Router-Hintertüren: Kritische Backdoors mit CVSS 9.8 in Zbtlink
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 19:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsexperten der Gruppe VulnCheck haben in Router-Modellen des Herstellers Shenzhen Zhibotong schwerwiegende Sicherheitsmängel identifiziert. In den auch auf dem US-Markt vertriebenen Geräten wurden versteckte Hintertüren entdeckt, die nach Einschätzung der Forscher gezielt für Überwachungszwecke entwickelt worden sind.
Die unter den Bezeichnungen „Speakingstone“ und „Darklantern“ geführten Schwachstellen ermöglichen es unbefugten Angreifern, ohne vorherige Authentifizierung administrativen Zugriff auf die Hardware zu erhalten.
Massive Sicherheitslücken mit höchster Risikobewertung
Die Untersuchungen von VulnCheck brachten insgesamt drei verschiedene Implantate in der Firmware der unter der Marke Zbtlink bekannten Router zum Vorschein: „Endlessdoors“, „Speakingstone“ und „Darklantern“. Besonders kritisch werden die Lücken SPEAKINGSTONE (CVE-2026-74232) und DARKLANTERN (CVE-2026-74233) eingestuft. Beide erhielten einen CVSS-Score von 9.8, was einer nahezu maximalen Risikobewertung entspricht.
Durch diese Hintertüren können Angreifer eine sogenannte Root-Shell öffnen. Dies verschafft ihnen die vollständige Kontrolle über das Betriebssystem des Routers. In der Folge lassen sich die betroffenen Geräte nicht nur zur Überwachung des Datenverkehrs nutzen, sondern können auch in einen anonymen Proxy verwandelt werden, um weitere Cyberaktivitäten zu verschleiern.
Betroffene Hardware und globale Verbreitung
Die Sicherheitsforscher lokalisierten die Implantate unter anderem in dem Router-Modell „Deep Orange“ (ZBT-WE826-T2), das zu einem Preis von 88 US-Dollar angeboten wird. Ein wesentliches Problem für Verbraucher besteht darin, dass Shenzhen Zhibotong seine Geräte auch als Weißlabel-Produkte fertigt. Damit sind die betroffenen Komponenten potenziell auch in Routern verbaut, die unter anderen Markennamen im Handel erhältlich sind.
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Im Rahmen der Analyse konnten die Experten feststellen, dass bereits Hunderte Geräte aktiv Verbindungen zu den Kontrollstrukturen der Hintertüren aufbauten. Von insgesamt 392 identifizierten Geräten befand sich der Großteil mit 390 Einheiten in China, wobei 83 % dieser Verbindungen über den Provider China Mobile liefen.
Dennoch ist das Problem auch im westlichen Ausland präsent: Laut VulnCheck waren 203 Instanzen von DARKLANTERN offen im Internet exponiert, wovon 103 Standorte in den USA ausgemacht wurden.
Fehlende Patches und regulatorischer Kontext
Trotz der Schwere der Entdeckungen ist die Sicherheitslage für betroffene Nutzer derzeit prekär. Stand Ende August ist kein offizieller Patch für die identifizierten Schwachstellen verfügbar.
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Der Hersteller Shenzhen Zhibotong reagierte auf die Veröffentlichungen bisher lediglich damit, die entsprechenden Firmware-Updates für die betroffenen Router-Modelle von seinen Plattformen zu entfernen. Eine Lösung für bereits im Einsatz befindliche Geräte steht noch aus.
Die Entdeckung fällt in eine Phase verschärfter regulatorischer Aufsicht. Die US-amerikanische Kommunikationsbehörde FCC hatte bereits am 23. März des laufenden Jahres ausländische Router-Hersteller in die sogenannte „Covered List“ aufgenommen.
Diese Liste führt Unternehmen und Produkte auf, die als Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft werden und strengen Handelsbeschränkungen unterliegen. Die aktuellen Funde von VulnCheck unterstreichen die Bedenken der Behörden hinsichtlich der Integrität von Netzwerk-Hardware aus internationaler Produktion.
Nutzer der betroffenen Zbtlink-Modelle sowie baugleicher Weißlabel-Produkte sollten die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und die Geräte gegebenenfalls vom Netz trennen, solange keine gesicherten Updates bereitstehen.
