Sanfu-Pflaster: 20 Studien prüfen die TCM-Methode gegen Nasenallergien
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 08:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Prinzip, chronische Atemwegs- und Gelenkerkrankungen bereits während der heißen Jahreszeit gezielt anzugehen, gehört zu den etablierten Ansätzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Klinische Berichte und Fachanalysen erläutern die Methodik, die unter dem Leitgedanken steht, typischen Beschwerden der kalten Monate im Hochsommer vorzubeugen. Zum Einsatz kommen dabei vor allem spezielle Kräuterpflaster sowie Akupunktur auf ausgewählten Körperpunkten.
Das Prinzip hinter den Sanfu-Pflastern
Der Ursprung der sogenannten Sanfu-Pflaster reicht bis in die Qing-Dynastie zurück. Die Methode folgt dem Grundsatz, das körpereigene Yang in der wärmsten Periode des Jahres zu stärken, um Anfälligkeiten für Erkrankungen wie allergische Rhinitis, chronische Bronchitis, Asthma oder chronischen Husten im Winter abzumildern. Auch Magen-Darm-Beschwerden werden in der traditionellen Lehre diesem Behandlungskonzept zugeordnet.
Als Gegenstück zur sommerlichen Sanfu-Phase wird im Winter die Sanjiu-Pflasterung praktiziert. Während die Sanfu-Anwendung an bestimmten Zeitfenstern nach der Sommersonnenwende erfolgt, knüpft die Sanjiu-Behandlung an festgelegte Neun-Tage-Perioden nach der Wintersonnenwende an.
Zu den typischen pflanzlichen Bestandteilen der Rezepturen zählen unter anderem getrockneter Ingwer, Senfsamen, Ephedra, Asarum, Beifußblätter sowie präparierter Aconitum. Die Arzneipasten werden auf spezifische Akupunkturpunkte am Rücken und Rumpf aufgetragen.
Wissenschaftliche Einordnung und Studienlage
Zur Wirksamkeit von Akupunkturpflastern bei allergischen Atemwegserkrankungen existieren verschiedene klinische Untersuchungen. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachjournal „Clinical Otolaryngology“ analysierte 20 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 2438 Teilnehmenden.
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Die Auswertung ergab, dass die Anwendung von Akupunkturpflastern bei Nasenallergien nach sechs Monaten mit einer niedrigeren Rückfallrate verbunden war als eine alleinige westliche Standardmedikation. Zudem erzielte die Kombination aus Pflaster und westlicher Medikation bessere Resultate als die westliche Medikation allein.
Gleichzeitig bewerteten die Studienautoren die Mehrheit der einbezogenen Untersuchungen methodisch mit einem hohen Verzerrungsrisiko. Vor diesem Hintergrund wird die Anwendung in der Fachliteratur primär als mögliche Ergänzung und nicht als vollwertiger Ersatz für eine reguläre Therapie eingestuft.
Fachleute betonen zudem regelmäßig, dass komplementäre Methoden wie Akupunktur und Kräuteranwendungen keinesfalls eine notwendige schulmedizinische Notfallmedikation verdrängen dürfen.
Sicherheitshinweise und Kontraindikationen
Trotz der langen Tradition erfordert die Applikation der Wärmepflaster eine fachkundige Abwägung. Bei akuten Infektionskrankheiten wie einer Lungenentzündung, unklarem Fieber, geschwollenen Halsschmerzen sowie akuten Entzündungsschüben ist von einer Anwendung abzusehen. Ebenso gelten bestehende Hautverletzungen, lokale Wunden, Hautallergien und eine Schwangerschaft als Gegenanzeigen.
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Die empfohlene Tragedauer unterscheidet sich nach Altersgruppen und individueller Empfindlichkeit. Bei Auftreten von starkem Schmerz oder ausgeprägtem Juckreiz müssen die Pflaster umgehend entfernt werden, um lokalen Reizungen oder Hautschäden vorzubeugen.
