SAFE KIDS Act: Neues Gesetz gegen KI-Risiken für Kinder
23.06.2026 - 22:56:38 | boerse-global.de
Die US-KI-Branche hat sich im Midterm-Wahlkampf 2026 mit Rekordsummen in die Politik eingeschaltet – und stößt dabei auf eine zutiefst gespaltene Bevölkerung.
Milliarden für den Einfluss – KI-Lobbying auf Rekordniveau
Über 185 Millionen Dollar flossen von KI-nahen Gruppen in die Kongresswahlen. Ein neuer Höhepunkt: Allein im Rennen um New Yorks 12. Kongressbezirk gaben Industriefraktionen über 20 Millionen Dollar in einem Stellvertreterkrieg um die künftige Regulierung aus. Der PAC „Leading the Future", der mit OpenAI verbunden ist und über 75 Millionen Dollar eingesammelt hat, investierte rund 8 Millionen Dollar, um den Kandidaten Alex Bores zu verhindern. Bores gilt als scharfer Befürworter strenger Sicherheitsauflagen, darunter New Yorks RAISE Act.
Die Gegenfront formierte sich mit „Public First Action", einer von Anthropic mit 20 Millionen Dollar ausgestatteten Gruppe. Sie gab 11 Millionen Dollar aus, um Bores zu unterstützen. Der offene Bruch zeigt: Die KI-Branche ist tief gespalten zwischen Firmen, die milde Regeln bevorzugen, und jenen, die strengere Sicherheitsrahmen fordern.
Während die politische Debatte um Regulierungen anhält, müssen Unternehmen bereits jetzt konkrete gesetzliche Vorgaben wie den EU AI Act erfüllen. Dieser kostenlose Leitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen, Pflichten und Fristen für Entwickler und Anwender. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Zum Vergleich: 2025 flossen noch 83 Millionen Dollar aus der Branche in Bundeskampagnen. Die Tech-Giganten Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft haben zudem für 2026 Investitionen von 725 Milliarden Dollar angekündigt – ein Plus von 77 Prozent.
Neue Gesetze gegen KI-Risiken für Kinder
Am heutigen Dienstag brachten die Senatoren John Curtis und Adam Schiff den „SAFE KIDS Act" auf den Weg. Das Gesetz würde KI-Chat-Anbieter verpflichten, vor dem Marktstart Risikoprüfungen durchzuführen. Es verbietet zudem, KI gegenüber Kindern menschliche Emotionen vortäuschen zu lassen, sexuelle Bildinhalte zu generieren oder ohne elterliche Einwilligung Daten zu sammeln.
Während der Bund nur langsam vorankommt, handeln die Bundesstaaten. Nevada erließ bereits begrenzte Regeln für KI in Bildung und Notfallplanung. Illinois erwägt verpflichtende Audits für KI-Entwickler. Besonders im Gesundheitssektor schließen die Länder das Vakuum, das der Bundesgesetzgeber hinterlässt.
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Zwischen Hoffnung und Angst – die Stimmung in der Bevölkerung
Analysten versprechen der US-Wirtschaft durch KI einen jährlichen Zusatznutzen zwischen 2,9 und 6,4 Billionen Dollar bis 2030. Doch die Bürger bleiben skeptisch. Eine Umfrage der Johns Hopkins University vom Frühjahr 2026 zeigt: Über 70 Prozent der Amerikaner verlangen ein garantiertes Recht auf menschliche Interaktion in medizinischen, rechtlichen und behördlichen Angelegenheiten. 75 Prozent fordern eine klare Kennzeichnung von KI-Kommunikation.
Forscher von Recon Analytics ermittelten, dass 70,7 Prozent der Erwachsenen eine Mischung aus Hoffnung und Furcht empfinden. Sorgen um Autonomie und Privatsphäre dominieren – 78,4 Prozent der Befragten nannten diese Punkte. Besonders auffällig: 56,6 Prozent derjenigen, die KI nie nutzen, haben keinerlei Hoffnung in die Technologie. Im August 2025 lag dieser Wert noch bei 46,7 Prozent.
Datenzentren im Visier der Anwohner
Der physische Ausbau der KI-Infrastruktur stößt auf massiven Widerstand vor Ort. Laut Gallup lehnen 70 Prozent der Amerikaner den bau von Rechenzentren in ihrer Nachbarschaft ab. Lärm, hoher Stromverbrauch und Wassernutzung sind die Hauptgründe. Im ersten Quartal 2026 wurden mindestens 75 Projekte im Wert von 130 Milliarden Dollar gestoppt oder blockiert.
Maine hat bereits ein Moratorium für neue Datenzentren verhängt. Elf weitere Bundesstaaten prüfen ähnliche Maßnahmen. Über 800 Bürgerinitiativen haben sich gegen rund 1.500 geplante Projekte formiert – mit Verweis auf steigende Stromrechnungen und Steuerlasten für die Kommunen.
