Rollatortraining in Hanau: HSB zeigt am 13. Oktober den sicheren Einstieg
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Für viele ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen stellt die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel eine Hürde im Alltag dar. Um Hemmschwellen abzubauen und eine eigenständige Fortbewegung zu unterstützen, setzen Verkehrsverbünde und Senioreninitiativen auf gezielte Mobilitätstrainings.
Im Mittelpunkt dieser Angebote stehen praktische Übungen am Fahrzeug, die Vermittlung technischer Sicherheitsfunktionen sowie Hilfestellungen beim Ticketkauf und der Nutzung digitaler Angebote.
Praxistraining an Bus und Haltestelle in Niedersachsen und Hessen
Ein Beispiel für solche Initiativen liefert der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN). Für den 11. Oktober 2026 kündigte der Verbund ein offenes, kostenfreies Mobilitätstraining für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste während des Herbstfests in Sulingen an.
Zwischen 13 und 17 Uhr können Interessierte in der Langen Straße ohne vorherige Anmeldung praktische Abläufe erproben. Der VBN bringt dafür seinen InfoBus zum Einsatz, an dem das sichere Ein- und Aussteigen mit Rollator oder Rollstuhl sowie das richtige Verhalten während der Fahrt trainiert werden.
Zudem werden der Ticketkauf, das Entwerten und die Nutzung der FahrPlaner-App erklärt. Das durch den Zweckverband VBN (ZVBN) geförderte Projekt setzt laut VBN-Projektkoordinatorin Veronika Schlierf auf individuelle Beratung und ausreichend Zeit für die Erklärung digitaler Angebote.
In Hessen organisiert das Seniorenbüro Hanau gemeinsam mit der Hanauer Straßenbahn GmbH (HSB) und dem Seniorenbeirat für den 13. Oktober 2026 die Schulung „Mit dem Rollator in den Bus“.
Von 10 bis 12 Uhr vermitteln Beschäftigte der HSB an der Haltestelle vor dem Betriebsgelände in der Daimlerstraße 5 praktische Fertigkeiten sowie Orientierungshilfen. Das kostenfreie Angebot richtet sich an Personen, die im Alltag auf eine Gehhilfe angewiesen sind; eine Anmeldung beim Seniorenbüro ist für die Teilnahme erforderlich.
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Barrierefreie Technik und Fahrsicherheit im Stadtbus
Dass die fahrzeugtechnische Ausstattung und praktische Schulungen Hand in Hand gehen, zeigt ein Projekt der Stadtwerke Trier (SWT) in Kooperation mit dem Seniorentreff „Die flotteren Älteren“.
Für den 10. April 2027 planen die Partner ein Rollatortraining im Gemeindezentrum St. Matthias sowie in einem regulären Stadtbus unter Anleitung der Physiotherapeutin Gundula Braun. Die Übungen umfassen das Bewältigen von Rampen und unterschiedlichen Einstiegshöhen sowie das sichere Festhalten während der Fahrt.
SWT-Bereichsleiter Mobilität Elmar Kandels bezeichnet das Rollatortraining als festen Beitrag zur Barrierefreiheit. In den Trierer Stadtbussen greifen zudem technische Schutzmechanismen: Werden spezielle Haltewunschtasten mit Rollstuhl- oder Kinderwagensymbol betätigt, schließen die Türen nicht automatisch, sondern werden vom Fahrpersonal nach einer Kontrollansicht über den Spiegel manuell geschlossen, was Fahrgästen mehr Zeit beim Ausstieg verschafft.
Über das Bezahlsystem TREVER&SMART können Tickets zudem mit EC- oder Kreditkarte direkt im Bus erworben werden, wobei auch der Einstieg an der zweiten Tür möglich ist.
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Abbau digitaler Barrieren beim Ticketkauf
Neben praktischen Bewegungstrainings widmen sich Verkehrsunternehmen vermehrt der Begleitung digitaler Tarifstrukturen. Bei der Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehrs GmbH (HNV) löste zum 1. August 2026 der landesweit gültige CiCoBW-Tarif die bisherige eTicketHNV-Chipkarte ab. Fahrten werden dabei über die mein-hnv App per Check-in und Check-out abgewickelt und zu Tagesbestpreisen abgerechnet.
Um älteren Fahrgästen die umstellung zu erleichtern, organisiert der Nahverkehrsbetrieb regelmäßige Digitalhilfen sowie Informationsveranstaltungen, wie einen Vortrag am 7. Dezember 2026 im Bürgertreff Neckarsulm. Laut HNV-Geschäftsführer Martin Mäule soll die Smartphone-Anwendung den Zugang zum Angebot erleichtern und Unsicherheiten bei der Tarifwahl beseitigen.
