Schultersehnenriss: Elektroakupunktur-Fallbericht zeigt Rückgang von 9 auf 4 mm
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 20:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein im Fachjournal Clinical Case Reports veröffentlichter Fallbericht zeigt eine morphologische Verkleinerung eines Sehnenrisses im Schulterbereich im zeitlichen Zusammenhang mit einer Elektroakupunkturbehandlung.
Wie das Portal bioengineer.org in einem Bericht vom 10.10.2026 darlegte, stand im Zentrum der Untersuchung eine 47-jährige Krankenschwester, die zuvor über einen Zeitraum von 24 Monaten unter linksseitigen Schulterschmerzen gelitten hatte. Eine anfängliche Magnetresonanztomographie (MRT) bestätigte bei der Patientin eine 9-mm-Partialruptur der Supraspinatussehne.
Behandlungsprotokoll und funktionelle Verbesserungen
Das angewandte therapeutische Schema umfasste insgesamt 12 Sitzungen Elektroakupunktur, die über mehrere Wochen verteilt wurden. Die Behandlungen fanden zweimal pro Woche statt, dauerten jeweils 20 Minuten und arbeiteten mit einer Frequenz von 5 Hz bei einer Stromstärke von maximal 5 mA. Ergänzend dazu führte die Patientin begleitende Heimübungen durch.
Im Verlauf der Intervention verbesserten sich die klinischen Parameter spürbar. Auf der numerischen Ratingskala (NRS) zur Schmerzerfassung sank der Wert von initial 8/10 über 3/10 in Woche 6 bis auf 0/10 nach sechs Monaten.
Der Disability of the Arm, Shoulder and Hand (DASH)-Score verringerte sich von einem Ausgangswert von 72,5 auf 28,3 nach sechs Wochen und erreichte nach sechs Monaten 12,3. Dies entspricht einer funktionellen Verbesserung von 83 Prozent, womit der Schwellenwert für die minimale klinisch bedeutsame Differenz (MCID) von 10,8 deutlich überschritten wurde.
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Parallel dazu erweiterte sich das Bewegungsausmaß: Die Abduktion verbesserte sich von 95° über 160° in Woche 6 auf 175° nach sechs Monaten. Die Flexion stieg von 100° auf 180°, während die Außenrotation von 25° auf 60° zunahm.
Radiologischer Befund und methodische Limitationen
Eine bildgebende Kontrolluntersuchung per MRT nach sechs Monaten dokumentierte zudem eine strukturelle Veränderung: Der Sehneneinriss verringerte sich von ursprünglich 9 mm auf etwa 4 mm.
Gleichzeitig heben die Autoren des Fallberichts methodische Einschränkungen hervor. Da es sich um eine unkontrollierte Einzelfallstudie handelt, liefert die Beobachtung keinen wissenschaftlichen Kausalitätsnachweis für die Wirksamkeit der Elektroakupunktur. Zudem stellen die parallel absolvierten Heimübungen einen potenziellen Störfaktor (Confounder) dar, der die isolierte Bewertung der Nadeltherapie erschwert.
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Klinischer Kontext bei Rupturen der Supraspinatussehne
Läsionen der Supraspinatussehne zählen zu den verbreiteten orthopädischen Krankheitsbildern. Das subakromiale Impingement gilt dabei als häufigste Ursache von Schulterschmerzen, wie ein Bericht von notchconsulting.blog vom 09.10.2026 ausführt.
Typischerweise treten Beschwerden vor allem bei einer Abduktion im Bereich zwischen 60° und 120° auf. Diagnostisch wird eine Tendinopathie häufig über eine MRT-T2w-Sequenz erfasst, in der sich die betroffene Sehne verdickt und mit angehobenem Signal darstellt. Am häufigsten ist dabei die distale Supraspinatussehne betroffen.
Das Spektrum für die Behandlung von Partialläsionen reicht je nach Befund von rein konservativen Maßnahmen bis hin zu rekonstruktiven Eingriffen und erfordert individuelle Entscheidungen. Eine im Bericht erwähnte Arthroskopie-Studie an 59 Schultergelenken ergab, dass bei 23 Gelenken (39 Prozent) keine Ruptur der Supraspinatussehne vorlag.
Bei den übrigen Fällen wurden 27 Partialrupturen klassifiziert (5 Ellman A1, 3 A2, 5 A3, 6 B1, 1 B2, 3 B3 sowie 4 vom Typ C, p<0,001). Die Einordnung der aktuellen Falldaten erfolgt vor diesem Hintergrund als ergänzende Beobachtung innerhalb des konservativen Therapiespektrums.

