Romance-Scams, Betrugsverluste

Romance-Scams: Betrugsverluste steigen um 38 Prozent auf 929 Millionen

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 19:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwei MÀnner sollen 26 Frauen mit erfundenen Football- und AnlageidentitÀten um 1,3 Millionen US-Dollar gebracht haben; das FBI ermittelt weiter.

Dating-Betrug in den USA: Zwei MĂ€nner wegen 1,3 Millionen Dollar angeklagt
Ein Smartphone mit ausgeschaltetem Bildschirm auf einem modernen Beistelltisch in einem abgedunkelten Raum. Illustration mit AI erstellt.

In den Vereinigten Staaten sind zwei MĂ€nner wegen einer koordinierten Betrugsserie angeklagt worden, bei der sie Frauen ĂŒber Dating-Plattformen um Millionensummen gebracht haben sollen. Daejon Labrayae Love (35) und Taylor Jamie Chan (18) wird Verschwörung zum Drahtbetrug sowie Drahtbetrug vorgeworfen.

Nach Angaben der Ermittler gaben sich die VerdÀchtigen als professionelle Footballspieler und Anlageexperten aus, um das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen und finanzielle Mittel zu erschleichen.

Die Festnahme der beiden MÀnner erfolgte am 24. August 2026 am Flughafen von Boise im Bundesstaat Idaho. Den vorliegenden Informationen zufolge sollen sie zwischen Februar 2022 und dem Zeitpunkt ihrer Festnahme insgesamt 26 Frauen in den Bundesstaaten Oregon, Washington, Idaho und Kalifornien geschÀdigt haben. Die Gesamtsumme des Schadens belÀuft sich auf rund 1,3 Millionen US-Dollar.

TÀuschung mit gefÀlschten NFL-VertrÀgen und Aliasen

Im Zentrum der Ermittlungen steht Daejon Love, der laut einem FBI-Affidavit diverse IdentitĂ€ten wie Jon Love, Jordan Love oder Avril Lyto Love nutzte. Um seine GlaubwĂŒrdigkeit zu untermauern, gab er sich als Spieler der San Francisco 49ers oder als wohlhabender Immobilieninvestor aus.

Love soll zudem gefĂ€lschte BankauszĂŒge verwendet und ein Video erstellt haben, das ihn bei der Unterzeichnung eines fingierten Vertrags mit den San Francisco 49ers zeigte.

Die US-Bundespolizei FBI bestÀtigte, dass sowohl die National Football League (NFL) als auch die San Francisco 49ers klargestellt haben, dass Love zu keinem Zeitpunkt bei ihnen angestellt war.

WĂ€hrend Love die Rolle des erfolgreichen Profisportlers ĂŒbernahm, trat der 18-jĂ€hrige Taylor Jamie Chan als Anlageberater auf, um die Überweisung der Gelder zu legitimieren. Das FBI geht davon aus, dass es ĂŒber die bisher bekannten 26 FĂ€lle hinaus weitere Opfer geben könnte, und setzt die Ermittlungen fort.

Alarmierende Zunahme von Romance-Scams und Anlagebetrug

Der Fall reiht sich in eine Statistik stark steigender InternetkriminalitĂ€t ein. Das Internet Crime Complaint Center (IC3) des FBI verzeichnete fĂŒr das Jahr 2025 insgesamt 23.159 Beschwerden im Bereich der sogenannten Romance-Scams. Die Verluste in diesem Segment stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 929,3 Millionen US-Dollar.

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Insgesamt beliefen sich die durch InternetkriminalitĂ€t verursachten Verluste im Jahr 2025 auf 20,9 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 26 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr entspricht. Davon entfielen 8,6 Milliarden US-Dollar auf Anlagebetrug und 11,3 Milliarden US-Dollar auf BetrugsfĂ€lle im Zusammenhang mit KryptowĂ€hrungen.

Zahlen der US-Handelsbehörde FTC verdeutlichen zudem, dass insbesondere Ă€ltere Personen im Visier der TĂ€ter stehen. Menschen ab 60 Jahren meldeten fĂŒr 2025 Verluste in Höhe von 7,7 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 60 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Trotz der hohen Schadenssummen konnten Behörden durch 40 Durchsetzungsmaßnahmen RĂŒckerstattungen von ĂŒber 1,8 Milliarden US-Dollar erwirken.

Technologische AufrĂŒstung und globale Vernetzung der TĂ€ter

Experten warnen vor einer zunehmenden Professionalisierung durch den Einsatz moderner Technologien. In Malaysia wiesen Polizeivertreter darauf hin, dass BetrĂŒger verstĂ€rkt Social Engineering und vorbereitete Skripte nutzen, um bei den Opfern Panik oder ein GefĂŒhl der Dringlichkeit zu erzeugen.

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Der Einsatz von kĂŒnstlicher Intelligenz fĂŒr Stimmklonen und Deepfakes mache es immer schwieriger, die IdentitĂ€t der GesprĂ€chspartner zu verifizieren. In Malaysia wurden bis Mitte Juli 2026 bereits fast 100.000 betrĂŒgerische Inhalte von Online-Plattformen entfernt.

Auch auf internationaler Ebene gehen Strafverfolgungsbehörden koordiniert gegen diese Strukturen vor. Die Interpol-Operation Jackal IV, die von November 2025 bis Juni 2026 in 22 LĂ€ndern durchgefĂŒhrt wurde, fĂŒhrte zu 58 Festnahmen. Die VerdĂ€chtigen werden westafrikanischen Gruppierungen wie der Organisation Black Axe zugeordnet.

In RumĂ€nien konnten im Rahmen dieser Ermittlungen nach einem Diebstahl von 143 Millionen Euro rund 330.000 Euro sichergestellt werden, wĂ€hrend in Italien GeldwĂ€scheaktivitĂ€ten in Höhe von 845.000 Euro ĂŒber ein einzelnes Konto nachgewiesen wurden.

Die rasant steigenden Zahlen bei digitalem IdentitĂ€tsdiebstahl, die beispielsweise in Lateinamerika von 2024 bis Anfang 2026 um 84 Prozent zunahmen, unterstreichen die globale Dimension des Problems. Das FBI bezifferte allein die KI-bezogenen Betrugsverluste fĂŒr das Jahr 2025 auf 350 Millionen US-Dollar.

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