Rote-Bete-Saft: +45% mehr Nitrit durch Kaugummi-Effekt
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Foraging liegt im Trend – und die Wissenschaft bestätigt: Viele Wildpflanzen stecken voller bioaktiver Substanzen mit nachweisbarer Wirkung. Fachberichte vom August 2026 zeigen, dass sekundäre Pflanzenstoffe zunehmend in den Fokus von Ernährungswissenschaft und Naturheilkunde rücken.
Ursolsäure und Schwarzkümmel: Die heimlichen Helden
Ein zentraler Wirkstoff ist die Ursolsäure. Sie steckt in Apfelschalen, aber auch in Rosmarin und Basilikum. Die Substanz greift in molekulare Signalwege wie den NF-?B-Weg ein und reduziert die Produktion entzündungsfördernder Zytokine. Zudem hemmt sie Enzyme wie COX-2 – das verleiht ihr eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung.
Auch Schwarzkümmelöl gilt als wirksames Mittel gegen Entzündungen. Verantwortlich ist das enthaltene Thymoquinon. Wissenschaftliche Untersuchungen aus dem Jahr 2020 deuten darauf hin, dass etwa ein Teelöffel täglich bei Akne helfen und rheumatische Schmerzen lindern kann. In Nordafrika und dem Nahen Osten setzt man zudem auf Weißen Wermut (Artemisia herba-alba). Studien untersuchen dort die antimikrobielle und antioxidative Wirkung der Pflanze, die bei Verdauungs- und Atemwegsbeschwerden eingesetzt wird.
TCM am Scheideweg: Behörden-Entwurf sorgt für Diskussion
Während die Forschung boomt, gibt es neue regulatorische Entwicklungen. Ein Entwurf der Gemeinsamen Expertenkommission von BVL und BfArM vom 2. August 2026 sieht vor, bestimmte Produkte der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) künftig als Lebensmittel einzustufen. In Fachkreisen sorgt das für Kritik: Die Novel-Food-Verordnung könnte den Fortbestand einiger TCM-Anwendungen gefährden. Betroffene Akteure haben bis zum 2. September 2026 Zeit für eine Stellungnahme.
Interessanter Kontrast: Während Deutschland über die Einstufung debattiert, übernimmt die Schweiz bereits Kosten für TCM-Behandlungen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflege.
Die gezielte Nutzung von Kräutern und Lebensmitteln kann helfen, stille Entzündungen im Körper sanft zu lindern und die Vitalität zu steigern. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie mit 12 natürlichen Entzündungs-Killern aus dem Supermarkt Gelenkbeschwerden und Erschöpfung bekämpfen können. Diese 12 Lebensmittel wirken wie natürliche Schmerzmittel
Vorsicht bei der Anwendung: Was Verbraucher wissen sollten
Die praktische Vermittlung von Kräuterwissen booms. Am 6. August 2026 trafen sich rund 40 Teilnehmer am Plöckenpass zu einer geführten Wanderung – über 20 verschiedene Bergkräuter standen im Fokus. Ein Folgetermin ist für den 29. August 2026 angekündigt.
Experten mahnen jedoch zur Vorsicht. Pilzberater warnen: Veränderte Witterungsbedingungen beeinflussen das Erscheinungsbild von Pilzen und erhöhen die Verwechslungsgefahr mit Giftpilzen. Auch bei Honig ist Achtsamkeit geboten: Wird er über 120 Grad Celsius erhitzt, kann sich Acrylamid bilden – das beeinträchtigt die gesundheitlichen Vorteile.
Dass strenge Kontrollen nötig sind, zeigen aktuelle Qualitätsprüfungen. In Bio-Matcha-Pulver eines Berliner Unternehmens wurde kürzlich das Pflanzenschutzmittel Tebuconazol nachgewiesen – Rückrufe in mehreren Bundesländern folgten.
Wer sich mit der Heilkraft von Pflanzen befasst, erkennt schnell den Zusammenhang zwischen Ernährung, Gelenkschmerzen und chronischer Müdigkeit. Dieser praxisnahe Leitfaden bietet Ihnen 9 goldene Regeln und einen Selbsttest, um Entzündungsprozesse im Körper natürlich zu regulieren. Kostenlosen PDF-Ratgeber für antientzündliche Ernährung sichern
Kaugummi-Effekt: Wie Kombinationen die Wirkung verstärken
Neue Forschung untersucht, wie die Kombination von Lebensmitteln die Wirkung pflanzlicher Inhaltsstoffe optimiert. Eine Studie des King's College London vom 18. Juni 2026 im British Journal of Clinical Pharmacology zeigt: Wer nach Rote-Bete-Saft zuckerhaltigen Kaugummi kaut, erhöht die Nitritkonzentration im Mund um 45 Prozent und im Körper um 25 Prozent. Die Folge: eine messbar stärkere Blutdrucksenkung als mit zuckerfreiem Kaugummi. Das unterstreicht die Bedeutung des oralen Mikrobioms für den Stoffwechsel pflanzlicher Substanzen.
