Schienennetz-Ausfall, GSM-R-System

Schienennetz-Ausfall: GSM-R-System legt Züge stundenlang lahm

24.06.2026 - 12:49:38 | boerse-global.de

Ein IT-Blackout im Funknetz stoppt den gesamten Zugverkehr. Die Bahn nimmt den Betrieb wieder auf, warnt aber vor Verspätungen.

Deutsche Bahn: Totalausfall legt Schienenverkehr lahm
Schienennetz-Ausfall - A dimly lit, modern train control center with multiple screens displaying network diagrams, suggesting a technical disruption. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Heute früh rollen die Züge wieder.

Die Deutsche Bahn hat den Zugverkehr am frühen Mittwochmorgen schrittweise wieder aufgenommen. Grund war ein technischer Totalausfall, der ab Dienstagabend, 23. Juni, den kompletten Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr zum Erliegen brachte. Reisende standen stundenlang an Bahnhöfen fest.

Kritischer Fehler im Funknetz

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Die Störung betraf das GSM-R-System – ein digitales Funknetz, über das Lokführer und Leitstellen kommunizieren. Gegen 22:30 Uhr fiel das Netz aus. Die Bahn stoppte aus Sicherheitsgründen alle Züge. Techniker arbeiteten fast zweieinhalb Stunden an der Behebung.

Was genau den Auslöser darstellte, ist noch unklar. Inoffiziell wurde ein möglicher Zusammenhang mit einem Software-Update genannt – bestätigt ist das nicht. Hinweise auf einen Cyberangriff gibt es bislang nicht.

Wiederanlauf mit Hindernissen

Gegen 0:30 Uhr rollten die ersten Züge wieder. Bahn-Vorstand Evelyn Palla erklärte, ein Notfallsystem habe den Betrieb stabilisiert. Dennoch warnte das Unternehmen: Der Morgenverkehr werde von Verspätungen und Zugausfällen geprägt sein.

Für gestrandete Passagiere stellte die Bahn Gutscheine für Taxis und Hotels bereit. Betroffen waren nicht nur die großen Knotenpunkte, sondern auch die S-Bahn-Netze in Berlin, Hamburg und Stuttgart. Private Anbieter wie Metronom mussten ebenfalls den Betrieb einstellen.

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Kritik und Ausblick

Private Güterbahnbetreiber üben scharfe Kritik. Sie fordern eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls. Das GSM-R-System gilt seit dem Jahr 2000 als europäischer Standard – doch seine Grenzen werden zunehmend sichtbar.

Die Bahn hat bereits reagiert. Ein Vertrag mit Nokia zum Aufbau eines 5G-basierten Nachfolgesystems (FRMCS) ist unterzeichnet. Ziel ist es, die veraltete Infrastruktur abzulösen und die Zuverlässigkeit digital gesteuerter Bahnbetriebe zu erhöhen. Ob das reicht, um künftige Blackouts zu verhindern, wird sich zeigen müssen.

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