Rückenschmerzen, Cannabis-Medikament

Rückenschmerzen: Cannabis-Medikament als Opioid-Alternative ab September

13.06.2026 - 22:24:48 | boerse-global.de

Vertanical erhält Zulassung für Cannabis-Medikament gegen neuropathische Schmerzen. Studie zeigt signifikante Linderung bei über 1.200 Patienten.

Chronische Rückenschmerzen: Neue Cannabis-Therapie ab September 2026
Rückenschmerzen - Nahaufnahme eines menschlichen Wirbelsäulenmodells, das Facettengelenke und Bandscheiben mit Anzeichen von Verschleiß zeigt. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Ursachen sind vielfältig: Fehlhaltungen, degenerative Veränderungen der Wirbelsäule oder Verschleißerscheinungen. Neue Forschungsergebnisse und Behandlungsmethoden versprechen jetzt Besserung.

Facettengelenke und Spinalkanalstenose als Hauptursachen

Ein wesentlicher Auslöser ist die Facettengelenksarthrose – ein Knorpelabrieb an den kleinen Wirbelgelenken. Experten führen das auf Bandscheibenschäden, Fehlhaltungen, Übergewicht oder Osteoporose zurück. Die Schmerzen werden oft durch knöcherne Auswüchse, sogenannte Osteophyten, verstärkt, die Nerven reizen.

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Ähnliche Symptome treten bei der zervikalen Spondylarthrose der Halswirbelsäule auf. Risikofaktoren: stundenlange Bildschirmarbeit und Smartphone-Nutzung.

Rund 20 Prozent der über 60-Jährigen sind von einer Spinalkanalstenose betroffen. Dabei verengt sich der Wirbelkanal, was belastungsabhängige Bein- und Rückenschmerzen auslöst. Goldstandard für die Diagnose ist die Magnetresonanztomografie (MRT), ergänzt durch klinische Tests und Computertomografien.

Von der Physiotherapie zur Rückenmarkstimulation

Die Behandlung folgt einem Stufenplan. Basis sind konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Wärme- und Kälteanwendungen sowie ergonomische Beratung am Arbeitsplatz. Bleiben die Beschwerden, kommen interventionelle Verfahren zum Einsatz.

Die Thermodenervierung unterbricht per Hitzeeinwirkung gezielt die Schmerzweiterleitung an den Wirbelgelenken. Bei Wirbelkörperbrüchen durch Osteoporose hilft die Kyphoplastie: Ein Ballon richtet den Wirbel auf, Zement stabilisiert ihn.

Bei einer Fachveranstaltung im Städtischen Klinikum Dessau am 11. Juni betonten Mediziner die Bedeutung moderner Verfahren wie der Rückenmarkstimulation. Ihr Fazit: Bewegung bleibt zentraler Bestandteil jeder Therapie.

Cannabis-Medikament als Opioid-Alternative

Ein Durchbruch zeichnet sich in der Pharmakologie ab. Das Münchner Unternehmen Vertanical erhielt im Juni die Zulassung für ein Cannabis-basiertes Medikament gegen chronische neuropathische Schmerzen. Phase-3-Studien mit über 1.200 Patienten belegen eine signifikante Schmerzreduktion über mehr als ein Jahr.

Ab September 2026 soll das Präparat in Deutschland und Österreich verfügbar sein. Es gilt als potenzielle Alternative zu Opioiden – in Deutschland werden jährlich rund 20 Millionen Rezepte dafür ausgestellt.

Parallel liefern Veröffentlichungen in Nature und Cell neue Einblicke in die Schmerzentstehung. Forscher der University of Texas at Dallas und der RWTH Aachen identifizierten sogenannte schlafende Nozizeptoren als Schlüsselakteure bei neuropathischen Schmerzen. Zudem entdeckten sie einen spezifischen Hirnschaltkreis für die Verarbeitung chronischer Schmerzsignale.

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Gesundheitspolitik: Fortschritt trifft auf Kostendruck

Die medizinischen Innovationen treffen auf ein schwieriges Umfeld: Das Bundesgesundheitsministerium leitete im Juni Maßnahmen zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge ein. Geplant sind Einsparungen in Milliardenhöhe.

Reformen bei Pflege und gesetzlicher Krankenversicherung könnten höhere Zuzahlungen und begrenzte Vergütungsanstiege bedeuten. Experten warnen vor steigender finanzieller Belastung für Patienten. Die Politik verweist auf die Notwendigkeit, die Systeme angesichts steigender Ausgaben zukunftsfest zu machen.

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