Schadsoftware-Schlag, Millionen

Schadsoftware-Schlag: 27 Millionen Zugangsdaten von 385.000 Opfern gesichert

27.06.2026 - 21:42:27 | boerse-global.de

Internationale Behörden legen Schadsoftware-Netzwerke lahm und beschlagnahmen Krypto-Vermögen. Neue Phishing-Welle bedroht AOK- und ELSTER-Kunden.

Großrazzia gegen Cyberkriminelle: 27 Millionen Zugangsdaten gesichert
Schadsoftware-Schlag - Eine Person sitzt im Dunkeln vor einem Laptop, umgeben von leuchtenden digitalen Elementen, die CyberkriminalitĂ€t symbolisieren. 27.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Zwischen dem 15. und 19. Juni gingen BKA, ZIT, Europol und FBI gegen die Schadsoftware-Varianten SocGholish, StealC und Amadey vor.

Die Bilanz: Rund 15.000 Webseiten und ĂŒber 320 Server wurden deaktiviert. Allein 40 Standorte in Deutschland waren betroffen. Mehr als 140 Domains machten die Ermittler unschĂ€dlich.

Besonders wertvoll: Die Behörden sicherten rund 27 Millionen Zugangsdaten von etwa 385.000 Opfern. Zudem beschlagnahmten sie Krypto-Vermögenswerte in Höhe von 47 Millionen US-Dollar. Beteiligt waren neben deutschen Stellen auch Behörden aus den Niederlanden, DĂ€nemark, Großbritannien, den USA und Kanada – sowie Microsoft.

AOK- und ELSTER-Kunden im Visier

Parallel zu den Erfolgen warnen Dienstleister vor einer neuen Phishing-Welle. Besonders betroffen: Versicherte der AOK. In gefÀlschten E-Mails vom gestrigen Freitag fordern Angreifer zur Zahlung von 320,47 Euro auf.

Schon am Vortag verschickten Kriminelle massenhaft Phishing-Mails im Namen der Steuerverwaltung ELSTER. Sie lockten mit einer angeblichen Steuererstattung von 1.892,40 Euro – Ziel war der Diebstahl sensibler Daten.

Auch Kunden der Deutschen Rentenversicherung sowie der Commerzbank, Sparkassen und VR-Banken sind betroffen. Die TĂ€ter nutzen VorwĂ€nde wie nötige Daten-Updates oder die Reaktivierung von Sicherheitsverfahren wie „SecureGo“. Die Dimension ist enorm: 2023 verursachte CyberkriminalitĂ€t in Deutschland SchĂ€den von 206 Milliarden Euro, Phishing machte 31 Prozent aus.

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GefÀhrliche Briefe: Quishing als neue Masche

Die Polizei warnt vor einer weiteren Betrugsform: Quishing. Dabei erhalten Opfer tÀuschend echt wirkende Briefe mit QR-Codes. Ein aktuelles Beispiel: Schreiben angeblich von der Deutschen Bank fordern zur Reaktivierung des photoTAN-Verfahrens auf.

Wer den Code scannt, landet auf gefĂ€lschten Bankseiten und gibt dort seine Zugangsdaten preis. Die Polizei rĂ€t: QR-Codes unbekannter Herkunft nicht verwenden. Bei Verdacht auf Datenmissbrauch das Konto sofort ĂŒber den Notruf 116116 sperren.

Strengere Regeln fĂŒr Zahnarztpraxen

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AOK, ELSTER, Commerzbank: Die aktuelle Phishing-Welle trifft gezielt Kunden dieser Institute. Wer jetzt nicht handelt, riskiert den Verlust sensibler Daten. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Betrugsmaschen sofort erkennen und Ihre Konten sichern. Phishing-Warnung: Jetzt Leitfaden sichern

Seit Januar gelten verschĂ€rfte IT-Sicherheitsvorgaben fĂŒr den Gesundheitssektor. Die Richtlinie nach §390 SGB V ist seit dem 2. Januar verbindlich. Ein wichtiger Stichtag naht: Elektronische Heilberufsausweise (eHBA) mit RSA-Zertifikaten sind nur noch bis zum 30. Juni gĂŒltig.

Ab dem 1. Juli ist ausschließlich das ECC-Verfahren fĂŒr die Telematikinfrastruktur zulĂ€ssig. Praxen mĂŒssen ihre KartenlesegerĂ€te und Zertifikate rechtzeitig umstellen – sonst drohen Betriebsstörungen.

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