SAP trotzt Flaute: Cloud-Umsatz springt um 22 Prozent
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 17:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die deutsche Wirtschaft zeigt ein gespaltenes Bild: Während Softwarekonzerne von KI-Boom und Cloud-Wachstum profitieren, kämpft die Autoindustrie mit Absatzproblemen in China.
SAP trotzt der Konjunkturflaute
Der Softwarekonzern SAP meldet starke Zahlen für das zweite Quartal 2026. Der Cloud-Umsatz legte um 22 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro zu. Der Gesamtumsatz erreichte 9,878 Milliarden Euro.
Besonders der Cloud-Backlog – ein Indikator für künftige Erlöse – zeigt mit plus 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro eine beeindruckende Dynamik. Doch es gibt einen Wermutstropfen: SAP senkte seine Prognose für das bereinigte Betriebsergebnis. Statt der ursprünglich erwarteten 14 bis 18 Prozent Wachstum rechnet das Unternehmen nun mit 13 bis 17 Prozent. Grund sind strategische Übernahmen wie die von Dremio und Prior Labs.
Google investiert Milliarden in KI
Auch Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, setzt voll auf künstliche Intelligenz. Das Unternehmen hob seine Investitionsprognose für 2026 auf 195 bis 205 Milliarden US-Dollar an. Im zweiten Quartal erzielte Alphabet einen Umsatz von 119,8 Milliarden US-Dollar.
Der Cloud-Bereich wuchs dabei um satte 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar. Analysten von Morgan Stanley sehen den Bedarf an Speicherchips für KI-Rechenzentren weiterhin hoch – trotz Schwächen in der Konsumelektronik. Das Ausgabenwachstum bei KI-Hardware wird auf über 50 Prozent geschätzt.
Volkswagen mit Absatzeinbruch in China
Ganz anders sieht die Lage bei Volkswagen aus. Der Autoriese meldet für das erste Halbjahr 2026 einen leichten Umsatzrückgang auf 158,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis fiel um 11,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro – eine operative Marge von nur 3,8 Prozent.
Besonders dramatisch: Im chinesischen Markt brach der Absatz um 31,6 Prozent ein. Immerhin gibt es einen Lichtblick: Der Auftragsbestand für batterieelektrische Fahrzeuge stieg seit Jahresbeginn um 50 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet Volkswagen nun einen Umsatz zwischen minus 3 und 0 Prozent.
Während Großkonzerne Milliarden in künstliche Intelligenz investieren, müssen Unternehmen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen, klärt dieser kostenlose Report zur EU-KI-Verordnung auf. Jetzt kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern
EZB hält Zinsen stabil
Die Europäische Zentralbank ließ auf ihrer Sitzung am 23. Juli die Leitzinsen unverändert. Der Einlagensatz bleibt bei 2,25 Prozent. EZB-Präsidentin Christine Lagarde verwies auf anhaltende Inflationsrisiken bei gleichzeitigen Abwärtsrisiken für die Konjunktur. Ein möglicher Zinsschritt im September bleibt von der Datenlage abhängig.
An den Rentenmärkten stiegen die Renditen. Zehnjährige Bundesanleihen erreichten am 23. Juli mit 3,21 Prozent den höchsten Stand seit 2011. Grund sind unter anderem gestiegene Energiepreise – der Preis für Brent-Öl kratzte zeitweise an der 100-Dollar-Marke.
Der technologische Wandel durch KI bringt nicht nur Chancen, sondern auch neue regulatorische Pflichten wie Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten für Unternehmen mit sich. Dieser kompakte Überblick hilft Ihrer IT- und Rechtsabteilung, die Fristen und Risikoklassen der neuen Verordnung sicher zu meistern. EU AI Act in 5 Schritten verstehen – Gratis E-Book herunterladen
Börsenbetreiber und Broker im Aufwind
Positive Nachrichten kommen von den Finanzdienstleistern. Die Deutsche Börse steigerte ihre Nettoerlöse im zweiten Quartal um 9 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Der Online-Broker FlatexDEGIRO legte noch stärker zu: Das Konzernergebnis stieg um über 55 Prozent auf 61,3 Millionen Euro.
M&A-Markt belebt sich
Der deutsche Markt für Unternehmensübernahmen zeigt erste Erholungstendenzen. Laut einem Bericht von Oaklins Germany gab es im ersten Halbjahr 2026 rund 1.490 Transaktionen mit deutscher Beteiligung – ein Plus von 15 Prozent. Besonders Inbound-Transaktionen legten um 38,5 Prozent zu.
Der Technologiesektor erwies sich als aktivster Bereich, gefolgt von Industriemaschinen, Energie und Finanzdienstleistungen. Private-Equity-Unternehmen hielten dabei einen Marktanteil von 35 Prozent.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
