Scary Hour: Neue Methode gegen Aufschieberitis im Job
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die âScary Hourâ soll helfen, unangenehme Aufgaben endlich zu erledigen. Entwickelt von Laur Wheeler, sieht die Methode vor, dass BeschĂ€ftigte tĂ€glich oder wöchentlich eine feste Stunde nur fĂŒr Dinge reservieren, die sie bisher aufgeschoben haben. Das Ziel: Stress abbauen und die Arbeitslast bewĂ€ltigen.
Aufmerksamkeit schrumpft auf 47 Sekunden
Die Methode kommt nicht von ungefĂ€hr. Laut Neurowissenschaftlerin Laura WĂŒnsch liegt die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne heute bei nur noch 47 Sekunden â frĂŒher waren es rund 2,5 Minuten. Haupttreiber: Smartphones und soziale Medien.
Das Problem dabei: Nach jeder Ablenkung braucht das Gehirn etwa 23 Minuten, um wieder volle Konzentration zu erreichen. Experten empfehlen daher ausreichend Schlaf, regelmĂ€Ăige Bewegung und das Deaktivieren von Push-Benachrichtigungen.
Kampf gegen den Biorhythmus
Doch Konzentration allein ist nicht alles. Starre Arbeitszeiten von 9 bis 17 Uhr ignorieren oft die natĂŒrlichen Rhythmen der BeschĂ€ftigten. Der Chronobiologe Till Roenneberg betont: Nur rund 20 Prozent der Menschen sind âLerchenâ, die frĂŒh ihre volle Leistung bringen.
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Konzepte wie der â5 AM Clubâ stehen daher in der Kritik. Schlafmediziner Dr. Michael Feld warnt: Bei spĂ€ten Chronotypen fĂŒhrt frĂŒhes Aufstehen zu chronischem Schlafmangel, Konzentrationsstörungen und einem erhöhten Risiko fĂŒr depressive Symptome. Fachleute wie Camilla Kring raten Unternehmen, Meetings zwischen 10 und 15 Uhr zu legen. Ein norwegisches Unternehmen konnte so die Zufriedenheit der Belegschaft signifikant steigern.
Weniger arbeiten, nicht mehr
WĂ€hrend Politiker wie Friedrich Merz ĂŒber eine Abschaffung des Acht-Stunden-Tages diskutieren, zeigt die RealitĂ€t einen gegenteiligen Trend. Eine Umfrage von Juni und Juli 2026 ergab: 66 Prozent der Befragten wollen ihre Arbeitszeit reduzieren. Jeder FĂŒnfte plant diesen Schritt innerhalb der nĂ€chsten zwölf Monate. HauptgrĂŒnde: mehr Zeit fĂŒrs Privatleben und zu hohe berufliche Belastung.
Studien der UniversitĂ€ten Bonn, Karlsruhe und ZĂŒrich untermauern: Unbezahlte Mehrarbeit senkt die ProduktivitĂ€t um 21 Prozent. Und GehaltskĂŒrzungen haben drastische Folgen: Bei einer Reduzierung der BezĂŒge um 15 Prozent kĂŒndigte jeder vierte Betroffene.
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KI als Zeitgewinn
Einen Ausweg bietet die Automatisierung operativer Aufgaben. KI-gestĂŒtzte Werkzeuge schaffen eine sogenannte âOperational Time Dividendâ â besonders fĂŒr Senior Engineers, die viel Zeit mit administrativen TĂ€tigkeiten verbringen.
Parallel dazu entwickeln sich die rechtlichen Rahmenbedingungen weiter. Der EuropĂ€ische Gerichtshof entschied am 9. Oktober 2025 (C-110/24): Fahrzeiten im Firmenfahrzeug zu wechselnden Einsatzorten gelten als Arbeitszeit. Das betrifft in Deutschland ĂŒber zwei Millionen BeschĂ€ftigte in der Bau- und Reinigungsbranche sowie im Pflege-AuĂendienst.
Und wer noch mehr aus sich herausholen will: Eine Studie der UniversitĂ€t Jena belegte, dass Hypnose die physische Kraft messbar steigern kann â mit Einsatzmöglichkeiten in der Sportmedizin und zur Burnout-PrĂ€vention.
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