SCALAR und COBRAS: EU fördert autonome Bauteams mit je 4 Millionen Euro
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deAn der UniversitĂ€t Stuttgart beginnen im November 2026 zwei dreijĂ€hrige Forschungsprojekte zum Einsatz autonomer Roboterteams im Bauwesen. Koordiniert werden die Vorhaben vom dortigen Institute for Computational Design and Construction. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht das Ziel, kĂŒnftig GebĂ€ude mit immer weniger menschlichem Eingriff zu errichten.
FĂŒr die beiden Vorhaben namens SCALAR und COBRAS stellt der EuropĂ€ische Innovationsrat ĂŒber seine EIC Pathfinder Challenge Fördermittel von jeweils rund 4 Mio. Euro bereit. Die Initiativen analysieren, wie der Einsatz von Robotergruppen und automatisierten Baumaschinen dazu beitragen kann, GebĂ€ude umweltfreundlicher zu realisieren.
SCALAR: Autonome Maschinenflotte fĂŒr den Holzmodulbau
Das Projekt SCALAR konzentriert sich auf die modulare Holzbauweise unter Verwendung von Universalverbindungen. Vorgesehen ist ein Konzept, bei dem eine Flotte autonom agierender Baumaschinen die vorgefertigten Holzmodule eigenstÀndig auf der Baustelle zusammensetzt.
Innerhalb dieses Systems ĂŒbernehmen KrĂ€ne den Transport sowie die grobe Positionierung der Bauteile, wĂ€hrend mobile Roboter und Greifsysteme fĂŒr die nachfolgende Feinmontage zustĂ€ndig sind.
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Um einen reibungslosen Ablauf zu gewĂ€hrleisten, wird der gesamte Montageprozess im Vorfeld virtuell simuliert. WĂ€hrend der Bauphase koordiniert ein digitales Leitsystem die Arbeiten in Echtzeit. Da wesentliche Bauteile bereits auĂerhalb der Baustelle vorgefertigt werden, lĂ€sst sich die Bauzeit vor Ort deutlich verkĂŒrzen.
Das Montageverfahren ist neben Neubauten auch fĂŒr Renovierungsarbeiten vorgesehen. Eine der technischen Anforderungen an die eingesetzten Sensoren liegt darin, dass diese widerstandsfĂ€hig gegen Staub, Schmutz und wechselnde LichtverhĂ€ltnisse sein mĂŒssen.
COBRAS: Dezentrale Schwarmintelligenz im Leichtbau
Einen anderen technologischen Ansatz verfolgt das parallel startende Forschungsvorhaben COBRAS. Hier kommen elektrisch angetriebene, baugleiche mobile Roboter zum Einsatz. Diese agieren als Schwarm ohne eine ĂŒbergeordnete zentrale Steuerung und orientieren sich an Prinzipien der Schwarmintelligenz, um Raumfachwerke eigenstĂ€ndig zu montieren.
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Das System ist flexibel ausgelegt: Die Zahl der eingesetzten Einheiten lÀsst sich je nach Umfang des Bauprojekts skalieren. FÀllt eine Maschine wegen technischer Probleme oder Wartungsarbeiten aus, setzen die verbleibenden Roboter den Montageprozess ohne Unterbrechung fort.
Die montierten Raumfachwerke zeichnen sich durch ein geringes Gewicht sowie einen sparsamen Materialeinsatz aus und eignen sich fĂŒr Konstruktionen mit groĂen Spannweiten. SĂ€mtliche Bauteile werden so entworfen, dass sie sich robotisch montieren, demontieren und spĂ€ter wiederverwenden lassen.
ErgÀnzend kommen digitale Entwurfsmethoden zum Einsatz, die den Materialverbrauch der Strukturen reduzieren. Konkrete Ergebnisse oder ZwischenstÀnde zu den beiden Vorhaben liegen zum Projektstart noch nicht vor.
