San Francisco: Waymo-Chaos am 4. Juli zwingt Bürgermeister zum Handeln
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einer Reihe von Vorfällen mit autonomen Fahrzeugen in San Francisco erhöht der Bürgermeister den Druck auf die kalifornischen Aufsichtsbehörden.
Chaos am Unabhängigkeitstag
Der Auslöser: Am 4. Juli 2026, während der Feuerwerksfeierlichkeiten mit über 100.000 Besuchern, blieben Dutzende Waymo-Fahrzeuge mitten auf den Straßen stehen. Die Folge war ein massives Verkehrschaos. Städtische Busse der San Francisco Municipal Railway (Muni) steckten fest, Abschleppwagen benötigten drei bis vier Stunden, um die betroffenen Straßen zu räumen. Mary Ellen Carroll, Chefin des städtischen Katastrophenmanagements, informierte das Bürgermeisteramt noch während des Ereignisses über die erheblichen Störungen. Berichten zufolge warteten hunderte Fahrgäste bis 3 Uhr morgens auf ihre Busse.
Dies war nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits im Dezember 2025, während eines großflächigen Stromausfalls, der rund 130.000 Haushalte betraf, blockierten stillstehende Roboter-Taxis aktive Fahrspuren. Besonders brisant: Die manuellen Übersteuerungssysteme, die eigentlich das Verschieben der liegengebliebenen Fahrzeuge ermöglichen sollen, versagten am 4. Juli.
Bürgermeister fordert vier Kernfähigkeiten
In einem Schreiben vom 16. Juli an die kalifornische Verkehrsbehörde Caltrans argumentierte Bürgermeister Daniel Lurie, dass der aktuelle Rechtsrahmen für den Betrieb unter außergewöhnlichen Bedingungen unzureichend sei. Er fordert, dass Unternehmen wie Waymo vier zentrale Fähigkeiten nachweisen müssen, bevor sie ihre Flotten einsetzen dürfen:
- Dauerhafte Beweglichkeit: Stehengebliebene Fahrzeuge dürfen keine Fahrspuren oder Rettungswege blockieren.
- Echtzeit-Anpassung: Die Systeme müssen sich spontan auf veränderte Verkehrslagen und Großeinsätze einstellen können.
- Betriebstransparenz: Hersteller müssen Live-Daten liefern und offene Kommunikationskanäle zu den städtischen Behörden unterhalten.
- Vorab-Zertifizierung: Die Technik muss nachweislich Großlagen und Menschenmassen bewältigen, bevor sie in solchen Umgebungen eingesetzt wird.
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Sicherheitsbedenken und ein weiterer Vorfall
Die Probleme beschränken sich nicht auf den Verkehrsfluss. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte bereits zuvor gewarnt, dass Vorfälle, bei denen autonome Fahrzeuge Rettungskräfte blockieren, zunehmen.
Verschärft wird die angespannte Lage durch einen Vorfall vom Mai 2026. Ein Fahrgast saß während eines Vandalismusaktes in einem Waymo-Fahrzeug fest und konnte sich zehn Minuten lang weder befreien noch Hilfe rufen. Die Polizei von San Francisco wertete den Vorfall als Sachbeschädigung. Der Fahrzeugbetreiber weigerte sich jedoch, das interne Videomaterial herauszugeben.
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Waymo verteidigt sich – Behörde prüft
Waymo betreibt rund 1.000 Roboter-Taxis in der Bay Area und absolviert wöchentlich über 500.000 bezahlte Fahrten. Unternehmenssprecherin Katherine Barna verwies auf die erfolgreiche Unterstützung bei Großereignissen wie dem Super Bowl und NBA-Spielen. Man werde weiter mit den Behörden zusammenarbeiten, um Verbesserungen zu prüfen. Eine konkrete Stellungnahme zu den neuen Forderungen des Bürgermeisters blieb jedoch aus. Die kalifornische Verkehrsbehörde hat den Eingang des Schreibens bestätigt und bereitet eine formelle Antwort vor.
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