Rollator im Bus: 60 Senioren trainieren sicheres Ein- und Aussteigen
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Umstieg vom eigenen Auto auf Bus und Bahn fällt vielen älteren Menschen schwer – besonders dann, wenn zusätzlich ein Rollator ins Spiel kommt. Wie herausfordernd allein das Ein- und Aussteigen sein kann, zeigte ein Training in Oberhausen: An der Teutoburger Straße übten dort rund 60 Seniorinnen und Senioren der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung gemeinsam mit Polizei, der Stadtwerke-Tochter STOAG und dem Verkehrsunternehmen ASO, wie man mit einem Rollator sicher in einen Bus gelangt.
Ein Nachfolgetermin ist bereits terminiert: Am 17. September findet am Bahnhof Sterkrade, Bussteig 5, von 10 bis 13 Uhr ein weiteres solches Training statt – eine Anmeldung ist dafür nicht erforderlich.
Praxisnahe Übung statt Theorie
Solche Trainings setzen bewusst auf praktische Erfahrung statt auf reine Belehrung. Teilnehmende üben unter realistischen Bedingungen den Umgang mit Türschwellen, Stufen und dem Zeitdruck beim Einsteigen – Situationen, die im Alltag häufig zu Stürzen oder Unsicherheit führen.
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Die Kooperation zwischen Polizei, Verkehrsbetrieb und sozialer Einrichtung soll dabei helfen, Berührungsängste abzubauen und Routine zu schaffen, ohne dass Betroffene sich unter Beobachtung fühlen.
Mobilität im Alter als größeres Thema
Das Oberhausener Training reiht sich in eine breitere Entwicklung ein, mit der sich Kommunen und Institutionen dem Thema Mobilität im Alter widmen. Eine Handreichung des DigitalPakt Alter mit dem Titel „Chancen der Digitalisierung für Ältere eröffnen – Mobil sein im Alter" legt den Fokus auf den Erhalt von Mobilität durch Bus, Bahn, E-Bike und Fahrdienste und enthält Übungen sowie Checklisten für Seniorinnen und Senioren.
Auch anderswo gibt es ähnliche Bemühungen: In Fischbachtal etwa lädt Polizeihauptkommissar Ralf Drexelius zu einem Seniorennachmittag im Rahmen des „Fischbachtaler Netz" ein, bei dem es speziell um den älteren Menschen als Fußgänger mit oder ohne Rollator im Straßenverkehr geht. Ein Fahrdienst zur Veranstaltung wird ebenfalls angeboten.
Barrierefreiheit auch abseits des Nahverkehrs
Dass Mobilitätsangebote für Menschen mit Gehhilfen zunehmend mitgedacht werden, zeigt sich auch außerhalb des klassischen Nahverkehrs. So bietet die Stadt Erbach eine barrierefreie Stadtführung eigens für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl an, die rund 75 Minuten dauert und 6 Euro kostet. Eine Anmeldung ist im Vorfeld per E-Mail erforderlich.
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Bedeutung für Betroffene
Für viele ältere Menschen entscheidet die Fähigkeit, öffentliche Verkehrsmittel sicher zu nutzen, maßgeblich über ihre Selbstständigkeit im Alltag. Wer Angst vor dem Ein- oder Aussteigen hat, meidet häufig ganz den Nahverkehr – mit der Folge sozialer Isolation. Trainingsangebote wie das in Oberhausen setzen genau hier an: Sie sollen nicht nur konkrete Fertigkeiten vermitteln, sondern auch Vertrauen aufbauen.
Dass mit dem Termin am 17. September in Sterkrade bereits eine Fortsetzung feststeht, deutet darauf hin, dass die Verantwortlichen das Format als festen Baustein der lokalen Seniorenarbeit etablieren wollen. Interessierte benötigen für die Teilnahme keine vorherige Anmeldung und können sich direkt vor Ort einfinden.
