Schulleistung, PISA

Schulleistung: PISA 2025 zeigt 28-Punkte-Nachteil durch tägliche KI-Nutzung

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 22:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Untersuchungen verbinden intensive KI-Nutzung mit schwächeren Lernergebnissen und warnen vor sozialen sowie psychischen Folgen für junge Menschen.

KI im Unterricht: Studien zeigen Risiken für Lernen und Denken
Ein leerer, sonnendurchfluteter Klassenraum mit leeren Holztischen und einer leeren Schultafel in einer ruhigen Lernumgebung. Illustration mit AI erstellt.

In der aktuellen bildungspolitischen Debatte warnen Neurowissenschaftler und Pädagogen verstärkt vor den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Werkzeugen im Unterricht.

Laut Berichten von Mitte September 2026 stehen dabei insbesondere die Gefahr einer sinkenden Lernqualität sowie die Risiken der direkten Interaktion von Kindern mit Chatbots im Fokus. Experten befürchten, dass die zunehmende Automatisierung von Denkprozessen grundlegende kognitive Fähigkeiten gefährden könnte.

Das Phänomen der kognitiven Kapitulation

Eine fünfmonatige Untersuchung einer Arbeitsgruppe des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zur KI-Nutzung warnt vor einer sogenannten „kognitiven Kapitulation“ (cognitive surrender).

Demnach neigen Studierende dazu, bereits bei den ersten Anzeichen von Schwierigkeiten auf KI-Tools zurückzugreifen, anstatt eigene Lösungswege zu entwickeln. Dies störe nicht nur die Bearbeitung von Hausarbeiten und die Dynamik in Lerngruppen, sondern erschwere auch die faire Leistungsbewertung durch Lehrende.

Zudem beobachteten die Forscher eine zunehmende Isolation der Lernenden und eine Erosion des sozialen Vertrags zwischen Studierenden und Lehrpersonal. Die Studie empfiehlt daher eine umfassende Überprüfung der Lernziele und Prüfungsformate auf dem gesamten Campus.

Ergebnisse der PISA-Studie 2025 stützen diese Bedenken. Häufige KI-Nutzung für Schulaufgaben korreliert demnach mit niedrigeren Ergebnissen in den Naturwissenschaften. Während seltene Nutzer im Bereich Science einen Wert von 509 Punkten erreichten, lag dieser bei täglichen Nutzern lediglich bei 481 Punkten. Eine moderate Nutzung von maximal zweimal pro Woche erzielte dabei bessere Resultate als eine sehr intensive oder gar keine Nutzung.

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Langfristige Folgen der Digitalisierung im Bildungswesen

Der massive Ausbau der digitalen Infrastruktur in Schulen wird kritisch hinterfragt. US-Bildungseinrichtungen gaben bis zum Jahr 2024 über 30 Milliarden US-Dollar für Laptops und Tablets aus.

Im Bundesstaat Maine wurden bereits ab 2002 etwa 17.000 Apple-Laptops an Siebtklässler verteilt, eine Zahl, die bis 2016 auf 66.000 Geräte anstieg. Im Jahr 2017 stellten Google Chromebooks bereits mehr als 50 Prozent der in Schulen genutzten Geräte.

Trotz dieser Investitionen zeigen Leistungsdaten negative Trends. Im Bundesstaat Utah sind die Ergebnisse der Lese- und Mathetests in der 4. und 8. Klasse rückläufig, seit dort im Jahr 2014 computeradaptive Tests eingeführt wurden. Laut Einschätzungen, die im US-Senat präsentiert wurden, sei die „Generation Z“ die erste Generation, die kognitiv schwächer als ihre Elterngeneration abschneide.

Ein Chefanalyst der OECD nannte als Ursachen für diesen Leistungsabfall neben der zunehmenden Handyverbreitung und dem damit einhergehenden Rückgang des Lesens außerhalb der Schule auch den Lehrermangel sowie eine nachlassende Unterstützung durch das Elternhaus. Chatbots böten oft eine Erfahrung, die dem eigentlichen Lernen entgegenstehe, da sie den notwendigen Lernprozess schlicht überspringen würden.

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Sorgen der Lehrkräfte und psychologische Risiken

Internationale Umfragen verdeutlichen die Skepsis in der Lehrerschaft. Eine Erhebung der Firma Epson vom September 2026 zeigt, dass 80 Prozent der europäischen Lehrkräfte besorgt über das Tempo der KI-Entwicklung sind.

Etwa 68 Prozent sehen durch KI-generierte Hausaufgaben einen Schaden für den Lernerfolg. In Kanada vermuten 96 Prozent der Lehrer, dass Hausaufgaben mithilfe von KI erstellt werden; 84 Prozent beobachten dort eine gesunkene Fähigkeit zum kritischen Denken.

Neben den rein akademischen Leistungen rücken auch psychologische Aspekte in den Fokus. Eine Studie in JAMA Pediatrics aus dem Juni 2026 ergab, dass 20 Prozent der 12- bis 21-Jährigen im Jahr 2025 KI-Chatbots für Beratungen zur psychischen Gesundheit nutzten.

Forscher der Arizona State University warnen in diesem Zusammenhang vor Fehlentwicklungen im Beziehungsgefüge Jugendlicher. Zudem zeigten Untersuchungen der University College London und der Leeds Beckett University, dass digitale Testformate bereits bei Grundschulkindern erhebliches Unbehagen und Stressreaktionen auslösen können, was die Testergebnisse verzerre.

Trotz der überwiegend kritischen Stimmen gibt es differenzierte Beobachtungen in Spezialgebieten. Eine Meta-Analyse der Zhejiang University, die über 35 Studien aus den Jahren 2022 bis 2025 auswertete, stellte kleine bis mittlere positive Effekte von generativer KI beim Erlernen von Programmiersprachen fest. Die Autoren warnten jedoch vor einer geringen statistischen Aussagekraft dieser Daten.

Im Gegensatz dazu zeigte eine Untersuchung aus dem Jahr 2025, dass uneingeschränkter Zugriff auf GPT-4 die Leistungen in Mathematikprüfungen sogar verschlechterte. Erste Schulbezirke, wie etwa Bend-La Pine in Oregon, haben bereits reagiert und die Nutzung nicht autorisierter KI-Werkzeuge auf Schülergeräten eingeschränkt.

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