Sardinen-Effekt: 200g pro Woche senken Diabetes-Risiko um 64%
18.06.2026 - 13:03:34 | boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen: Die Qualität der Kohlenhydrate ist entscheidend.
Ballaststoffe: Vom Luxusgut zum Mangelware
Kohlenhydrate sind der primäre Energielieferant für den Körper. Das Gehirn braucht täglich rund 120 Gramm Glukose. Doch die Art der Kohlenhydrate macht den Unterschied. Während Vollkornbrot, Haferflocken und Hülsenfrüchte langsam verdaut werden, hat sich der Ballaststoffkonsum drastisch verändert: Vor 100 Jahren lagen wir bei 70 Gramm täglich – heute sind es gerade mal 25 Gramm.
Bei der ketogenen Diät tritt nach zwei bis sieben Tagen Ketose ein. Zwar lässt sich damit in zwei bis sechs Monaten Gewicht verlieren. Nach zwölf Monaten folgt jedoch oft der Jo-Jo-Effekt. Ein simpler Trick: Gekühlte Kartoffeln enthalten resistente Stärke – das senkt den Kaloriengehalt um bis zu 15 Prozent.
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Zuckerfrei? Das kann nach hinten losgehen
Eine Studie des Dasman Diabetes Instituts aus Kuwait liefert überraschende Ergebnisse. In einer 16-wöchigen Untersuchung an Tiermodellen zeigte die zuckerfreie Gruppe eine schlechtere Blutzuckerkontrolle und Anzeichen von Insulinresistenz. Zudem veränderte sich die Darmflora negativ, und es traten Entzündungen in Dickdarm und Leber auf.
Die Forscher raten zu einer ausgewogenen Ernährung statt radikalem Verzicht. Das Mikrobiom ist so individuell wie ein Fingerabdruck und beherbergt rund 70 Prozent des Immunsystems. Eine gestörte Darmflora begünstigt chronische Entzündungen – Risikofaktoren für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Trotz der Bedeutung der Darmflora sieht die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie derzeit keinen therapeutischen Mehrwert in kommerziellen Mikrobiomtests für Privatpersonen.
Darm-Hirn-Achse: Wie Bakterien unsere Stimmung beeinflussen
Die Southeast University in Nanjing untersuchte das GLP-1-Analogon Liraglutid. Bei Nagetieren zeigte sich eine stimmungsaufhellende Wirkung – vermittelt über das Darm-Mikrobiom. Ein Anstieg des Bakteriums Lactobacillus delbrueckii führte zur Produktion eines Vorläuferstoffes für das Endocannabinoid 2-AG, das Stress und Angst dämpft. Der Effekt blieb auch bei deaktivierten GLP-1-Rezeptoren bestehen – verschwand jedoch unter Antibiotika.
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Eine spanische Studie testete das Probiotikum L. plantarum KABP-051 an übergewichtigen Erwachsenen. Nach zwölf Wochen sanken Körperfettanteil, Müdigkeit und Verwirrung signifikant.
Weniger Bauchfett, weniger Krebsrisiko
Eine Langzeitstudie in „Circulation“ zeigt: Eine Reduktion des viszeralen Fetts um zehn Prozent senkt das Risiko für Typ-2-Diabetes um 28 Prozent. Dieser Schutzeffekt bleibt bestehen – selbst wenn das ursprüngliche Körpergewicht später wieder erreicht wird.
Cancer Research UK analysierte über 229.000 Probanden. GLP-1-Präparate senken das Risiko für 13 adipositas-assoziierte Krebsarten um insgesamt 41 Prozent. Besonders deutlich: Gebärmutterkrebs (minus 58 Prozent), Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs (jeweils über 50 Prozent).
Neue Lebensmittel: Pilzprotein und uralte Körner
Die EU-Kommission erteilte die Novel-Food-Zulassung für „Fermotein“ – eine aus Myzel gewonnene Zutat. Sie besteht zu 50 Prozent aus Protein und zu 30 Prozent aus Ballaststoffen und soll in Riegeln und Milchalternativen landen.
Forscher entdecken auch traditionelle Lebensmittel neu: Quinoa enthält alle neun essenziellen Aminosäuren und verbessert die Blutfettwerte. Der regelmäßige Konsum von Sardinen zeigt präventive Effekte: 200 Gramm pro Woche über ein Jahr senkten das Risiko für den Übergang von Prädiabetes zu Diabetes bei älteren Patienten um 64 Prozent.
