Sarkopenie: Mehr als ein Drittel Àlterer Menschen in Taiwan betroffen
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer fortschreitende Verlust von Muskelmasse und Körperkraft stellt das Gesundheitswesen weltweit vor erhebliche Herausforderungen. Auf der 3. Internationalen Konferenz zu Sarkopenie, die von der Taipei Medical University am 31. Oktober und 1. November 2026 ausgerichtet wurde, diskutierten Fachleute aus dem Vereinigten Königreich, Japan, SĂŒdkorea und Singapur ĂŒber den aktuellen Wissensstand zu Sarkopenie, Kachexie und Gebrechlichkeit.
Die Dimension der Problematik verdeutlichen Erhebungen der Ausrichterhochschule: Laut der Taipei Medical University sind in Taiwan schÀtzungsweise mehr als ein Drittel der Àlteren Menschen von Sarkopenie betroffen oder gelten als gefÀhrdet.
Tumorbedingter Muskelabbau und Kachexie
Ein wesentlicher Schwerpunkt der wissenschaftlichen Tagung lag auf dem PhĂ€nomen der Kachexie. Yen Yun von der Taipei Medical University erlĂ€uterte, dass es sich bei der Krebs-Kachexie um ein tumorgetriebenes metabolisches Syndrom handele, das mit einer systemischen EntzĂŒndung einhergehe. Diese systemische EntzĂŒndung und metabolische Störungen beschleunigen den gleichzeitigen Abbau von Muskelmasse und Fettgewebe drastisch.
Studien zeigen laut dem Wissenschaftler, dass etwa 50 Prozent der Krebspatienten von Kachexie betroffen sind. Da die körperliche Auszehrung die VertrÀglichkeit von Behandlungen stark mindert, könne der Zustand die Betroffenen letztlich auch zum Abbruch einer lebenswichtigen Chemotherapie zwingen.
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Fehlende Medikamente und interventionelle AnsÀtze
Hinsichtlich der therapeutischen Möglichkeiten bei altersbedingter Sarkopenie verdeutlichte Liou Tsan-hon von der Taipei Medical University und dem Shuang Ho Hospital, dass es weltweit bislang keine zugelassenen Medikamente gebe, die den Zustand direkt heilen können. Die internationale PrÀvention und Intervention konzentriere sich daher primÀr auf angepasste ErnÀhrungskonzepte und gezieltes Krafttraining.
ErgÀnzende physikalische Methoden stellte Moriya Toshio von der UniversitÀt Kyoto vor. Untersuchungen weisen demnach darauf hin, dass eine Elektromuskelstimulation mit einer Frequenz von 20 Hertz die optimale Stimulationsfrequenz darstelle. Diese Intervention könne einer Muskelatrophie gezielt entgegenwirken und zugleich den Glukosestoffwechsel verbessern.
Neuausrichtung diagnostischer Standards
Neben therapeutischen MaĂnahmen stand auch die FrĂŒherkennung im Mittelpunkt. Peng Li-ning vom Taipei Veterans General Hospital verwies in diesem Zusammenhang auf den AWGS-2025-Konsensus der Asian Working Group for Sarcopenia. Die Leitlinie zielt darauf ab, die Kriterien zur Bewertung des Zustands neu zu gewichten.
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Die diagnostische Erfassung solle sich demnach kĂŒnftig nicht mehr primĂ€r auf die Messung der reinen Muskelmasse beschrĂ€nken. Stattdessen mĂŒssten die Muskelkraft, die MobilitĂ€t und die funktionelle LeistungsfĂ€higkeit im alltĂ€glichen Leben deutlich stĂ€rker in die medizinische Begutachtung einbezogen werden.
