Roboter-Boom, China

Roboter-Boom in China: 10.000 Humanoide bis Jahresende

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chinesische Firmen investieren massiv in humanoide Roboter, um den Arbeitskräftemangel zu bekämpfen und die Produktivität zu steigern.

Jack Technology bestellt 2.000 Roboter: Chinas Fabriken setzen auf humanoide Helfer
Ein humanoider Roboter bedient Textilmaschinen an einer modernen FertigungsstraĂźe. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Peking – Jack Technology bestellt 2.000 Roboter für die Textilbranche. Das Land will bis Jahresende 10.000 Einheiten in Fabriken einsetzen.

Der chinesische Fertigungssektor forciert den Einsatz humanoider Roboter mit einer beispiellosen Dynamik. Treiber ist ein akuter Arbeitskräftemangel: Über 30 Millionen Stellen in der heimischen Industrie bleiben unbesetzt. Gleichzeitig versprechen sich die Unternehmen zweistellige Effizienzsteigerungen durch „verkörperte Intelligenz" – den direkten Einsatz von Robotern in der Produktion.

Großaufträge aus Textil und Elektronik

Jack Technology hat einen Auftrag über 2.000 humanoide Roboter erteilt, die speziell in der Bekleidungsfertigung zum Einsatz kommen sollen. Das Unternehmen erwartet eine Produktivitätssteigerung von 30 Prozent. Erste Praxistests in Textilfabriken der Provinz Zhejiang liefern vielversprechende Ergebnisse: Die Aitu-Roboter erreichen bei der Stofftrennung eine Erfolgsquote von 97 Prozent, bei Näharbeiten liegt die Qualitätsrate bei 98 Prozent.

Die Investition soll sich laut Branchenangaben bereits nach rund 18 Monaten amortisieren. Zu den ersten Anwendern zählen die Firmen Sunrise Group, Eifini und Chenfeng. Auch andere Modelle überzeugen im Test: Der PIABOT G2 absolvierte in einer Acht-Stunden-Schicht 2.283 Aufgaben fehlerfrei und arbeitete dabei 33 Prozent schneller als menschliche Arbeitskräfte. Seine Zykluszeit betrug 12,9 Sekunden – der Mensch braucht 18 Sekunden.

Um die steigende Nachfrage zu bedienen, wurden spezielle Schulungszentren in Cixi und Hangzhou eingerichtet. Der aktuelle Fahrplan der Branche sieht bis 2028 die Validierung einzelner Aufgaben vor; Mehrfachfähigkeiten sollen zwischen 2028 und 2030 serienreif sein.

Produktionsrekorde und neue Fabriken

Die Herstellung der Maschinen läuft auf Hochtouren, um das Jahresendziel von 10.000 Einheiten zu erreichen. Am 24. Juli 2026 lief die erste Charge des EngineAI T800 in einer neuen 8.000 Quadratmeter großen Anlage in Zhengzhou vom Band. Die Fabrik beliefert Märkte in Nordamerika, Europa und Südostasien. Der bestehende Standort in Shenzhen produziert bereits einen Roboter alle 15 Minuten.

Auch die internationale Konkurrenz zieht nach. Das US-Unternehmen Figure meldete am 23. Juli die Fertigstellung seines 1.000sten Figure 03 im Werk BotQ – bei um 90 Prozent gesunkenen Kosten gegenüber der Vorgängergeneration. Die Taktung liegt bei einem Roboter pro Stunde. In China brachte UBTECH den 1.000sten Walker S2 auf den Markt und will die Jahreskapazität binnen zwölf Monaten auf 10.000 Einheiten ausbauen.

Anzeige

Während die Industrie durch Robotik und KI grundlegend transformiert wird, stellt sich für Investoren die Frage nach den künftigen Marktführern dieser Entwicklung. Dieser Gratis-Report beleuchtet die Potenziale der neuen Industrierevolution und benennt die Firmen, die technologisch ganz vorne stehen. Gewinner der neuen Industrierevolution jetzt gratis entdecken

Börsengänge und Milliardenbewertungen

Der Wettlauf um die Marktführerschaft verlagert sich zunehmend auf den Finanzmarkt. Aizhibot bereitet einen Börsengang in Hongkong vor, der bereits im August 2026 stattfinden könnte. Die Bewertung könnte umgerechnet rund 5,8 Milliarden Euro erreichen – nach Auslieferung des 15.000sten Roboters. Parallel dazu erhielt Unitree die Zulassung für ein IPO am Shanghaier Star-Markt und will umgerechnet rund 540 Millionen Euro einsammeln. Das Unternehmen hatte 2025 mehr als 5.500 humanoide Roboter ausgeliefert – ein Marktanteil von über 25 Prozent.

Große Elektronikhersteller und Apple-Zulieferer wie Foxconn, Luxshare und Longqi steigen ebenfalls ins Robotergeschäft ein. In einem Longqi-Werk demonstrierte der Zhiyuan G2, dass er 310 Tablets pro Stunde mit einer Erfolgsquote von über 99,5 Prozent handhaben kann. Analysten schätzen, dass die weltweite Produktion humanoider Roboter 2025 bei über 20.000 Einheiten lag – eine Verzehnfachung gegenüber dem Vorjahr.

Anzeige

Der massive Ausbau der Roboterproduktion und die zahlreichen Börsengänge zeigen, dass künstliche Intelligenz zum entscheidenden Wachstumstreiber im Finanzsektor avanciert ist. Erfahren Sie in dieser fundierten Analyse, welche drei Unternehmen laut Experten aktuell die aussichtsreichsten Kurschancen im KI-Sektor bieten. Die 3 größten KI-Gewinner-Aktien kostenlos nachlesen

Pilotprojekte bei Siemens und digitale Integration

Erprobungsprogramme belegen die Tauglichkeit der Roboter in komplexen Industrieumgebungen. In einem Pilotprojekt im Siemens-Werk Erlangen bewegte der HMND 01 von Neura Robotics 60 Kisten pro Stunde mit einer Erfolgsquote von über 90 Prozent – bei einer täglichen Betriebszeit von mehr als acht Stunden. Siemens liefert die digitale Infrastruktur für mehrere dieser Initiativen, darunter Kooperationen mit Jack Technology und UBTECH.

Auf der Welt-KI-Konferenz (WAIC) 2026 in Shanghai präsentierte Shanghai Electric eine Reihe von Robotern mit „verkörperter Intelligenz". Dazu gehörte der zweibeinige Humanoide SUYUAN mit 41 Freiheitsgraden sowie verschiedene rollende Modelle. Das Unternehmen stellte zudem eine Serie von KI-Agenten unter seiner Plattform „StarCloud" vor – ein klares Signal für den Wandel hin zu KI-gesteuerten Smart Factories.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69887951 |