktuatormodule zum Einsatz, die nach Unternehmensangaben zusammen mit der Echtzeit-Bewegungssteuerung ein Spitzen-Drehmoment von 160 Newtonmetern liefern.

Das System erlaubt den Austausch von Kopfmodulen sowie Endeffektoren wie der hauseigenen RP Hand und ermöglicht erweiterbare Rechenhardware. Zu den gezeigten Fähigkeiten zählen kontinuierliches Laufen, die Kompensation äußerer Störungen, das Aufstehen nach Stürzen sowie das Nachahmen menschlicher Bewegungsabläufe.

Getrenntes Lizenzmodell für Hard- und Software

Die quelloffene Architektur umfasst CAD-Modelle im STEP-Format, Zeichnungen, Fertigungsdaten für Leiterplatten, Kabelbaumspezifikationen, Stücklisten sowie Robotermodelle und trainierte Bewegungsmuster. Auf Softwareebene stellt RoboParty unter anderem ein Linux-Board-Support-Package, eine USB-CAN-FD-Bridge, Treiber für Motoren, Trägheitsmesseinheiten, Roboterhände und Kameras sowie ein ROS-2-Inferenzframework und ein Python-SDK bereit.

Bei der Lizenzierung wählt das Unternehmen ein nach Schichten differenziertes Modell. Die Hardware unterliegt der Lizenz CERN-OHL-W-2.0, wodurch auch eine kommerzielle Nutzung gestattet ist. Dokumentationen und Abbildungen sind unter CC BY-SA 4.0 freigegeben.

Für Firmware und Deployment-Komponenten gilt die GPL-3.0, während der Trainingscode unter der BSD-3-Clause lizenziert ist. Einzelne Repositories mit akademischem Code nutzen eigene Lizenzbestimmungen. Die zugrunde liegenden Bewegungsstrategien stützen sich auf wissenschaftliche Veröffentlichungen, darunter Verfahren wie P-BFM, I-BFM, PredActor, INTACT und VIStream.

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Software-Stack im Entwicklungsstadium

Der Software-Stack gliedert sich in PartyOS, das Framework UFO für unüberwachtes bestärkendes Lernen und MimicLite. PartyOS verknüpft dabei die Übertragung von Bewegungen, das Training von Richtlinien, die Validierung in der Simulation und das Deployment auf der Maschine. Das MimicLite-Repository mit Trainingsressourcen und Checkpoints wird laufend gepflegt.

Allerdings befindet sich PartyOS weiterhin im Entwicklungsstadium. Fähigkeiten in den Bereichen Wahrnehmung, Interaktion und Aufgabenbewältigung durchlaufen derzeit die Integration und Validierung; weitere Softwarekomponenten sollen stufenweise als Open-Source freigegeben werden.

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Nach dem weltweiten Debüt auf der Robotikkonferenz IROS am 28. September 2026, bei dem sich das System nach Stößen von Messebesuchern selbstständig wieder aufrichtete, folgte am 15. Oktober 2026 eine regionale Vorstellung für Südostasien.

Bislang hat RoboParty weder einen Retail-Preis noch Liefertermine für den südostasiatischen Markt genannt, und auch Verkaufszahlen oder Universitätskunden wurden nicht offengelegt. Spezifikationen zu Nutzlast, Rechenleistung und Einzelpreisen finden sich in der Projektdokumentation.

Als wesentlicher Prüfstein für das Projekt gilt in Branchenberichten, ob die Repositories innerhalb der kommenden 30 bis 60 Tage vollständig und aktuell gehalten werden und wie sich erste Benchmarks von Anwendern gestalten.

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