Robotaxi-Flotte schrumpft: Tesla meldet 36% weniger Kilometer
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der E-Auto-Pionier bringt sein autonomes Fahrsystem nach Florida, während die Zahl der fahrerlosen Fahrzeuge zurückgeht.
Tesla hat am 21. Juli 2026 seinen Robotaxi-Service in Orlando und Tampa gestartet – pünktlich vor den Quartalszahlen am Folgetag. Doch die Expansion nach Florida offenbart ein Paradox: Während das Unternehmen neue Märkte erschließt, schrumpft die Flotte und die gefahrenen Kilometer sinken drastisch.
Florida-Neustart mit Einschränkungen
Mit Orlando und Tampa ist Teslas autonomer Fahrdienst nun in sieben US-Märkten aktiv – darunter Austin, Dallas, Houston, die Bay Area und Miami. In den neuen Städten setzt Tesla auf das Model Y, die Einsatzgebiete umfassen 25 bis 45 Quadratmeilen. Allerdings bleiben die großen Touristen-Hotspots vorerst ausgespart.
Die Gesamtflotte der vollständig fahrerlosen Fahrzeuge umfasst jedoch nur rund 21 Einheiten. In Austin, dem wichtigsten Testmarkt, erreichte die Flotte im April 2026 mit etwa 25 Fahrzeugen ihren Höchststand – inzwischen sind es nur noch 16 oder 17 Wagen.
Kilometerleistung bricht ein
Noch deutlicher wird die Entwicklung bei den gefahrenen Strecken. Im zweiten Quartal 2026 legten die Robotaxis nur noch rund 700.000 bezahlte Meilen zurück – ein Rückgang von 36 Prozent gegenüber dem ersten Quartal mit rund 1,1 Millionen Meilen.
Besonders auffällig: Die monatliche Laufleistung fiel von 500.000 Meilen im April auf rund 200.000 Meilen in Mai und Juni. Insgesamt summieren sich die bezahlten Robotaxi-Meilen seit Start auf rund 2,5 Millionen.
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Sicherheit unter Beobachtung
Tesla-Manager betonten im Earnings Call, dass die Flotte 380.000 unfallfreie Meilen absolviert habe. Die kamerabasierte Autonomie sei ausreichend – so das Argument.
Doch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA registrierte in den vergangenen zwölf Monaten 22 Kollisionen mit Teslas automatisierten Systemen, die meisten davon in Texas. Drei Unfälle betrafen Fernoperateure: ein Baumstumpf in Houston, ein Zaun in Austin und eine Baustellenabsperrung. Während Teslas Operateure aktiv in die Fahraufgaben eingreifen, beschränken sich Wettbewerber meist auf strategische Anweisungen.
Finanzmarkt reagiert enttäuscht
Die Aktie fiel nach der Veröffentlichung um 13 Prozent, der Jahresverlust beträgt rund 17 Prozent. Anleger zeigen sich ungeduldig: Tesla-Chef Elon Musk hatte im Juli 2025 angekündigt, bis Ende 2025 die Hälfte der US-Bevölkerung mit dem Robotaxi-Dienst erreichen zu wollen – ein Ziel, das deutlich verfehlt wurde.
Der Vergleich mit der Konkurrenz fällt ernüchternd aus: Waymo betreibt rund 3.000 Fahrzeuge und wickelt wöchentlich über 500.000 bezahlte Fahrten ab.
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Lichtblicke jenseits der Robotaxis
Trotz der schwachen Robotaxi-Zahlen gibt es positive Signale: Die Zahl der Full-Self-Driving-Abonnements stieg auf 1,48 Millionen – ein Plus von 56 Prozent im Jahresvergleich. Zudem bestätigte Tesla, dass die Massenproduktion des Cybercab im April 2026 in Giga Texas angelaufen ist. Mitarbeiter testen das Fahrzeug bereits auf dem Werksgelände.
Als nächste Märkte für den Robotaxi-Dienst stehen Las Vegas und Phoenix auf der Liste. Ob Tesla dort mit einer größeren Flotte antreten kann, bleibt abzuwarten.
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