Schmerzstudie, HĂ€ufigkeit

Schmerzstudie: HÀufigkeit steigt am stÀrksten vor dem 55. Lebensjahr

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Auswertung von Daten aus 118 LÀndern zeigt, wie Schmerzvorkommen mit Alter, Geschlecht und sozioökonomischen Bedingungen variieren.

Globale Schmerzanalyse zeigt Unterschiede nach Alter, Geschlecht und Region
Eine Reihe von glatten, geschichteten Steinen, die in einer sanften Kurve auf einem neutralen Untergrund angeordnet sind. Illustration mit AI erstellt.

Körperliche Schmerzen gehören weltweit zu den verbreitetsten Beschwerden, doch wie sie sich ĂŒber die Lebensspanne hinweg verteilen, unterscheidet sich je nach Körperregion, Geschlecht und Region erheblich.

Eine umfassende Analyse in der Fachzeitschrift Nature Medicine liefert detaillierte Einblicke in die globale Schmerzlast. Die Untersuchung stĂŒtzt sich auf selbstberichtete Daten von 6.125.459 Menschen im Alter von 5 bis ĂŒber 100 Jahren aus 118 LĂ€ndern und Territorien, die zwischen 1990 und 2025 erhoben wurden.

Die Datengrundlage umfasst insgesamt 902 Datenquellen sowie 138 Survey-Programme. Ein zentrales Ergebnis lautet: Über alle untersuchten Körperregionen hinweg stieg die SchmerzprĂ€valenz am stĂ€rksten vor dem 55. Lebensjahr an.

Unterschiedliche SchmerzverlÀufe je nach Körperregion

Die globale PrĂ€valenz variiert stark je nach Körperstelle: WĂ€hrend RĂŒckenschmerzen weltweit rund 40 % der Menschen betreffen, liegt die PrĂ€valenz von Gesichtsschmerzen bei rund 2 %.

Von den elf erfassten Körperzonen wiesen sieben im Verlauf der Altersgruppen eine umgekehrte U-Kurve auf. Kopf- und Bauchschmerzen erreichten tendenziell frĂŒher ihren Höhepunkt, wĂ€hrend Beschwerden im Bereich von RĂŒcken, HĂŒfte und Knien mit fortschreitendem Alter weiter zunahmen.

Kopfschmerzen traten insbesondere um das 35. Lebensjahr gehĂ€uft auf: Bei Frauen lag der Spitzenwert im Alter von 34 Jahren bei etwa 40 %, bei MĂ€nnern mit 38 Jahren bei 20 %. RĂŒckenschmerzen legten bereits Anfang der 20er-Jahre deutlich zu und erreichten Mitte 30 ein Niveau von rund 30 %.

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Bei Frauen markierte der obere Rand der Altersskala um 100 Jahre den Höchststand mit fast 50 %, wĂ€hrend MĂ€nner ihren Höchstwert im Alter von 80 Jahren bei rund 30 % verzeichneten. Sehr intensive Schmerzen erreichten ab Anfang 50 ihren höchsten Anteil – bei Frauen knapp ĂŒber, bei MĂ€nnern knapp unter 10 % – und gingen im höheren Alter wieder zurĂŒck.

Geschlechterunterschiede und regionale Muster

Frauen berichteten an allen elf untersuchten Körperstellen hĂ€ufiger ĂŒber Schmerzen als MĂ€nner, mit einem RisikoverhĂ€ltnis zwischen 1,08 und 1,83. Die Unterschiede zeigten sich besonders ausgeprĂ€gt bei Kopf-, Gesichts- und Bauchschmerzen.

Im Vergleich zu MĂ€nnern lag die Wahrscheinlichkeit fĂŒr Kopfschmerzen bei Frauen um 74 % höher, bei Bauchschmerzen um 60 %. Im Alter von 55 Jahren berichteten insgesamt ĂŒber 40 % der MĂ€nner und fast 60 % der Frauen ĂŒber Schmerzen.

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Auch geografisch und sozioökonomisch zeigen sich deutliche Abweichungen: In Westeuropa erreichte die allgemeine SchmerzprĂ€valenz im Alter von 56 Jahren ihren Höchststand und sank danach. Innerhalb Westeuropas lag der Höchststand fĂŒr Gelenkschmerzen bei 69 Jahren, fĂŒr RĂŒckenschmerzen bei 60 Jahren und fĂŒr Kopfschmerzen bei 39 Jahren. In Nordamerika kletterte die GesamtschmerzprĂ€valenz hingegen bis zum Alter von 72 Jahren.

Ab dem 40. Lebensjahr nahmen Ganzkörper-, Gelenk- und RĂŒckenschmerzen in Regionen mit einem niedrigeren Index der menschlichen Entwicklung (HDI) schneller zu. Im Alter von 80 Jahren lag die PrĂ€valenz jeglicher Körperschmerzen in diesen LĂ€ndern um rund 31 Prozentpunkte höher (95%-KI 26,9–34,3), und Kreuzschmerzen traten fast doppelt so hĂ€ufig auf.

Konkret lag der Wert fĂŒr Körperschmerz bei 80-JĂ€hrigen in Ă€rmeren LĂ€ndern um fast 31 Prozentpunkte, fĂŒr Gelenkschmerz um 21 und fĂŒr RĂŒckenschmerz um 20 Prozentpunkte höher. Global erklĂ€rten Rauchen, Adipositas und ein niedriges Einkommen 18,3 % der Schmerzlast, wobei der Anteil regional schwankte – von 12,6 % in Subsahara-Afrika bis hin zu 27,1 % in Osteuropa.

Methodische Grenzen der Erhebung

Hinsichtlich der Aussagekraft verweist die Untersuchung auf methodische EinschrĂ€nkungen. Die analysierten Daten beruhen ausschließlich auf Selbstberichten der Befragten und nicht auf klinischen Diagnosen. Zudem handelt es sich ĂŒberwiegend um Querschnittsdaten, die verschiedene Altersgruppen miteinander vergleichen.

Wie auch das Science Media Centre Spain in einer Einordnung betonte, bilden solche Querschnittsanalysen Alterskohorten ab, zeichnen jedoch keine individuellen VerlĂ€ufe derselben Personen ĂŒber die Zeit nach.

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