Robotik, Mittelstand

Robotik für den Mittelstand: KI senkt Beschaffungskosten um 15%

29.06.2026 - 04:30:59 | boerse-global.de

Bayerns Wirtschaftsminister wirbt für Automatisierung im Mittelstand. Förderprogramme und ein Vier-Stufen-Plan sollen den Einstieg erleichtern.

Aiwanger: Robotik-Chancen für Mittelstand endlich nutzen
Robotik - Ein Roboterarm arbeitet mit einer menschlichen Hand an einer kleinen Komponente in einer modernen Werkstatt, die Präzision und Zusammenarbeit betont. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ruft kleine und mittlere Unternehmen dazu auf, die Chancen der Robotik endlich zu nutzen. Beim Branchenevent „Automatisieren statt Abwarten“ am vergangenen Samstag machte der Freie-Wähler-Politiker klar: Automatisierung ist längst nicht mehr nur etwas für die Großindustrie.

„Selbst Handwerksbetriebe können heute von moderner Robotik profitieren“, betonte Aiwanger vor den Teilnehmern der Veranstaltung, die vom Cluster Mechatronik & Automation organisiert wurde. Die Technologien böten enorme Wettbewerbsvorteile – doch viele Unternehmen zögerten noch.

Vier Schritte zur erfolgreichen Automatisierung

Wie der Umstieg gelingt, darüber diskutierten Experten und der Minister gemeinsam. Sie empfehlen einen strukturierten Vier-Stufen-Plan. Den Anfang macht eine gründliche Prozessanalyse, um geeignete Aufgaben für die Automatisierung zu identifizieren. Danach folgt eine professionelle Beratung, bevor Unternehmen in Pilotprojekten erste Erfahrungen sammeln.

Erst im vierten Schritt geht es an die vollständige Umsetzung – und die muss zwingend von Schulungen für die Mitarbeiter begleitet werden, betonten die Fachleute.

Drei grundlegende Automatisierungsansätze stehen zur Wahl: Modulare Robotik eignet sich besonders für wachsende Firmen, während integrierte Systeme für hohe Durchsatzraten konzipiert sind. Für Unternehmen, die in gemeinsam genutzten Arbeitsbereichen auf Sicherheit und Flexibilität setzen, empfehlen die Experten sogenannte kollaborative Roboter – kurz „Cobots“.

Bayern fördert Digitalisierung mit Millionen

Der Freistaat unterstützt den Wandel mit mehreren Förderprogrammen. Bereits im Frühjahr 2026 hatte die Staatsregierung vier spezifische Förderaufrufe unter der BayVFP-Digitalisierungslinie gestartet. Die Schwerpunkte: Künstliche Intelligenz und Datenwissenschaft, zukünftige Kommunikationsnetze, Cybersicherheit sowie elektronische Systeme und Prozesstechnologien.

Bis zum 16. April konnten Unternehmen Projektentwürfe für Verbundvorhaben einreichen – Voraussetzung ist die Beteiligung von mindestens zwei Partnern, darunter ein bayerisches Unternehmen.

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Die Beschaffungskosten im Mittelstand lassen sich mit KI-gestützter Robotik um bis zu 15 Prozent senken – und der Zeitaufwand um 85 Prozent. Wie Sie in vier Schritten starten, zeigt dieser kostenlose Leitfaden. Vier-Stufen-Plan jetzt anfordern

Dass solche Förderung Wirkung zeigt, zeigt ein Beispiel aus der Praxis. Dr. Detlef Hühnlein von der ecsec GmbH berichtete Ende März, wie die BayTOU-Förderung seinem Unternehmen die nötige Sicherheit gab, um Personal einzustellen und eine digitale Gesundheitslösung erfolgreich auf eCard-Dienste umzustellen. Zuvor war das ursprüngliche Konzept seiner Zeit voraus gewesen. Heute entwickelt die Firma eine elektronische ID-Lösung für europäische Geschäftsprozesse.

KI senkt Kosten im Einkauf um bis zu 15 Prozent

Die wirtschaftlichen Vorteile der Automatisierung sind beeindruckend. Aktuelle Marktdaten zeigen: KI-gestützte Werkzeuge können die Beschaffungskosten im Mittelstand um fünf bis 15 Prozent senken – und den Zeitaufwand um bis zu 85 Prozent reduzieren.

Doch die Realität sieht anders aus: Nur 25 Prozent der mittelständischen Unternehmen nutzen bislang digitale Plattformen für ihre Einkaufsprozesse. Dabei zeigen Vorreiter, was möglich ist. Der Maschinenbauer DMG Mori etwa verkürzte die Zeit für Lieferantenbewertungen durch KI-Unterstützung um 85 Prozent.

Die Einführung solcher Systeme dauert in der Regel zwölf bis 24 Monate, wie Branchenbeobachter feststellen. Die Amortisation stellt sich meist innerhalb von zwei bis vier Jahren ein.

BMW setzt auf humanoide Roboter

Die Automatisierungswelle erfasst längst alle Industriebereiche. Erst am Samstag setzte BMW im Werk Spartanburg den humanoiden Roboter Figure 03 ein – er übernimmt dort die Sequenzierungslogistik. Vorausgegangen war eine zehnmonatige Pilotphase mit Vorgängermodellen. Die neue Version ist mit Tastsensoren und Sprachkommunikation ausgestattet – Teil der umfassenden iFACTORY-Strategie des Autobauers.

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Nur 25 Prozent der Mittelständler nutzen digitale Einkaufsplattformen – dabei amortisiert sich die Investition in Robotik meist innerhalb von zwei bis vier Jahren. Mit dem richtigen Förderprogramm wird der Einstieg noch günstiger. Förderfähigen Automatisierungs-Check jetzt sichern

Auch in der Region tut sich einiges. Das Startup Axon Automation erhielt kürzlich 25.000 Euro Anschlussförderung für seine KI-basierten „Plug-and-Play“-Automatisierungslösungen, die speziell auf den Mittelstand zugeschnitten sind.

Wer sich weiter informieren möchte: Am 2. Juli 2026 findet eine Online-Veranstaltung statt, die konkrete KI-Anwendungsfälle im Ingenieurwesen vorstellt – von der automatisierten SPS-Code-Generierung bis zur vorausschauenden Wartung für kleinere Firmen.

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