Robotaxis, CaoCao

Robotaxis ohne Fahrer: CaoCao startet Testbetrieb in Hangzhou

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CaoCao Mobility beginnt fahrerlosen Robotaxi-Betrieb in Hangzhou. Tesla weitet Dienst aus, während autonome Fracht- und Lieferdienste boomen.

CaoCao Robotaxis starten in Hangzhou ohne Sicherheitspersonal
Ein futuristisches autonomes Robotaxi fährt bei Dämmerung durch eine moderne Stadtstraße. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der chinesische Mobilitätsdienst CaoCao Mobility hat in Hangzhou mit dem öffentlichen Testbetrieb fahrerloser Robotaxis begonnen – ohne Sicherheitspersonal an Bord. Die Expansion fahrerloser Dienste in China und den USA gewinnt an Fahrt, während die Branche ihre Produktionspläne anpasst und sich verstärkt auf autonome Fracht- und Lieferdienste konzentriert.

Fahrerlos durch Hangzhou: CaoCaos großer Schritt

Seit dem 27. Juli 2026 rollen die selbstfahrenden Taxis von CaoCao durch den Bezirk Binjiang in Hangzhou. Die Fahrzeuge sind mit der RAS-Fernsicherheitsplattform verbunden – ein menschlicher Fahrer oder Sicherheitsoperator ist nicht mehr an Bord nötig. Die Genehmigung für diesen „fahrerlosen" Testbetrieb hatte das Unternehmen bereits im April 2026 erhalten. Damit ist CaoCao der erste Anbieter in Hangzhou, der solche Fahrten anbieten darf.

Insgesamt hat CaoCao 100 Robotaxis in der Stadt in Betrieb genommen, unterstützt durch einen grünen Mobilitätshub. Die Pläne reichen jedoch weit über den aktuellen Testbetrieb hinaus: 2027 soll die Serienproduktion des speziell entwickelten Eva Cab-Robotaxis anlaufen, 2028 folgt der großflächige Einsatz. Bis 2030 will das Unternehmen 100.000 Robotaxis und 100.000 autonome Lieferwagen auf die Straßen bringen.

Die Expansion kommt nicht von ungefähr. Im ersten Halbjahr 2025 erzielte CaoCao einen Umsatz von 95 Milliarden Yuan – ein Plus von 53,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ein Wachstum, das Investitionen in die Zukunft erst möglich macht.

Tesla unter Druck: Robotaxis expandieren, Finanzen schwächeln

Auch in den USA tut sich einiges. Tesla hat seinen fahrerlosen Robotaxi-Dienst am 21. Juli 2026 auf Orlando und Tampa in Florida ausgeweitet. In Tampa umfasst die Zone 65 bis 117 Quadratkilometer, in Orlando die östlichen und südöstlichen Stadtteile. Damit ist Teslas Robotaxi-Dienst nun in sieben US-Metropolregionen aktiv – allerdings mit einer überschaubaren Flotte von rund 21 Fahrzeugen ohne Sicherheitsfahrer.

Im zweiten Quartal 2026 meldete Tesla mehr als 380.000 gefahrene Meilen ohne nennenswerte Zwischenfälle. Für die Konzernführung ein Beleg, dass der kamera-basierte Ansatz funktioniert. Doch die Zahlen trüben das Bild: Tesla verfehlte die Gewinnerwartungen pro Aktie deutlich – 0,33 Dollar statt der erwarteten 0,53 Dollar. Der freie Cashflow war mit minus 1,1 Milliarden Dollar negativ.

Anzeige

Während Robotaxi-Flotten weltweit expandieren, stehen Anleger vor der Herausforderung, die echten Gewinner dieser technologischen Revolution zu identifizieren. Dieser kostenlose Report enthüllt, welche 10 Big-Data-Aktien das größte Potenzial im KI-Sektor besitzen. Kostenlosen Report mit den Top 10 KI-Aktien jetzt sichern

Hinzu kommt: Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht Teslas Full Self-Driving-System (FSD) auf seine Leistungsfähigkeit bei schlechter Sicht. Tesla muss bis zum 12. August 2026 auf die Anfragen der Behörde antworten. Der Konzern hat zudem seine Produktionsziele zurückgeschraubt – die Serienfertigung von Cybercab, Semi und Megapack 3 wird bis Ende 2026 nicht mehr angestrebt.

Autonome Fracht: Der neue Wachstumsmarkt

Während sich der Fokus bei Robotaxis verschiebt, boomen autonome Liefer- und Frachtdienste. Ein Beispiel: Momenta, das am 8. Juli 2026 an der Hongkonger Börse debütierte und umgerechnet 6,8 Milliarden Hongkong-Dollar einsammelte, ist in den Markt für autonome Lieferwagen eingestiegen. Seit mehreren Monaten sind die selbstfahrenden Fahrzeuge des Unternehmens in Suzhou unterwegs.

Die Zahlen sprechen für sich: Ende 2025 waren in China bereits über 33.000 autonome Lieferfahrzeuge im Einsatz. Bis 2030 sollen die jährlichen Verkaufszahlen auf 860.000 Einheiten steigen. Möglich macht das vor allem der drastische Preisverfall bei der Schlüsseltechnologie: LiDAR-Sensoren kosteten einst rund 100.000 Yuan – heute sind sie für knapp 1.000 Yuan zu haben.

Auch andere Player ziehen nach:
- Aurora hat seine Gen-2-Plattform vorgestellt und fährt fahrerlose Lkw auf der Strecke Dallas-Houston. Bis Ende 2026 sollen 200 Trucks im Einsatz sein.
- Carziqo weitet seinen fahrerlosen Ride-Hailing-Dienst ER-LX auf Austin, Texas, aus – der zweite US-Markt nach Atlanta.
- Einride hat für 38 Millionen Dollar das Unternehmen Flipturn übernommen, um seine Frachttechnologie zu stärken.

Anzeige

Der massive Ausbau autonomer Systeme und Milliardeninvestitionen in Robotik markieren den Beginn einer neuen industriellen Ära. Erfahren Sie in diesem Spezial-Report, welche Unternehmen die Gewinner dieser nächsten industriellen Revolution sind. Gratis-Report: Gewinner der neuen Industrierevolution entdecken

Waymo: Der Kilometer-König plant den Alleingang

Im Ride-Hailing-Segment bleibt Waymo der unangefochtene Spitzenreiter: Über 220 Millionen Meilen haben die selbstfahrenden Fahrzeuge des Google-Schwesterunternehmens bereits zurückgelegt. Aktuell kooperiert Waymo in ausgewählten Städten noch mit Uber. Doch das soll sich ändern: Im Januar 2028 will Waymo eine eigene App auf den Markt bringen. Die Partnerschaften mit Uber in Atlanta und Austin sollen bis Mai 2028 beendet werden.

Die Branche steht vor einem entscheidenden Jahr. Während die Technologie reift und die Kosten fallen, entscheiden regulatorische Hürden und die finanzielle Stabilität der Anbieter über Tempo und Richtung der Entwicklung. Eines ist klar: Das Rennen um die fahrerlose Zukunft hat gerade erst richtig begonnen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69882359 |