Schrittzahl, Gehirn

Schrittzahl und Gehirn: Unter 5.000 Schritte gehen mit 80 Prozent höherer Inzidenz einher

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 18:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Untersuchung mit über 22.000 Erwachsenen verbindet höhere tägliche Schrittzahlen mit geringeren Raten neurologischer Erkrankungen.
Ein sonniger, leerer Spazierweg in einem Park, der durch eine herbstliche Naturlandschaft führt. Illustration mit AI erstellt.

Regelmäßige körperliche Aktivität gilt seit Langem als zentraler Faktor für das körperliche Wohlbefinden. Welche Rolle das tägliche Schrittpensum für die neurologische Gesundheit spielt, zeigte eine Untersuchung der Florida Atlantic University, die am 19. Oktober 2026 beim Jahrestreffen der American Neurological Association in San Diego vorgestellt wurde.

Die Analyse von mehr als 22.000 Erwachsenen ab 40 Jahren liefert detaillierte Einblicke in den Zusammenhang zwischen Bewegungsmustern und dem Auftreten schwerer Hirnerkrankungen.

Analyse auf Basis von Tracker- und Gesundheitsdaten

Für die Untersuchung griffen die Wissenschaftler auf Datensätze des Forschungsprogramms „All of Us“ der National Institutes of Health zurück. Die Basis bildeten die Aufzeichnungen von Aktivitätstrackern der Marke Fitbit über einen Zeitraum von einem Jahr. Im Anschluss daran werteten die Forscher die elektronischen Krankenakten der Teilnehmenden über eine durchschnittliche Nachbeobachtungszeit von fünf Jahren aus.

Die Kohorte wurde anhand des durchschnittlichen Bewegungsumfangs in drei Kategorien unterteilt:
* Eine wenig aktive Gruppe mit durchschnittlich 4.800 Schritten pro Tag
* Eine mittelmäßig aktive Gruppe mit durchschnittlich 8.300 Schritten pro Tag
* Eine stark aktive Gruppe mit durchschnittlich 12.600 Schritten pro Tag

Deutlich höhere Inzidenz bei geringer Schrittzahl

Im Verlauf des mehrjährigen Beobachtungszeitraums erhielten insgesamt 343 Teilnehmer eine neurologische Diagnose, darunter Demenz, Parkinson, Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA). Die Häufigkeit neuer Befunde variierte dabei stark zwischen den Aktivitätsgruppen.

In der wenig aktiven Gruppe traten pro 1.000 Personen und Jahr 3,8 neue Diagnosen auf. Bei den moderat aktiven Teilnehmern lag der Wert bei 2,7, während in der aktivsten Gruppe 2,1 Fälle verzeichnet wurden.

Wer im Schnitt weniger als 5.000 Schritte am Tag zurücklegte, wies laut der Untersuchung eine um rund 80 Prozent höhere Inzidenz von Demenz, Parkinson und Schlaganfällen auf als Personen mit mehr als 12.000 Schritten täglich.

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Neben den neurologischen Diagnosen dokumentierte das Team um die Florida Atlantic University signifikante Unterschiede bei weiteren Vorerkrankungen. In der Gruppe mit geringer Bewegung traten Adipositas, Bluthochdruck (13,4 Prozent), Depressionen (8,6 Prozent) und Diabetes (5,6 Prozent) spürbar häufiger auf.

In der Gruppe mit 12.000 oder mehr Schritten pro Tag lagen die Anteile hingegen bei 9,2 Prozent für Hypertonie, 3,1 Prozent für Depressionen und 2,0 Prozent für Diabetes.

Realistische Zielmarken für den Alltag

Die Autoren der Studie verweisen darauf, dass ein extremes Laufpensum nicht zwingend erforderlich sei, um messbare Vorteile zu erzielen. Bereits ein Niveau von etwa 8.000 Schritten pro Tag ging mit deutlich niedrigeren Raten an neurologischen Erkrankungen einher.

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Co-Autor Dr. Marc Swerdloff von der Florida Atlantic University ordnete diesen Richtwert als realistisches Alltagsziel ein, das in etwa den allgemein empfohlenen 150 Minuten moderater Bewegung pro Woche entspreche. Ein Umfang von 12.000 Schritten sei dafür keineswegs zwingend nötig.

Hauptautor Dr. Meet Popatbhai Kachhadia betonte, dass die kontinuierliche Erfassung von Bewegung über ein ganzes Jahr hinweg wertvolle Einblicke in den Gesamtzustand von Gehirn und Körper liefere. Gleichzeitig hielten die Forscher fest, dass die Daten eine Assoziation abbilden und keinen direkten Kausalzusammenhang belegen. Weitere Untersuchungen seien notwendig, um die zugrunde liegenden Mechanismen genauer zu erforschen.

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