Schlafstörungen, Beruf

Schlafstörungen im Beruf: 51,2 Fehltage je 100 Versicherte erreicht

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AOK-Daten zeigen mehr krankheitsbedingte Ausfalltage durch Schlafstörungen; Stress und psychische Belastungen zählen zu den häufigsten Schlafhindernissen.
Ein ungemachtes Bett in einem ruhig beleuchteten Schlafzimmer während der Morgendämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die Fehlzeiten im Beruf aufgrund von Schlafproblemen haben deutlich zugenommen. Eine Auswertung des BGF-Instituts für die AOK Rheinland/Hamburg belegt für das Jahr 2025 einen neuen Höchststand bei den krankheitsbedingten Ausfällen: Auf 100 berufstätige Versicherte entfielen 51,2 Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage), die auf diagnostizierte Schlafstörungen zurückzuführen waren. Im Jahr 2024 hatte dieser Wert noch bei 48,5 Tagen gelegen.

Deutliche Zunahme bei organischen und nichtorganischen Ursachen

Die Fehlzeiten verteilen sich dabei auf unterschiedliche medizinische Diagnosen. Den größeren Anteil machten 2025 organische Schlafstörungen mit 36,3 AU-Tage je 100 Versicherte aus, nach 36,2 Tagen im Vorjahr. Bei den nichtorganischen Schlafstörungen kletterte die Zahl von 12,3 AU-Tagen im Jahr 2024 auf 14,9 Tage im Jahr 2025.

Im langfristigen Vergleich über einen Zeitraum von 20 Jahren zeigt sich laut der Krankenkasse eine massive Zunahme: Die AU-Tage bei organischen Schlafstörungen haben sich in dieser Zeit mehr als vervierfacht, während sich jene bei nichtorganischen Schlafstörungen verzehnfacht haben.

Insgesamt wurden für das Jahr 2025 2,48 Krankschreibungen je 100 Versicherte erfasst, verglichen mit 2,32 im Jahr 2024. Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Krankheitsdauer: Während eine Krankschreibung wegen nichtorganischer Schlafstörungen im Schnitt über 34 Kalendertage dauerte, waren es bei organischen Störungen rund 18 Tage.

Geschlechterunterschiede und Auslöser im Berufsalltag

Die Daten der AOK Rheinland/Hamburg weisen zudem spürbare Geschlechterunterschiede auf. Bei organischen Schlafstörungen verzeichneten Männer mit 2,23 AU-Fällen je 100 Personen eine um 24 Prozent höhere Fallzahl als Frauen mit 1,80 Fällen.

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Umgekehrt stellten sich die Werte bei nichtorganischen Diagnosen dar: Hier lagen die Frauen mit 0,46 Fällen je 100 Versicherte um 15 Prozent über dem Wert der Männer, der bei 0,40 Fällen lag.

Medizinisch sind organische Schlafstörungen unter anderem mit körperlichen Erkrankungen oder Atmungsstörungen im Schlaf verbunden. Nichtorganische Schlafprobleme gehen hingegen häufig auf psychische Belastungen wie Stress, Ängste oder depressive Beschwerden zurück.

Hohe Verbreitung von Schlafmangel in der Bevölkerung

Die Arbeitsunfähigkeitsdaten spiegeln ein weit verbreitetes Problem wider. Eine forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes ergab, dass 69 Prozent der Befragten weniger als die oft empfohlenen sieben Stunden pro Nacht schlafen. Nur rund 30 Prozent kommen auf eine Schlafdauer von sieben bis neun Stunden. Besonders ausgeprägt ist das Defizit in der Altersgruppe von 45 bis 59 Jahren, in der 77 Prozent unter der empfohlenen Dauer bleiben.

Als Ursachen nannten die Befragten vor allem Stress und psychische Belastung (63 Prozent), körperliche Beschwerden (38 Prozent), die Raumtemperatur (36 Prozent) sowie die Nutzung digitaler Medien vor dem Schlafengehen (27 Prozent).

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Bei den 18- bis 29-Jährigen führten 45 Prozent digitale Medien als Grund an. Eine weitere forsa-Befragung im Auftrag der AOK zeigte, dass insgesamt 58 Prozent der Befragten unter Schlafproblemen leiden, wobei Stress eine zentrale Rolle spiele.

Auch das RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“ bestätigt die hohe Betroffenheit: Demnach hat fast jeder dritte Erwachsene Probleme beim Durchschlafen und fast jeder sechste beim Einschlafen.

Wie die AOK Sachsen-Anhalt betont, stärkt ein gesunder Schlaf die Abwehrkräfte, während anhaltende Schlafdefizite zu Erschöpfung und Konzentrationsproblemen führen. Wer unter chronischen Schlafstörungen leidet, spürt zudem Faktoren wie die Zeitumstellung besonders stark, was die Belastung im Alltag weiter verschärfen kann.

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