Rückenschmerzen, Cannabis-Medikament

Rückenschmerzen: Cannabis-Medikament Exilby ersetzt Opioide ab September

13.06.2026 - 03:32:30 | boerse-global.de

Vertanical erhält Zulassung für Cannabis-Extrakt. Kliniken setzen auf multimodale Therapie und Roboter-OPs bei Gelenkschmerzen.

Schmerztherapie 2026: Cannabis, Roboter & neue Klinikkonzepte
Rückenschmerzen - Medizinisches Team bespricht interdisziplinäre Schmerztherapie-Ansätze vor einem Bildschirm mit Daten und Cannabis-Pflanzen. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Medikamente, spezialisierte Ambulanzen und bessere OP-Verfahren ersetzen zunehmend die reine Symptombehandlung.

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Cannabis-Extrakt als Opioid-Alternative zugelassen

Das Biopharmaunternehmen Vertanical erhielt im Juni 2026 die Zulassung für Exilby in Deutschland. Der standardisierte Cannabis-Extrakt soll chronische Rückenschmerzen mit neuropathischer Komponente behandeln – und das ohne Abhängigkeitsrisiko.

In Phase-3-Studien mit über 1.200 Patienten zeigte der Wirkstoff eine signifikante Schmerzreduktion über mehr als ein Jahr. Die Verträglichkeit sei besser als bei herkömmlichen Opioiden, so das Unternehmen. Die Markteinführung in Deutschland und Österreich ist für September 2026 geplant.

Allein in Deutschland werden jährlich rund 20 Millionen Opioid-Rezepte ausgestellt. Der neue cannabinoid-basierte Wirkstoff könnte die Versorgungsstruktur daher nachhaltig verändern.

Kliniken bauen multimodale Angebote aus

Neben neuen Medikamenten gewinnen integrierte Therapiekonzepte an Bedeutung. Die Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern eröffnet zum 1. Oktober 2026 eine neue Schmerzambulanz. Sie ergänzt die bereits etablierte tagesklinische multimodale Schmerztherapie.

Auch die AMEOS Gruppe strukturiert um: Die interdisziplinäre Schmerzmedizin wird ab 2027 vom Standort Fehmarn ins Klinikum Oldenburg verlegt. Solche multimodalen Ansätze kombinieren klassische Medizin mit Hypnotherapie, Biofeedback und Meditation.

Experten des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel betonten auf einem Informationsabend: Eine frühzeitige Intervention entscheide maßgeblich über den langfristigen Erfolg. Sie könne eine Chronifizierung verhindern.

Elektroakupunktur zeigt Erfolge bei Knie-Arthrose

Die Wissenschaft liefert zunehmend Belege für komplementäre Methoden. Eine im Jahr 2026 in eClinicalMedicine veröffentlichte Studie mit 480 Patienten untersuchte Elektroakupunktur bei Knie-Arthrose. Nach sechs Wochen verbesserte sich die Symptomatik um 65 Prozent – bestätigt durch signifikant verbesserte Entzündungswerte in MRT-Aufnahmen.

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Gleichzeitig rücken geschlechtsspezifische Faktoren in den Fokus. Eine Metastudie vom Januar 2026 untersuchte den Zusammenhang zwischen Wechseljahren und Gelenkerkrankungen. Das Ergebnis: Bis zu 60 Prozent der Frauen in der Postmenopause leiden unter Gelenkschmerzen. Frauen sind zudem etwa viermal häufiger von einer „Frozen Shoulder“ betroffen als Männer. Hormonelle Faktoren sollten daher stärker in die Schmerzdiagnostik einfließen.

Roboter-assistierte OP-Verfahren für ältere Patienten

Wo konservative Methoden nicht mehr helfen, setzen Kliniken auf technologische Präzision. Das Endoprothesenzentrum der Zentralklinik Bad Berka erhielt im Juni 2026 erneut eine Qualitätsauszeichnung für seine Behandlungsabläufe bei Gelenkersatz-Operationen.

Gleichzeitig erweitert sich das operative Spektrum für ältere Patienten. Kliniken wie die Zydus Hospitals nutzen den Mako-Roboter für minimal-invasive Eingriffe – auch bei Patienten über 80 oder 90 Jahren. Ziel: Blutverluste minimieren, Operationszeiten verkürzen und die Genesung beschleunigen.

Die Entwicklungen zeigen: Effektive Schmerztherapie basiert 2026 auf einer Kombination aus spezialisierter Pharmakologie, interdisziplinärer Zusammenarbeit und technologischem Fortschritt.

de | wissenschaft | 69531110 |