Router-Backdoor ENDLESSDOORS: 100.000 Zbtlink-GerÀte kompromittiert
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 7. August 2026 haben Sicherheitsexperten detaillierte Leitlinien veröffentlicht, um eine schwerwiegende SicherheitslĂŒcke in Routern des Herstellers Zbtlink Electronics zu identifizieren und einzudĂ€mmen. Die Veröffentlichung folgt auf die Entdeckung einer spezifischen Backdoor in der Firmware der GerĂ€te, die Angreifern weitreichende Befugnisse einrĂ€umt.
Sicherheitsforscher des Unternehmens VulnCheck hatten bereits am Vortag die Existenz dieses Implantats bekannt gegeben, das unter der Bezeichnung âENDLESSDOORSâ gefĂŒhrt wird. Die Schwachstelle ist offiziell unter der Kennung CVE-2026-66747 registriert und betrifft nach aktuellem Kenntnisstand mindestens 20 verschiedene Router-Modelle von Zbtlink.
Technische Analyse der âENDLESSDOORSâ-Schwachstelle
Den Analysen von VulnCheck zufolge ist das Implantat in sĂ€mtlichen untersuchten Firmware-Images von Zbtlink enthalten. Die Backdoor operiert mit Root-Rechten und ist gezielt so konzipiert, dass sie innerhalb des Systems schwer zu entdecken ist: Sie tarnt sich als legitimer Kernel-Prozess unter dem Namen âkworkerâ. Technisch basiert das Schadprogramm auf dem rctl-Tool, einem Werkzeug, das bereits seit dem Jahr 2015 auf der Entwicklerplattform GitHub verfĂŒgbar ist.
Die FunktionalitĂ€t der Backdoor umfasst den Aufbau einer Verbindung zu sogenannten Command-and-Control-Servern (C2), wobei keine Authentifizierung erforderlich ist. Die Forscher identifizierten unter anderem die Domain zbtctl.epplink.net sowie die IP-Adresse 47.100.190.96 als Zielpunkte. Das Implantat kontaktiert diese Adressen in einem regelmĂ€Ăigen Intervall von 35 Sekunden. Jacob Baines, CTO von VulnCheck, bestĂ€tigte, dass diese Verbindung es externen Akteuren ermöglicht, Remote-Root-Befehle auszufĂŒhren und sogenannte Reverse Shells zu etablieren. Damit erhalten unbefugte Dritte die vollstĂ€ndige Kontrolle ĂŒber das betroffene GerĂ€t und den darĂŒber laufenden Datenverkehr.
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AusmaĂ und betroffene Marken
Die Tragweite der SicherheitslĂŒcke ist erheblich. Laut SchĂ€tzungen von VulnCheck sind weltweit mindestens 100.000 GerĂ€te von der Backdoor betroffen. Die Schwachstelle beschrĂ€nkt sich dabei nicht nur auf GerĂ€te, die unter dem Hauptnamen Zbtlink vertrieben werden. Betroffen sind auch Router der Marken ZBT, ZBTWiFi und Wiflyer.
Zbtlink Electronics reagierte am 7. August 2026 auf die Veröffentlichungen und setzte den Verkauf der betroffenen Router-Modelle vorerst aus. Zudem wurden sĂ€mtliche Firmware-Downloads von den offiziellen KanĂ€len des Unternehmens entfernt. In einer Stellungnahme bezeichnete der Hersteller das Implantat als ein âAfter-Sales-Toolâ. Ein Missbrauch der Funktion wurde seitens des Unternehmens bestritten, gleichwohl wurde die Firmware aufgrund der Sicherheitsbedenken zurĂŒckgezogen.
Regulatorische Reaktionen und Handlungsempfehlungen
Die Entdeckung hat auch staatliche Stellen auf den Plan gerufen. Am 7. August 2026 gab die kanadische Regierung eine offizielle Sicherheitswarnung bezĂŒglich der Backdoor in Zbtlink-Routern heraus. Im breiteren Kontext nationaler Sicherheitsinteressen verbot die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) am Vortag den Import neuer Router auslĂ€ndischer Hersteller. Diese Entscheidung wurde mit allgemeinen Sicherheitsbedenken begrĂŒndet, die durch VorfĂ€lle wie die aktuelle Backdoor-Entdeckung untermauert werden.
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FĂŒr Nutzer der betroffenen GerĂ€te besteht derzeit eine kritische Situation, da laut VulnCheck kein Patch zur SchlieĂung der SicherheitslĂŒcke verfĂŒgbar ist. Da die Backdoor tief in der Firmware verankert ist, raten die Sicherheitsforscher dringend dazu, die betroffenen GerĂ€te entweder vollstĂ€ndig zu ersetzen oder sie unmittelbar vom Netzwerk zu isolieren, um potenzielle Fernzugriffe zu verhindern. Eine Bereinigung der bestehenden Firmware wird aktuell als nicht durchfĂŒhrbar eingestuft.
