Rückengesundheit: Multifidi-Training schützt vor Zivilisationsbeschwerden
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Prävention von Zivilisationsbeschwerden, insbesondere im Bereich der Rückengesundheit, gewinnt in der aktuellen Gesundheitspraxis zunehmend an Bedeutung. Fachleute und verschiedene Fachportale thematisieren verstärkt Methoden, die über klassisches Krafttraining hinausgehen und gezielt die tiefliegende Muskulatur sowie ganzheitliche Lebensstilfaktoren adressieren.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Aktivierung der sogenannten Multifidi, jener tiefen Rückenmuskeln, die maßgeblich für die Stabilität der Wirbelsäule verantwortlich sind.
Gezielte Aktivierung der Tiefenmuskulatur und begleitende Faktoren
Die Stärkung der tiefen Rückenmuskulatur gilt als zentraler Baustein zur Vermeidung chronischer Schmerzen. Experten weisen darauf hin, dass neben spezifischen Übungsprogrammen auch physiologische Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle für die Muskelfunktion spielen.
Empfehlungen zur Unterstützung dieser Prozesse umfassen unter anderem eine ausreichende Hydrierung, wobei ein Richtwert von 40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich genannt wird. Zudem wird ein Zielwert für den Vitamin-D-Spiegel von 60–100 ng/ml als förderlich für die allgemeine Muskel- und Knochengesundheit betrachtet.
Ergänzend zu diesen physiologischen Ansätzen gewinnen Übungssysteme an Relevanz, die ohne aufwendige Ausrüstung auskommen. Für Senioren werden beispielsweise die „5 Tibeter“ als geeignetes Programm angeführt, um Beweglichkeit und Fitness zu erhalten.
Dieses Training beansprucht täglich etwa 10–15 Minuten. Fachleute raten jedoch dazu, bei bereits bestehenden Gelenkproblemen, Rückenbeschwerden oder Gleichgewichtsstörungen vorab ärztlichen Rat einzuholen.
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Medizinische Kritik und Leistungsbenchmarks für verschiedene Altersgruppen
Der tschechische Arzt Miloš Barna kritisiert in diesem Zusammenhang einen generellen Bewegungsmangel in der Bevölkerung, der sowohl Kinder als auch Senioren betreffe. Er fordert langfristige Gesundheitskonzepte und eine verstärkte Sportförderung. Barna empfiehlt insbesondere Personen ab einem Alter von 40 Jahren, mit einem gezielten körperlichen Training zu beginnen, um den negativen Folgen des Alterns und des Bewegungsmangels entgegenzuwirken.
Zur Einschätzung der eigenen Fitness dienen standardisierte Richtwerte, etwa bei Wandliegestützen für gesunde Erwachsene. Für die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen gelten mehr als 40 Wiederholungen als sehr gut, während ein Wert unter 25 als verbesserungswürdig eingestuft wird.
Bei den 50- bis 59-Jährigen werden mehr als 35 Wiederholungen als sehr gut und weniger als 20 als Trainingsbedarf bewertet. Personen ab 60 Jahren erreichen mit über 30 Wiederholungen ein sehr gutes Ergebnis; bei weniger als 15 Wiederholungen wird zu regelmäßigem Training geraten.
Neue Trends und systemische Ansätze in der Prävention
Ein aktueller Trend im Bereich der Bewegung ist das sogenannte Lymph-Walking. Hierbei soll ein tägliches Training von 20 Minuten durch aufrechtes Gehen, aktives Armschwingen und tiefe Bauchatmung den Lymphfluss und das Immunsystem fördern.
Eine Auswertung von 28 Humanstudien aus den Jahren 2000 bis 2022 belegt eine Verbesserung der Lymphgefäßfunktion durch diese Methode, wenngleich bisher kein wissenschaftlicher Beleg dafür vorliegt, dass diese Technik effektiver als herkömmliches Gehen ist.
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Über die rein körperliche Betätigung hinaus rückt die Regulation des Nervensystems in den Fokus. Techniken wie gezielte Atmung – etwa in Rhythmen von 4:6 oder 4:8 –, Meditation und HRV-Training (Herzratenvariabilität) sollen zur inneren Balance beitragen.
Entsprechende Programme werden unter anderem in spezialisierten Retreats angeboten, beispielsweise auf Kreta, in Spanien oder im türkischen Kaplankaya, wo im Zeitraum vom 19. bis 25. Oktober 2026 entsprechende Kurse stattfinden sollen.
Regionale Initiativen und Vorsorgeprogramme
Auf kommunaler Ebene werden diese Ansätze durch gezielte Aktionen unterstützt. In Wermelskirchen findet vom 28. August bis zum 13. September 2026 die Challenge „Jede Minute zählt“ statt, eine initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Sporthochschule Köln. Ziel ist das Sammeln von insgesamt 100.000 Bewegungsminuten.
Parallel dazu organisiert die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem am 5. September 2026 einen Präventions- und Vorsorgetag unter dem Motto „Mensch, bleib gesund!“. Die Veranstaltung deckt Themen wie Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit ab. In diesem Rahmen werden auch Teilnehmer für eine einjährige gesundheitliche Begleitung gesucht.
Ergänzend startet dort am 9. September eine regelmäßige Informationsreihe. Auch der Einsatz von Hilfsmitteln wird neu bewertet: Bojan Smigoc von der Kreisverkehrswacht Mettmann betont etwa, dass auch ein Rollator als Sportgerät zur Stärkung der Muskulatur eingesetzt werden kann.
