Schulgesundheit: 84% der Schüler mit niedriger Gesundheitskompetenz
06.07.2026 - 00:09:33 | boerse-global.de
Die verpflichtenden Schuleingangsuntersuchungen in Nordrhein-Westfalen laufen schleppend. Im Rhein-Sieg-Kreis wurde nicht einmal die Hälfte der angehenden Erstklässler medizinisch geprüft.
Nach aktuellen Daten vom 5. Juli 2026 durchliefen lediglich 48 Prozent der sogenannten i-Dötzchen die Untersuchung. Eigentlich soll sie die Schulfähigkeit feststellen und Förderbedarfe frühzeitig erkennen. Doch der Rückstand ist enorm.
Ein neuer Standort in Meckenheim sollte die Lage eigentlich entspannen. Die Maßnahme habe laut Berichten aber nur bedingt zu besseren Abläufen geführt. Der Rhein-Sieg-Kreis bleibt der drittgrößte Landkreis Deutschlands und wächst weiter durch Zuzug. Ab 2028 könnte sich das Bevölkerungswachstum jedoch abschwächen.
Steigender Förderbedarf trifft auf Lehrermangel
Die Probleme bei der Einschulung gehen weit über die medizinische Dokumentation hinaus. Landesweit fehlen rund jedem dritten Kind zum Schulstart die nötigen Voraussetzungen. Besonders drastisch ist die Entwicklung bei der sonderpädagogischen Förderung: Die Zahl der Kinder mit Förderbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung stieg innerhalb von zehn Jahren um 86 Prozent.
Gleichzeitig ist das System chronisch unterbesetzt. In den Grundschulen des Landes sind rund 3.000 Planstellen nicht besetzt. NRW-Schulministerin Feller rechnet damit, dass sich die Lücke zwischen Bedarf und Angebot erst bis 2030 schließt.
Die geplanten ABC-Klassen sollen Abhilfe schaffen: Betroffene Kinder erhalten dort zwei Mal pro Woche zwei Stunden gezielte Förderung.
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Gesundheitskompetenz: Alarmierende Werte bei Schülern
Auch bei älteren Schülern gibt es massive Defizite. Der DAK-Präventionsradar für 2024/2025 zeigt: 84 Prozent der Kinder in den Klassen 5 bis 10 haben nur eine niedrige oder moderate Gesundheitskompetenz.
Die gesundheitliche Verfassung ist kritisch. Rund 65 Prozent der Befragten fühlen sich erschöpft. Besonders alarmierend: 27 Prozent der Mädchen zeigen depressive Symptome. Experten fordern deshalb ein eigenständiges Schulfach Gesundheit.
Bildungsschere öffnet sich früh
Die soziale Herkunft entscheidet weiterhin massiv über Bildungschancen. Bereits bis zum siebten Lebensjahr vergrößert sich die Kluft zwischen Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Haushalten rasant. In Köln werden in Stadtteilen wie Chorweiler, Mülheim oder Porz die vorgegebenen Betreuungsquoten nicht erreicht.
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Das Startchancen-Programm soll gegensteuern: Mit 20 Milliarden Euro über zehn Jahre will es die Zahl der Schüler, die die Mindeststandards verfehlen, bis 2034 halbieren.
Bleibt die Inklusion: 62 Prozent der Lehrkräfte halten das Konzept grundsätzlich für sinnvoll. Nur 28 Prozent sehen eine praktikable Umsetzung im Schulalltag.
