SAR164653: FrĂŒherer Wirkstoffkandidat könnte Cholesterin-Studie erreichen
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deWissenschaftler der University of California San Diego School of Medicine haben einen biologischen Signalweg identifiziert, der die FĂ€higkeit der Leber zur Ausscheidung von LDL-Cholesterin beeintrĂ€chtigt. Der neu beschriebene Mechanismus liefert neue Einblicke in die Cholesterinregulation und könnte den Weg fĂŒr ergĂ€nzende TherapieansĂ€tze bei Fettstoffwechselstörungen ebnen.
Abbau von LDL-Rezeptoren ĂŒber CTSA und Ral
Die Leber entfernt zirkulierendes Cholesterin aus dem Blutkreislauf ĂŒber sogenannte LDL-Rezeptoren. Eine höhere Dichte dieser Rezeptoren sorgt fĂŒr eine gesteigerte Clearance des Cholesterins â ein Prinzip, auf dem auch etablierte Wirkstoffklassen wie Statine und PCSK9-Inhibitoren basieren.
Studienleiter Alan Saltiel, Professor fĂŒr Medizin an der UC San Diego School of Medicine und Direktor des UC San Diego/UCLA Diabetes Research Center, erlĂ€uterte, dass eine cholesterinreiche ErnĂ€hrung die Clearance der Leber bekanntlich senke, die genauen Ursachen dafĂŒr jedoch lange nicht vollstĂ€ndig verstanden worden seien.
Die in der Fachzeitschrift Nature publizierte Untersuchung beschreibt nun die zugrunde liegende Kette: Eine cholesterinreiche ErnÀhrung aktiviert das Protein Ral, was in der Folge die Anzahl der LDL-Rezeptoren auf den Leberzellen verringert. Dabei treibt das Enzym Cathepsin A (CTSA) den Abbau dieser Rezeptoren in den Lysosomen der Zellen voran. Dieser biologische Signalweg funktioniert unabhÀngig von PCSK9 sowie der Transkription des LDL-Rezeptors und unterscheidet sich somit grundlegend von den Wirkmechanismen gÀngiger Cholesterinsenker.
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Wiederbelebung eines frĂŒheren Wirkstoffkandidaten
Im Rahmen von Versuchen an MÀusen konnte ein niedermolekularer CTSA-Inhibitor die LDL-Rezeptoren stabilisieren und das zirkulierende LDL-Cholesterin drastisch senken. Auch menschliche Leberzellen behielten unter einer Hemmung von CTSA mehr Rezeptoren auf ihrer OberflÀche.
Als möglicher therapeutischer Kandidat steht dabei der CTSA-Inhibitor SAR164653 im Fokus. Der Wirkstoff war vor rund zehn Jahren ursprĂŒnglich zur Behandlung von Herzinsuffizienz entwickelt worden und absolvierte damals eine Phase-1-Studie an gesunden Probanden, in der Sicherheit, VertrĂ€glichkeit und Pharmakokinetik untersucht wurden.
Aus strategischen GrĂŒnden war das Entwicklungsprogramm seinerzeit gestoppt worden. Laut den Forschern könnte der CTSA-Inhibitor nun direkt in eine Phase-2-Studie zur Behandlung von hohem Cholesterin ĂŒbergehen.
Klinische Wirksamkeit beim Menschen noch unbewiesen
Trotz der prÀklinischen Daten betonen Experten, dass eine Senkung des Cholesterinspiegels durch CTSA-Hemmung beim Menschen bislang nicht nachgewiesen ist. Zwar zeigt eine begleitende Analyse menschlicher Gendaten einen statistischen Zusammenhang zwischen Genvarianten dieses Stoffwechselwegs und den Cholesterinwerten, dies belegt jedoch keine ursÀchliche Senkung durch eine medikamentöse Blockade.
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Zudem garantiert das erfolgreiche Bestehen der frĂŒheren Phase-1-Studie keinen spĂ€teren Therapieerfolg; die therapeutische Wirksamkeit muss erst in weiteren klinischen Studien bestĂ€tigt werden. Sollte sich der Ansatz bewĂ€hren, könnte der neue Pfad nach EinschĂ€tzung von Saltiel vor allem Patienten zugutekommen, die mit den gegenwĂ€rtig verfĂŒgbaren Therapien keine ausreichende Cholesterinsenkung erzielen.
Gefördert wurde die wissenschaftliche Arbeit durch Zuwendungen der National Institutes of Health (NIH) sowie der American Diabetes Association.
