Schritte, Demenz

Schritte gegen Demenz: 5.000 tÀglich verzögern Verfall um sieben Jahre

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Impfungen und Bewegung senken das Demenzrisiko deutlich. Herpesviren gelten als mögliche Auslöser neurodegenerativer Erkrankungen.

DemenzprĂ€vention: Herpesviren, Impfungen und Bewegung als SchlĂŒssel
Wissenschaftler bei der Analyse von viralen Strukturen und neuronalen Pfaden in einem modernen medizinischen Labor. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Herpesviren, Impfungen und Bewegung könnten das Demenzrisiko deutlich senken. Aktuelle Studien liefern konkrete Zahlen.

Herpesviren im Visier der Forschung

Mehr als 200 Herpesvirus-Arten sind bekannt, doch nur neun infizieren den Menschen. Besonders das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) und das Varizella-Zoster-Virus (VZV), Auslöser von GĂŒrtelrose, stehen im Verdacht, neurodegenerative Erkrankungen zu begĂŒnstigen.

Noch deutlicher ist der Zusammenhang beim Epstein-Barr-Virus (EBV): Eine im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie zeigt, dass eine Infektion das Risiko fĂŒr Multiple Sklerose um das 32-fache erhöht.

Impfstoffe als Schutz gegen Demenz

Können Impfungen das Gehirn schĂŒtzen? Eine Studie der Brown University mit ĂŒber 500.000 Pflegeheimbewohnern liefert beeindruckende Zahlen: Die GĂŒrtelrose-Impfung Shingrix senkte das Demenzrisiko um 24 Prozent. WĂ€hrend 24,6 Prozent der Ungeimpften erkrankten, waren es bei Geimpften nur 18,8 Prozent. Die im Annals of Internal Medicine veröffentlichte Untersuchung wurde von GlaxoSmithKline finanziert.

Auch der Tuberkulose-Impfstoff BCG zeigt in Pilotstudien vielversprechende Effekte. Bei 23 gesunden Erwachsenen ĂŒber 55 sanken die Amyloid-beta-Werte im Nervenwasser – ein möglicher Indikator fĂŒr eine Schutzwirkung gegen Alzheimer. Fachleute vermuten zudem, dass selbst Grippeimpfungen das Demenzrisiko minimieren könnten.

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Lebensstil: 45 Prozent aller FĂ€lle vermeidbar?

Die Lancet Commission identifizierte 14 Risikofaktoren, deren Kontrolle weltweit bis zu 45 Prozent aller DemenzfĂ€lle verhindern könnte. Eine Langzeitstudie mit 12.000 US-Amerikanern nennt Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen als Hauptrisiken. Personen ohne diese Faktoren blieben nach ihrem 55. Geburtstag statistisch 30 Jahre ohne Symptome – mit allen drei Risiken waren es nur 17,5 Jahre.

Schon kleine Bewegungsmengen wirken: Eine Harvard-Studie in Nature Medicine zeigt, dass 3.000 bis 5.000 Schritte tÀglich den kognitiven Verfall um etwa drei Jahre verzögern. Bei 5.000 bis 7.500 Schritten sind es sogar bis zu sieben Jahre. Krafttraining zeigte hingegen keinen direkten Effekt auf das Demenzrisiko.

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Grenzen neuer Alzheimer-Medikamente

Die Antikörper Lecanemab und Donanemab gelten als HoffnungstrĂ€ger – doch sie wirken nicht fĂŒr alle. Forschungsergebnisse der Mayo Clinic in Neurology belegen: 70 bis 85 Prozent der Patienten mit atypischen Alzheimer-VerlĂ€ufen erfĂŒllen die Kriterien fĂŒr diese Behandlungen nicht, vor allem wegen spezifischer kognitiver Testergebnisse.

In der Grundlagenforschung identifizierte das Baylor College anhand von 2.000 Gehirnproben 30 Genexpressionsnetzwerke. Versuche an Fruchtfliegen deuten darauf hin, dass bestimmte Immun-Gene die Neurodegeneration fördern, wĂ€hrend synaptische Gene schĂŒtzen könnten. Die Forscher schlagen daraus ein biphasisches Modell der Krankheitsentstehung vor. ErgĂ€nzend entstehen innovative FrĂŒhwarnsysteme – ein Projekt aus dem Jahr 2024 kombiniert etwa Musik und Technik zur FrĂŒherkennung.

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