Cannabis-Importe, Jahr

Cannabis-Importe im Jahr 2024 sprunghaft angestiegen

27.02.2025 - 04:00:45 | dpa.de

Rund 72 Tonnen Cannabis wurden 2024 fĂŒr medizinische und wissenschaftliche Zwecke importiert. Hier produziert wurde eine wesentlich geringere Menge - aus einem bestimmten Grund.

  • Getrocknete Cannabis-BlĂŒten. (Archivbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Cannabis-BlĂŒten werden schon lange fĂŒr medizinische Zwecke geerntet. (Archivbild) - Foto: Daniel Karmann/dpa
  • FĂŒr medizinisches Cannabis kommen nur wenige Patienten infrage, sagte der Vorsitzende der HausĂ€rzte, Markus Beier. - Foto: Britta Pedersen/dpa
Getrocknete Cannabis-BlĂŒten. (Archivbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Cannabis-BlĂŒten werden schon lange fĂŒr medizinische Zwecke geerntet. (Archivbild) - Foto: Daniel Karmann/dpa FĂŒr medizinisches Cannabis kommen nur wenige Patienten infrage, sagte der Vorsitzende der HausĂ€rzte, Markus Beier. - Foto: Britta Pedersen/dpa

Der Import von Cannabis nach Deutschland fĂŒr medizinische und wissenschaftliche Zwecke hat im Laufe des Jahres 2024 sprunghaft zugenommen: Die Menge stieg von 8,1 Tonnen im 1. Quartal des Jahres ĂŒber 11,6 Tonnen im 2. Quartal und 20,7 Tonnen im 3. Quartal auf 31,7 Tonnen im 4. Quartal. Das berichtete das Bundesinstitut fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Damit habe sich die Importmenge im 4. Quartal gegenĂŒber dem 1. Quartal fast vervierfacht. 

Insgesamt wurden demnach im Gesamtjahr 2024 mehr als 72 Tonnen getrocknete Cannabis-BlĂŒten fĂŒr medizinische und wissenschaftliche Zwecke eingefĂŒhrt. Zum Vergleich: In Deutschland selbst produziert wurden fĂŒr diese Zwecke in dem Zeitraum rund 2,6 Tonnen, wie das BfArM auf Anfrage mitteilte. Diese Jahresmenge sei vor einigen Jahren durch ein Vergabeverfahren fĂŒr die Dauer von vier Jahren festgelegt worden, hieß es weiter.

Der grĂ¶ĂŸte Anteil kommt aus Kanada

Mit mehr als 33 Tonnen stammte der Großteil des fĂŒr medizinische und wissenschaftliche Zwecke importierten Cannabis laut BfArM aus Kanada, gefolgt von Portugal mit gut 17 Tonnen. Danach folgen DĂ€nemark (knapp 7,4 Tonnen), Nordmazedonien (2,7 Tonnen) und Spanien (2,2 Tonnen).

GrĂŒnde fĂŒr den starken Anstieg nannte das BfArM nicht. Seit April vergangenen Jahres ist in Deutschland der nicht-medizinische Cannabis-Konsum fĂŒr VolljĂ€hrige mit zahlreichen BeschrĂ€nkungen legal. Erlaubt ist der Anbau von bis zu drei Pflanzen in Privatwohnungen, aufbewahren darf man bis zu 50 Gramm Cannabis. Zudem ist es nicht-kommerziellen «Anbauvereinigungen» mit Lizenz erlaubt, gemeinschaftlich Cannabis anzubauen. 

HausÀrzteverband: Online-Anbieter werben zum Teil aggressiv 

Markus Beier, Bundesvorsitzender des HausĂ€rztinnen- und HausĂ€rzteverbandes, verweist angesichts des gestiegenen Imports auf Online-Anbieter. «Bei der starken Zunahme der Importmenge ist davon auszugehen, dass der Großteil davon nicht von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zu medizinischen Zwecken im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherungen verschrieben wurde, sondern durch Online-Anbieter, die zum Teil aggressiv mit der einfachen Verschreibung von Medizinalcannabis auf Privatrezepten als privatĂ€rztliche Leistung werben», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

FĂŒr die Verschreibung von Medizinalcannabis komme aus fachlicher Sicht nur ein relativ enger Kreis infrage, darunter Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose sowie bei der Palliativversorgung, sagte Beier. 

Es sei richtig und sinnvoll, dass die Versorgung mit Medizinalcannabis durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte fĂŒr die klar umrissene Gruppe, fĂŒr die eine medizinische Indikation besteht, in der Vergangenheit entbĂŒrokratisiert worden sei, ergĂ€nzte Beier. «So ist der Genehmigungsvorbehalt der Krankenkassen bei Verschreibung durch Ärztinnen und Ärzte bestimmter Fachrichtungen gestrichen worden.» Dies sei sinnvoll, denn es habe die Versorgung der betroffenen Patientinnen und Patienten, bei denen wirklich eine medizinische Indikation vorliege, unnötigerweise erschwert.

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