Sauna, Bluthochdruck

Sauna bei Bluthochdruck: 15 Minuten belasten den Kreislauf wie 90 Watt

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 08:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Saunieren kann den Blutdruck vorübergehend senken, belastet aber den Kreislauf und ist bei bestimmten Erkrankungen kontraindiziert.
Leere, modern gestaltete Holzsauna mit sanftem, warmem Licht und einem Steinofen in der Ecke. Illustration mit AI erstellt.

Regelmäßige Wärmeanwendungen gelten für viele Menschen als Erholung, stellen den Organismus jedoch vor messbare physiologische Anforderungen. Experten der Deutschen Hochdruckliga und medizinische Fachinformationen beleuchten die genauen Auswirkungen des Saunierens auf den menschlichen Körper und formulieren klare Sicherheitshinweise für Personen mit bestehendem Bluthochdruck sowie anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Kreislaufbelastung und medizinische Grenzwerte

Der Aufenthalt in der Sauna fordert das kardiovaskuläre System ähnlich wie eine sportliche Einheit. Nach 15 Minuten Saunieren erreicht die Herzfrequenz Werte, die einer Belastung von 90 Watt auf dem Fahrradergometer entsprechen.

Während des Saunagangs steigt der systolische Blutdruck kontinuierlich mit der Aufenthaltsdauer, während der diastolische Blutdruck konstant erhöht bleibt. Ein blutdrucksenkender Effekt setzt erst in der anschließenden Ruhephase ein.

Für Menschen mit gut eingestelltem Bluthochdruck gilt eine Belastung entsprechend 70 Watt als medizinischer Orientierungswert. Als grundlegende Voraussetzung für einen Saunabesuch gilt eine beschwerdefreie körperliche Belastbarkeit von mindestens 1 Watt pro Kilogramm Körpergewicht.

Bei einer Ergometerbelastung von 100 Watt liegt der empfohlene Zielwert bei 20- bis 50-Jährigen bei höchstens 200/100 mmHg. Bei chronischen Erkrankungen wie Hypertonie, Herzinsuffizienz, Asthma, Nierenleiden oder insulinpflichtigem Diabetes ist eine vorherige ärztliche Abklärung unerlässlich.

Langfristige Effekte und wissenschaftliche Studienlage

Untersuchungen belegen positive Anpassungen bei regelmäßigem Saunieren. Bei Hypertonikern, die zwei Saunabesuche wöchentlich absolvierten, sank der Blutdruck nach drei Monaten von 166/101 mmHg auf 143/92 mmHg, was einem Rückgang um 23 mmHg systolisch und 9 mmHg diastolisch entspricht.

Bei Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigte sich nach drei Jahren eine Reduktion von 162/110 mmHg auf 139/92 mmHg. Eine Studie aus dem Jahr 2022 mit 47 bewegungsarmen Erwachsenen wies nach, dass ein 15-minütiger Saunagang im Anschluss an Sport den Blutdruck um 8 mmHg stärker senkte als körperliches Training allein, wenngleich sich die Herzfrequenzvariabilität nicht veränderte.

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Eine Metaanalyse von 15 Untersuchungen aus dem Jahr 2021 ergab, dass Wärmetherapien den systolischen und diastolischen Blutdruck um durchschnittlich 4 mmHg temporär verringern. Allerdings bietet Hitze keine dauerhafte Heilung für Hypertonie.

Zudem zeigen nicht alle Interventionen Effekte: Eine Untersuchung des Institut del Corazón Montreal aus dem Jahr 2023 mit 41 Patienten mit stabiler Koronarkrankheit stellte nach zwei Monaten mit vier wöchentlichen Sitzungen bei 79 °C keine Veränderungen von Blutdruck, Arteriensteifigkeit oder Endothelfunktion fest.

Große epidemiologische Beobachtungen wie die finnische KIHD-Kohortenstudie, die 2.315 Männer im Alter von 42 bis 60 Jahren über mehr als zwei Jahrzehnte begleitete, verknüpfen vier bis sieben wöchentliche Saunagänge mit einem um 63 Prozent niedrigeren Risiko für einen plötzlichen Herztod im Vergleich zu einem wöchentlichen Gang.

Weitere Auswertungen dokumentierten ein um 47 Prozent geringeres Hypertonie-Risiko. Fachleute verweisen hierbei jedoch auf die Problematik der inversen Kausalität, da vorrangig gesunde Personen intensive Hitzeanwendungen tolerieren.

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Risiken, Kontraindikationen und Verhaltensregeln

Fachleute warnen vor den Risiken plötzlicher Temperaturwechsel. Ein schneller Übergang vom Heiß- ins Kaltbad steigert die Blutdruckschwankungen und die Belastung für das Herz. Zudem besteht während eines zehnminütigen Saunagangs die Gefahr von Dehydrierung und Elektrolytverlust, da der Flüssigkeitsverlust pro Durchgang rund 0,5 Liter betragen kann. Bei Aufgüssen bei 90 °C sind Verluste von bis zu einem Liter möglich.

Streng kontraindiziert ist der Saunabesuch bei akutem Herzinfarkt, Angina Pectoris, akuten Entzündungen, Aortenstenose, Herzrhythmusstörungen oder Fieber. Patienten mit orthostatischer Hypotonie oder niedrigem Blutdruck sind durch plötzliche Blutdruckabfälle beim Aufstehen gefährdet. Treten während des Aufenthalts Symptome wie Brustschmerzen, Schwindel oder Atemnot auf, muss der Saunagang umgehend abgebrochen werden.

Als generelle Leitlinie wird eine Verweildauer von 8 bis 12 beziehungsweise höchstens 15 Minuten bei maximal drei Durchgängen pro Tag empfohlen, gefolgt von einer Ruhephase von mindestens 30 Minuten.

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