Schlafqualität, Minuten

Schlafqualität: 48 Minuten mehr Traumschlaf hängen mit geringerem Krankheitsrisiko zusammen

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien verknüpfen längeren REM-Schlaf und regelmäßige Ruhezeiten mit geringeren Risiken für mehrere Erkrankungen.
Ein ruhig und minimalistisch eingerichtetes Schlafzimmer in den frühen Morgenstunden mit sanftem, einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Beobachtungsstudien und medizinische Auswertungen verdeutlichen, dass für die langfristige Gesundheit nicht allein die reine Schlafdauer ausschlaggebend ist. Vor allem die Schlafqualität, die Regelmäßigkeit der Ruhezeiten und die Dauer einzelner Schlafphasen stehen in engem Zusammenhang mit dem Risiko für zahlreiche körperliche und psychische Erkrankungen.

Traumschlaf und Schlafdauer im Fokus großer Datensätze

Wissenschaftliche Erkenntnisse liefert unter anderem eine Untersuchung von Forschenden um Jingsong Luo von der School of Public Health der Universität Peking, die im Fachjournal PLOS Medicine veröffentlicht wurde.

Das Team analysierte Daten von 99.559 beziehungsweise knapp 100.000 Teilnehmenden aus der britischen UK Biobank, deren Schlafmuster über eine Woche mittels Handgelenksensoren erfasst und anschließend über einen Zeitraum von rund 8,9 bis 9 Jahren nachverfolgt wurden.

Die mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewerteten Daten zeigten, dass eine Schlafdauer von unter fünf Stunden pro Nacht mit einem erhöhten Risiko für 37 Krankheiten einherging.

Ein Schlafpensum von unter sechs Stunden erhöhte das Risiko für Herzinsuffizienz um 30 Prozent, während mehr als acht Stunden Schlaf mit einem um 60 Prozent höheren Depressionsrisiko verbunden waren. Das insgesamt geringste Krankheitsrisiko zeigte sich in einem Bereich von sechs bis acht Stunden Schlaf, was für 69 von 86 untersuchten Gesundheitsproblemen zutraf.

Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Forschenden den Schlafphasen. Längere Phasen des REM-Schlafs (Rapid Eye Movement) waren mit einem geringeren Risiko für 83 Erkrankungen assoziiert.

Ein Zuwachs von rund 48 Minuten Traumschlaf pro Nacht korrelierte mit deutlichen Risikosenkungen: Das relative Risiko für ein Parkinson-Syndrom lag um 80 Prozent niedriger, für Multiple Sklerose um 52 Prozent, für Demenz um 46 Prozent und für Herzinsuffizienz um 26 Prozent.

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Je zusätzliche Minute Traumschlaf spiegelte sich dies in der statistischen Auswertung wider. Das Forschungsteam wies zugleich darauf hin, dass es sich um eine reine Beobachtungsstudie handele, aus der keine direkten kausalen Schutzwirkungen abgeleitet werden können.

Regelmäßigkeit und Tiefschlaf stabilisieren Stoffwechsel

Neben dem Traumschlaf erweist sich auch die Kontinuität der Erholung als bedeutsam. Ein höherer Tiefschlafanteil korrelierte in den Untersuchungen mit einem geringeren Auftreten von Depressionen und Typ-2-Diabetes, während unregelmäßiger Schlaf häufiger mit Angststörungen und Suchtproblemen einherging.

Die Bedeutung fester Schlafenszeiten untermauert zudem eine Analyse des Brigham and Women's Hospital. Anhand der Daten von über 84.000 Teilnehmenden der UK Biobank über eine Beobachtungszeit von 7,5 Jahren untersuchten die Forschenden den Einfluss unregelmäßiger Schlafmuster auf den Glukosestoffwechsel.

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Verglichen mit regelmäßigem Schlaf war eine Abweichung von 31 bis 45 Minuten pro Nacht mit einem um 15 Prozent höheren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden. Betrug die zeitliche Schwankung mehr als 60 Minuten, stieg das Risiko um 34 Prozent; bei Abweichungen von über 90 Minuten lag der Anstieg bei 59 Prozent.

Diese statistische Verbindung blieb auch nach der Berücksichtigung von Lebensstilfaktoren, Vorerkrankungen und Indikatoren für fettleibigkeit bestehen. Bei bereits bestehendem Diabetes könne ein unregelmäßiger Schlafrhythmus die Blutzuckerkontrolle zusätzlich erschweren. Als Einschränkung hielten die Autoren fest, dass die Schlafgewohnheiten primär über sieben Tage erfasst wurden und die Kohorte überwiegend aus gesunden älteren Personen bestand.

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