Schultertraining: Drei populĂ€re Ăbungen schĂ€digen die Rotatorenmanschette
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im modernen Fitnesstraining gewinnt die prĂ€ventive Betrachtung von BewegungsablĂ€ufen zunehmend an Bedeutung, insbesondere um langfristige SchĂ€den am Bewegungsapparat zu vermeiden. Ein zentraler Fokus liegt hierbei auf dem Schultergelenk, das aufgrund seiner hohen Beweglichkeit besonders anfĂ€llig fĂŒr Fehlbelastungen ist.
FachĂ€rztliche EinschĂ€tzungen von Anfang September 2026 verdeutlichen, dass bestimmte populĂ€re Ăbungen im Kraftsport ein erhebliches Risiko fĂŒr die Strukturen der Rotatorenmanschette bergen können.
Problematische Bewegungsmuster und anatomische Risiken
Der OrthopĂ€de Prof. Dr. Thomas KĂ€licke identifizierte in aktuellen Analysen drei spezifische Ăbungen, die aufgrund ihrer biomechanischen Belastung kritisch zu bewerten sind. Im Vordergrund steht dabei die Gefahr eines sogenannten Impingement-Syndroms sowie die langfristige SchĂ€digung der Sehnenplatten.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Face Pull, sofern dieser mit innenrotierten Armen ausgefĂŒhrt wird. Bei dieser Bewegungsvariante entsteht eine ungĂŒnstige Hebelwirkung, welche den Raum unter dem Schulterdach verengen kann.
Ebenso kritisch wird das Seitheben in der sogenannten âEmpty-Canâ-Position (leere Dose) eingestuft. Hierbei werden die Arme seitlich angehoben, wĂ€hrend die Daumen zum Boden zeigen. Diese spezifische Innenrotation fĂŒhrt laut Expertenmeinung zu einer verstĂ€rkten Kompression der Weichteile zwischen Oberarmkopf und Schulterdach.
Als dritte risikobehaftete Ăbung wird das SchrĂ€gbankdrĂŒcken angefĂŒhrt. Obwohl diese Ăbung zur Standardausstattung vieler TrainingsplĂ€ne gehört, weist Prof. Dr. KĂ€licke auf die spezifische Druckbelastung hin, die in der SchrĂ€glage auf die vordere Schulterpartie und die beteiligten Sehnen der Rotatorenmanschette wirkt.
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Pathologische Folgen fĂŒr die Rotatorenmanschette
Die strukturellen Auswirkungen dieser Fehlbelastungen sind vielfĂ€ltig. Das Hauptrisiko besteht in der Entwicklung eines Impingement-Syndroms, bei dem es durch die wiederholte Einengung zu schmerzhaften EntzĂŒndungen der Schleimbeutel oder Sehnen kommt. Unbehandelt oder bei fortgesetzter Fehlbelastung können diese funktionellen EinschrĂ€nkungen in strukturelle Defekte ĂŒbergehen.
Die Analysen zeigen, dass die permanente Reizung die IntegritĂ€t der Rotatorenmanschette schwĂ€cht. Dies könne im fortgeschrittenen Stadium nicht nur zu chronischen Schmerzen, sondern im schlimmsten Fall zu einem Riss (Ruptur) der Sehnen fĂŒhren. Solche Verletzungen erfordern oft langwierige physiotherapeutische oder gar operative Interventionen und können die sportliche LeistungsfĂ€higkeit dauerhaft einschrĂ€nken.
OrthopĂ€dische Empfehlungen fĂŒr alternative Trainingsreize
Um die Schultergesundheit zu erhalten, ohne auf einen effektiven Muskelaufbau zu verzichten, werden gezielte Ausgleichs- und AlternativĂŒbungen empfohlen. Prof. Dr. KĂ€licke rĂ€t dazu, den Fokus verstĂ€rkt auf die StabilitĂ€t und die korrekte Ansteuerung der gelenkumgebenden Muskulatur zu legen.
Als effektive Alternativen fĂŒr ein sicheres Training gelten:
- AuĂen- und Innenrotation mit dem Widerstandsband: Diese Ăbungen dienen der gezielten KrĂ€ftigung der Rotatorenmanschette und verbessern die Zentrierung des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne.
- Reverse Butterfly: Diese Bewegung krĂ€ftigt die rĂŒckseitige Schultermuskulatur und die Rhomboideen, was zu einer verbesserten Haltung und Entlastung des vorderen Schulterbereichs beitrĂ€gt.
- Schulterdepressoren-Training: Durch gezielte Ăbungen fĂŒr die Muskulatur, die das Schulterblatt stabilisiert und nach unten zieht, kann der Raum unter dem Schulterdach aktiv vergröĂert werden.
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Zusammenfassend zeigen die fachĂ€rztlichen Erkenntnisse aus dem September 2026, dass ein bewusster Verzicht auf potenziell schĂ€dliche Rotationsbewegungen und die Integration stabilisierender Ăbungen essenziell sind, um die Gelenkfunktion langfristig zu sichern und pathologische VerĂ€nderungen wie das Impingement-Syndrom zu vermeiden.
