Robotik-Wettlauf: US-Hersteller verkaufen 450, China 12.868 Einheiten
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 06:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der neueste Roboter des US-Unternehmens Figure AI arbeitet jetzt im BMW-Werk Spartanburg. Nach einer elfjährigen Testphase mit dem Vorgängermodell übernimmt der Figure 03 nun eigenständig Logistikaufgaben.
Die Integration des Roboters konzentriert sich auf die sogenannte Just-in-Sequence-Logistik. Konkret sortiert Figure 03 Bauteile in Lieferwagen und steuert verschiedene Logistikabläufe autonom. Die Hardware des neuen Modells wurde deutlich verbessert: Das Gesamtgewicht sank um neun Prozent, zudem verfügt der Roboter über taktile Sensoren und eine kabellose Ladefunktion.
Beeindruckende Bilanz des Vorgängers
Der Pilotversuch mit dem Figure 02 lieferte bemerkenswerte Zahlen. Über mehr als 1.250 Betriebsstunden hinweg erreichte der Roboter eine Platzierungsgenauigkeit von 99 Prozent. Insgesamt verarbeiteten die Maschinen während dieser Zeit über 90.000 Teile. Allein durch den Einsatz des Figure 02 entstanden mehr als 30.000 BMW X3-Fahrzeuge.
Während einfache Aufgaben bereits nach etwa einem Monat implementiert werden können, benötigen komplexere Arbeiten deutlich längere Entwicklungszeiten, so BMW-Vertreter. Das Werk in Spartanburg produziert täglich rund 1.500 Fahrzeuge und beschäftigt 11.000 Mitarbeiter.
Technische Daten und Lernfähigkeit
Der Figure 03 wird von der KI-Plattform Helix gesteuert. Statt vorprogrammierter Bewegungsabläufe nutzt der Roboter bestärkendes Lernen – eine Methode, die ihm erlaubt, sich flexibel an unterschiedliche Umgebungen wie Lagerhallen oder Fabriken anzupassen. Das zeigt sich auch in der Fortbewegung: Der Roboter kann mit einer Geschwindigkeit von zwei Metern pro Sekunde joggen, umgerechnet 7,2 Kilometer pro Stunde.
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Im Mai 2026 absolvierte Figure AI einen 200-stündigen testlauf zur automatischen Paketsortierung, um die Zuverlässigkeit unter Volllast zu prüfen. Die technischen Eckdaten des Figure 03: 1,73 Meter groß, 61 Kilogramm schwer, Traglast von 20 Kilogramm bei einer Akkulaufzeit von rund fünf Stunden.
Die Produktion läuft mittlerweile mit einer Geschwindigkeit von einem Roboter pro Stunde. Über 350 Einheiten wurden bereits an Kunden ausgeliefert. Der Preis pro Einheit liegt nach Marktschätzungen zwischen 100.000 und 250.000 Euro.
Personaloffensive in Kalifornien
Um die wachsende Flotte zu betreuen, sucht Figure AI in San Jose mehrere Fachkräfte. Ein Flottenkoordinator mit mindestens fünf Jahren Erfahrung soll zwischen 120.000 und 175.000 Euro verdienen. Zudem werden Einsatz-Ingenieure für die Fernsteuerung der Roboter gesucht.
Einige Stellen wurden inzwischen wieder gestrichen. Eine Position als Zuverlässigkeitstest-Ingenieur für Mechatronik mit einem Gehalt von bis zu 250.000 Euro wurde Mitte Juni 2026 aus der Ausschreibung genommen. Auch ein auf sechs Monate befristeter Vertrag als Helix-Datenersteller – zuständig für die Sammlung von Sensordaten zum Training der Robotersysteme – endete Ende Juni 2026.
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Internationaler Wettlauf um die Robotik
Die US-amerikanische Humanoid-Roboterbranche steht unter erheblichem Druck aus Fernost. Laut Daten der Information Technology and Innovation Foundation verkauften US-Firmen wie Figure, Agility und Tesla im Jahr 2025 zusammen 450 Roboter. Chinesische Hersteller setzten im gleichen Zeitraum 12.868 Einheiten ab – unterstützt durch eine nationale Robotikstrategie.
Während Figure AI bereits industrielle Kunden beliefert, verschieben sich bei anderen Playern die Zeitpläne. Die Enthüllung des Tesla Optimus Gen 3 wurde von Anfang 2026 auf Juli oder August verschoben. Hyundai wiederum übernahm kürzlich die restlichen Anteile an Boston Dynamics für umgerechnet 325 Millionen Euro. Und Meta steigt durch die Übernahme von Assured Robot Intelligence ins Robotikgeschäft ein.
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