Safari-Sicherheit, WebKit-Lecks

Safari-Sicherheit: WebKit-Lecks geben IP-Adressen trotz Proxy preis

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 16:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher decken auf: Mehrere WebKit-Funktionen legen IP-Adressen trotz Proxy-Schutz offen. Erste Browser-Updates beheben die Lecks bereits.

WebKit-Sicherheitslücken: Datenschutz-Funktionen von Apple-Browsern kompromittiert
Leuchtendes digitales Display mit komplexen Netzwerkknoten und Datenströmen, die Sicherheitslücken im Webbrowser darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Schwerwiegende Schwachstellen in Apples Browser-Engine WebKit gefährden die Privatsphäre von Millionen Nutzern – selbst mit aktiviertem Datenschutz.

Sicherheitsforscher haben am 5. August 2026 bestätigt: Mehrere Funktionen in WebKit, der Engine hinter Safari und anderen Browsern auf iOS und macOS, geben echte IP-Adressen und DNS-Informationen preis. Das passiert selbst dann, wenn Nutzer Datenschutz-Tools wie Proxys oder Apples iCloud Private Relay aktiviert haben. Für deutsche Nutzer ist das besonders relevant, da Datenschutz hierzulande einen hohen Stellenwert genießt und viele auf zusätzliche Schutzmechanismen vertrauen.

Drei Funktionen umgehen den Proxy-Schutz

Die Analyse der WebKit-Architektur identifiziert drei konkrete Funktionen, die Proxy-Einstellungen ignorieren: DNS-Prefetching, WebAuthn und WebTransport. Diese Komponenten umgehen offenbar die konfigurierten Proxy-Protokolle und legen die tatsächliche Netzwerk-Identität des Nutzers gegenüber Zielservern oder Tracking-Diensten offen.

Die DNS-Prefetching-Schwachstelle existiert seit iOS 26.0. WebAuthn betrifft Systeme ab iOS 18.0, WebTransport ab iOS 26.4. Proof-of-Concept-Tests belegen: Die Lecks kompromittieren die Anonymität von Safari-Nutzern, verschiedenen Proxy-basierten Browsern und sogar der iOS-Version des Tor-Browsers.

Entwarnung gibt es für Nutzer klassischer VPN-Dienste: Branchenanalysten zufolge bleiben herkömmliche Virtual Private Networks von diesen spezifischen WebKit-Lecks unberührt.

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Erste Gegenmaßnahmen sind verfügbar

Einige Drittanbieter haben bereits reagiert. Der Proxy-Browser Psylo veröffentlichte Version 1.3.1, die DNS-Prefetching blockiert und WebAuthn sowie WebTransport standardmäßig deaktiviert. Auch der Onion Browser gilt auf seiner Silver-Sicherheitsstufe als immun gegen das WebTransport-Leck.

Apple selbst hat mit iOS 26.5.2 über zwei Dutzend Sicherheitslücken geschlossen, darunter Memory-Corruption-Exploits in WebKit. Bemerkenswert: Beim Aufspüren einiger Schwachstellen half Künstliche Intelligenz – das KI-System Claude von Anthropic unterstützte die Forscher bei der Entdeckung.

Kritik am Bug-Bounty-Programm

Die Offenlegung der WebKit-Probleme folgt auf Berichte über erhebliche Hürden in Apples Bug-Bounty-Programm. Sicherheitsforscher von Bynario scheiterten zunächst bei der Einreichung eines kritischen macOS-Exploits – an einer Obergrenze im Meldesystem. Diese Beschränkung wurde offenbar eingeführt, um eine Flut von KI-generierten „Spam“-Meldungen einzudämmen.

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Der betroffene Exploit CVE-2026-43760 betrifft eine Privilegienausweitung in der macOS-Bildschirmfreigabe, die Root-Befehle ermöglichen könnte. Auf dem Schwarzmarkt wird der Wert auf 100.000 bis 200.000 Euro geschätzt. Erst nach öffentlicher Offenlegung schloss Apple die Lücke im Update macOS Tahoe 26.6.

Netzwerksicherheit unter Druck

Die IP-Offenlegung fällt in eine Zeit wachsender Besorgnis über den Umgang mit Netzwerkverkehr. Aktuelle Analysen zeigen: 45,32 Prozent der Malware-Proben mit Command-and-Control-Aktivität nutzen inzwischen direkte IP-Verbindungen und umgehen DNS komplett, um der Erkennung zu entgehen. Experten warnen, dass Schwachstellen wie die aktuellen WebKit-Lecks ähnlich ausgenutzt werden könnten, um traditionelle Sicherheitsmaßnahmen zu unterlaufen.

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