Roboteroperation, Chirurgie

Roboteroperation: Erste ferngesteuerte Chirurgie mit zwei Robotern gelang

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 00:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Erfolgreicher Einsatz zweier Surgie-Roboter bei Gallenoperationen markiert Meilenstein für die Telechirurgie.

Roboterchirurgie: Weltpremiere mit ferngesteuerten humanoiden OP-Assistenten
Roboteroperation - Humanoides Robot mit blauen Akzenten führt präzise OP im sterilen Saal durch, beobachtet von Chirurg. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher der University of California San Diego haben erstmals ferngesteuerte humanoide Roboter für lebende Operationen eingesetzt. Die am 8. Juli 2026 im Fachjournal Nature veröffentlichte Studie dokumentiert den erfolgreichen Einsatz von zwei „Surgie"-Robotern bei Gallenblasenentfernungen an großen Säugetieren.

Die 1,52 Meter großen und 27 Kilogramm leichten Roboter führten zwei unterschiedliche Eingriffe durch: einen mit einem Mensch-Roboter-Team, einen weiteren mit zwei Robotern im Alleingang. Beide Operationen verliefen erfolgreich. Allerdings bleiben technische Hürden wie die Neukalibrierung der Systeme und Netzwerkverzögerungen bestehen. Ziel des Machbarkeitsnachweises ist es, langfristig dem Chirurgenmangel entgegenzuwirken und die medizinische Versorgung in abgelegenen oder ressourcenarmen Regionen zu verbessern.

Weltpremiere: Operation über zwei Kontinente hinweg

Am selben Tag gelang medizinischen Teams in Marokko und Belgien eine weitere Premiere: die erste bidirektionale, kontinentübergreifende Roboteroperation. Chirurgen in Casablanca und Brüssel operierten zeitgleich Patienten in der jeweils anderen Stadt. Ermöglicht wurde dies durch das 5G-Standalone-Netz von Orange Maroc in Zusammenarbeit mit der Oncorad Group und der ORSI Academy.

Branchenexperten prognostizieren dem Telechirurgie-Markt ein massives Wachstum. Von umgerechnet rund 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 soll er bis 2036 auf etwa 5,4 Milliarden Euro anwachsen.

Miniatur-Wunder: Samengroßer Roboter aus Singapur

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Einen Tag zuvor, am 7. Juli 2026, präsentierten Forscher der NTU Singapur im Fachblatt Advanced Materials einen sensationellen Miniatur-Roboter. Das nur 4,4 Millimeter große, magnetisch gesteuerte Gerät beherrscht fünf Funktionen: Bewegung, Gewebeschneiden, lokale Medikamentenabgabe, Greifen von Proben und Wärmeerzeugung. In Tests mit Gelatine und Hühnerleber lag die Zellverträglichkeit bei über 99 Prozent.

Tesla drängt in den OP-Saal

Parallel dazu kündigte Tesla am 7. Juli 2026 an, sein humanoide Roboterprogramm auf medizinische Anwendungen auszuweiten. Der Optimus-Roboter der dritten Generation verfügt über Hände mit 22 Freiheitsgraden und einen leistungsstarken KI-Chip. Während die Massenproduktion bereits Anfang 2026 anlaufen soll und die Stückkosten unter 20.000 Euro liegen sollen, müssen für den Einsatz im OP noch regulatorische und haftungsrechtliche Fragen geklärt werden.

Roboterchirurgie bei Kindern: Schnellere Erholung

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Neben neuen Geräten untersucht die klinische Forschung auch die Wirksamkeit bestehender Systeme. Eine am 6. Juli 2026 in Frontiers in Pediatrics veröffentlichte Studie verglich roboterassistierte Gallenblasenentfernungen mit traditionellen laparoskopischen Methoden bei 28 Kindern.

Die Ergebnisse: Die Roboter-Operationen dauerten mit durchschnittlich zwei Stunden und 22 Minuten länger als die konventionellen Eingriffe (eine Stunde und 33 Minuten). Dafür erholten sich die Kinder schneller. In der Roboter-Gruppe gelang bei 100 Prozent der Patienten die orale Nahrungsaufnahme innerhalb von 24 Stunden nach der OP. Der Krankenhausaufenthalt verkürzte sich auf durchschnittlich zwei Tage, verglichen mit vier Tagen in der Vergleichsgruppe. Infektionen oder Umstellungen auf offene Chirurgie traten in keiner der beiden Gruppen auf.

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