Schallwellen, Sucht

Schallwellen gegen Sucht: Neue Therapie bricht Opioiden-Verlangen

25.06.2026 - 12:10:38 | boerse-global.de

Studien belegen: Wut und Angst dominieren politische Social-Media-Beiträge. Gleichzeitig steigen depressive Symptome und Suchterkrankungen in Deutschland.

Emotionen als Waffe: Soziale Medien und politische Strategien 2026
Schallwellen - Abstrakte Darstellung von Emotionen mit leuchtenden neuronalen Pfaden und Farbverläufen von kühlen zu warmen Tönen. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien aus dem ersten Halbjahr 2026 zeigen: Emotionen sind nicht nur persönliche Wegweiser, sondern auch politische Waffen.

Basisemotionen: Die stillen Navigatoren des Alltags

Gefühle wie Freude, Trauer, Wut oder Scham geben dem Menschen Orientierung. Das betont eine Untersuchung in der Ausgabe 1/2026 von Spiegel Wissen. Psychotherapeutin Maren Lammers erklärt in Fachgesprächen: Emotionen zeigen unmittelbar an, wie es um die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse steht.

Besonders die Angst hat eine überlebenswichtige Funktion. Fachleute raten: Schmerzhafte Gefühle sollten nicht vermieden, sondern bewusst wahrgenommen werden. Nur so ist eine gesunde psychische Entwicklung möglich. Auch Scham wirkt als sozialer Korrektivmechanismus – sie signalisiert, wann wir Grenzen überschreiten.

Politik in der Emotionenfalle

Die strategische Nutzung von Gefühlen ist in der politischen Kommunikation allgegenwärtig. Eine Studie der LFK (Medienanstalt Baden-Württemberg) analysierte vor der Landtagswahl 2026 die Social-Media-Präsenz von Politikern. Die Auswertung von 4.384 Videos zeigt: 97 Prozent der Politiker nutzen Instagram, 92 Prozent sind auf Facebook aktiv.

Das entscheidende Ergebnis: Beiträge, die Wut, Empörung, Angst oder Sorge adressieren, generieren die höchste Aufmerksamkeit. Die Grünen haben auf Instagram die meisten Follower, die AfD dominiert die Reichweiten auf Facebook und TikTok. LFK-Präsident Dr. Wolfgang Kreißig sieht darin eine Herausforderung für die Demokratie. Emotionale Zuspitzungen werden von Algorithmen bevorzugt – Sachlichkeit hat es schwer.

Psychische Krise: Jeder Fünfte zeigt depressive Symptome

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Ende 2025 alarmierende Daten: 21,9 Prozent der Befragten wiesen depressive Symptome auf. Bei Erwachsenen waren es 22 Prozent mit depressiven und 14 Prozent mit Angstsymptomen.

Besonders betroffen: Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren. Psychische Erkrankungen waren 2024 die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte in dieser Altersgruppe – mit über 116.000 stationären Behandlungen.

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Parallel dazu steigt der Konsum illegaler Substanzen. Eine Drogenaffinitätsstudie des BIÖG aus dem Jahr 2025 befragte 7.001 Personen. Ergebnis: Der Kokainkonsum bei 18- bis 25-Jährigen stieg von 1,2 Prozent (2015) auf 4,1 Prozent (2025). Bei jungen Männern liegt der Anteil sogar bei 5,7 Prozent.

Schallwellen gegen Sucht: Neuer Therapieansatz aus Israel

Angesichts steigender Abhängigkeitszahlen kommen ungewöhnliche Methoden zum Einsatz. Am Rambam Health Care Campus im israelischen Haifa berichteten Ärzte im Juni 2026 von einem Behandlungserfolg mit fokussierten Schallwellen.

Die Idee: Das Belohnungszentrum im Gehirn (Nucleus accumbens) wird gezielt stimuliert, um die physische Abhängigkeit von Opioiden zu durchbrechen. In einer internationalen Studie mit der Insightec-Technologie konnte bei einem Patienten das Verlangen nach Suchtmitteln innerhalb einer 20-minütigen Sitzung signifikant reduziert werden. Eine Woche später war der Drogentest negativ – und auch der Zigarettenkonsum sank drastisch.

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Strengere Regeln für soziale Netzwerke?

Neben medizinischen Fortschritten wird über gesellschaftspolitische Maßnahmen diskutiert. Politische Entscheidungsträger wie Karin Prien brachten im Juni 2026 strengere Social-Media-Regulierungen oder Verbote für Jugendliche ins Spiel. Ziel: die psychische Belastung jüngerer Generationen senken.

Auch der Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenszufriedenheit bleibt ein Forschungsthema. Psychologen wie Johannes Dorn untersuchen die spezifischen Erwartungen der Generation Z an ein glückliches Leben. Die Frage, ob mehr Geld automatisch glücklicher macht, ist längst nicht beantwortet.

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