Roboter-Boom, Steigerung

Roboter-Boom: 272% Steigerung, 18.500 Einheiten in sechs Monaten

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BMW erprobt humanoide Roboter von Figure AI in Spartanburg. Die Maschinen sind langsamer als Menschen, die Branche treibt die Entwicklung aber massiv voran.

BMW testet humanoide Roboter: Figure AI im Werk Spartanburg im Einsatz
Ein humanoider Roboter steht in einer modernen Automobilfabrik an einer Montagelinie neben einem Fahrzeugchassis. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Automobilhersteller BMW hat mit Testläufen humanoider Roboter in seinem Werk in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina begonnen. Zum Einsatz kommen dabei Modelle des Robotik-Unternehmens Figure AI.

Wie Ulrich Wieland, zuständiger Vizepräsident für Logistik bei BMW, im Rahmen der Erprobung erläuterte, weisen die Maschinen in den aktuellen Produktionsabläufen jedoch noch eine geringere Arbeitsgeschwindigkeit auf als menschliche Mitarbeiter.

Performance-Vergleich im Logistik-Einsatz

In den Produktionsstätten von BMW werden die humanoiden Systeme derzeit intensiv geprüft, um ihre Eignung für komplexe Fertigungsprozesse zu evaluieren. Obwohl die Roboter technisch in der Lage sind, Aufgaben in der Logistik und Montage zu übernehmen, betonte Wieland, dass menschliche Arbeitskräfte in der operativen Geschwindigkeit momentan noch überlegen seien.

Experten weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass humanoide Roboter derzeit häufig noch kostenintensiver seien als spezialisierte, einfachere Automatisierungslösungen.

Neben BMW setzt auch Mercedes auf die Erprobung zweibeiniger Helfer und testet dafür Modelle des Herstellers Apptronik. Die Branche beobachtet diese Entwicklungen genau, da die Integration flexibler Roboter als nächster großer Schritt in der Automatisierung der Fahrzeugproduktion gilt.

Skalierungsprojekte bei Tesla und Hyundai

Andere Branchenakteure treiben die Entwicklung humanoider Roboter ebenfalls massiv voran. Tesla bereitet derzeit die Serienfertigung seines Modells „Optimus“ vor. Hierfür wurde Berichten zufolge die Produktion der Modelle S und X im Werk Fremont unterbrochen, um Kapazitäten für eine Optimus-Linie zu schaffen.

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Das Unternehmen plant eine jährliche Kapazität von 1 Million Einheiten für die erste Generation sowie bis zu 10 Millionen Einheiten für die zweite Generation. Marktanalysen der Citizens Bank beziffern das Potenzial dieser Technologie auf ein Volumen von 300 Milliarden US-Dollar, das unmittelbar adressierbar sei.

Bei Betriebskosten von etwa 5 US-Dollar pro Stunde gegenüber 35 US-Dollar für eine menschliche Arbeitskraft werde eine Amortisationszeit von weniger als 18 Monaten erwartet.

Hyundai verfolgt eine ähnliche Strategie und setzt auf die Technologie der Tochtergesellschaft Boston Dynamics, die sich vollständig im Besitz des südkoreanischen Konzerns befindet. Geplant ist der Einsatz des Roboters „Atlas“ im sogenannten Georgia Metaplant in den USA. Bis zum Jahr 2028 strebt Hyundai eine Produktion von jährlich 30.000 Einheiten in Boston sowie weitere Kapazitäten am Standort Saemangeum an.

Dominanz chinesischer Hersteller im ersten Halbjahr 2026

Im globalen Vergleich zeigt sich derzeit eine starke Marktkonzentration in China. Laut Daten von Smart Analytics Global lieferten chinesische Hersteller im ersten Halbjahr 2026 über 18.500 humanoide Roboter aus. Dies entspricht einem Anteil von 97 Prozent des weltweiten Gesamtvolumens von 19.100 Einheiten.

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Führend waren dabei Unternehmen wie AgiBot mit 8.400 Einheiten (44 Prozent Marktanteil) und Unitree mit 5.900 Einheiten (31 Prozent). Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025, in dem 5.100 Einheiten ausgeliefert wurden, entspricht dies einer Steigerung von 272 Prozent.

Wang Xingxing, CEO von Unitree, prognosticierte, dass humanoide Roboter innerhalb der nächsten zwei bis zehn Jahre eine technologische Reife erreichen werden, die mit dem Erfolg moderner Sprach-KI-Modelle vergleichbar sei. Voraussetzung hierfür sei, dass Roboter etwa 80 Prozent ihrer Aufgaben in unbekannten Umgebungen rein auf Basis von Sprach- oder Textbefehlen bewältigen können.

Produktionsstandort Deutschland und internationale Pilotprojekte

Auch in Deutschland konkretisieren sich die Pläne für eine industrielle Fertigung. Bosch plant, ab August 2027 im baden-württembergischen Bühl mit der Serienproduktion des humanoiden Roboters „Gamma“ für das britische Startup Humanoid (SKL Robotics) zu beginnen. Das radbasierte Modell HMND 01 soll über ein Robotics-as-a-Service-Modell (RaaS) vertrieben werden, wobei Schaeffler bereits als Ankerkunde genannt wird. Ziel ist die Produktion von mehr als 1.000 Einheiten bis zum Jahr 2032.

Zusätzlich vermelden Hersteller technologische Fortschritte im Detail: Xiaomi erreichte bei Tests in der Montage von Elektrofahrzeugen eine Erfolgsquote von 98 Prozent an einer Station für Schraubmuttern – eine deutliche Steigerung gegenüber den 90,2 Prozent, die vier Monate zuvor gemessen wurden.

In Indien setzen Unternehmen wie Agni Robotics bereits erste Einheiten im Automobilwerk Gujarat ein, um die Arbeitskosten langfristig um bis zu 30 Prozent zu senken. Die Branche erwartet für das Gesamtjahr 2026 eine weltweite Auslieferung von insgesamt 60.000 humanoiden Robotern.

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