MĂŒttersterblichkeit, Trendwende

MĂŒttersterblichkeit stark gesunken – droht eine Trendwende?

07.04.2025 - 09:10:13 | dpa.de

Schwangerschaft, Geburt und die Tage danach sind fĂŒr viele Frauen eine gefĂ€hrliche Phase. Nach langem RĂŒckgang der Todeszahlen deutet sich regional ein besorgniserregender Trend an.

  • Weltweit sterben laut WHO rund 260.000 Frauen pro Jahr an Problemen vor, wĂ€hrend oder nach der Geburt ihres Kindes. (Archivbild) - Foto: Felix Heyder/dpa
    Weltweit sterben laut WHO rund 260.000 Frauen pro Jahr an Problemen vor, wÀhrend oder nach der Geburt ihres Kindes. (Archivbild) - Foto: Felix Heyder/dpa
  • Alle zwei Minuten verliert eine Frau wegen Komplikationen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft ihr Leben. (Archivbild) - Foto: Tsvangirayi Mukwazhi/AP/dpa
    Alle zwei Minuten verliert eine Frau wegen Komplikationen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft ihr Leben. (Archivbild) - Foto: Tsvangirayi Mukwazhi/AP/dpa
  • KĂŒrzungen in der humanitĂ€ren Hilfe treffen auch Schwangere. (Archivbild) - Foto: Michael Tewelde/XinHua/dpa
    KĂŒrzungen in der humanitĂ€ren Hilfe treffen auch Schwangere. (Archivbild) - Foto: Michael Tewelde/XinHua/dpa
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Dank besserer Vorsorge und Betreuung ist die Sterblichkeitsrate von MĂŒttern bei der Geburt weltweit innerhalb von weniger als 25 Jahren um 40 Prozent gesunken. Darauf weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Weltgesundheitstag (7. April) hin. Sie warnt zugleich, dass die positive Entwicklung wegen der EinbrĂŒche bei der humanitĂ€ren Hilfe fĂŒr Ă€rmere LĂ€nder wieder umgekehrt werden könnte. 

Weltweit sind nach Angaben der WHO im Jahr 2023 rund 260.000 Frauen vor, wĂ€hrend und kurz nach der Geburt ihres Kindes gestorben. Alle zwei Minuten verliere eine Frau wegen Komplikationen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft ihr Leben. Die Zahlen zur MĂŒttersterblichkeit seien inakzeptabel. «Die meisten dieser TodesfĂ€lle wĂ€ren vermeidbar», heißt es von der WHO. 

WÀhrend demnach in LÀndern mit niedrigen Einkommen etwa 346 Frauen pro 100.000 Lebendgeburten sterben, sind es in LÀndern mit hohen Einkommen nur etwa 10. Todesursachen sind unter anderem schwere Blutungen nach der Geburt und Infektionen. 

Vier LÀnder verzeichnen fast die HÀlfte der TodesfÀlle

Nirgends sei die Situation fĂŒr die Frauen so schlimm wie in Nigeria. Allein dort sind laut WHO 2023 rund 75.000 Frauen rund um die Geburt ihres Kindes gestorben. Hohe Todeszahlen weisen auch Indien, die Demokratische Republik Kongo und Pakistan auf. Die vier LĂ€nder verzeichneten den Angaben zufolge fast die HĂ€lfte aller weltweiten FĂ€lle. Europa gehört mit insgesamt 450 TodesfĂ€llen 2023 zu den Regionen mit besonders niedriger MĂŒttersterblichkeit. 

Die WHO erkennt einen besorgniserregenden Trend: In den USA, die bisher ebenfalls eine sehr geringe MĂŒttersterblichkeit aufwiesen, sei ein Anstieg zu beobachten, so eine Sprecherin. In Lateinamerika wiederum seien in den vergangenen Jahren nur geringe Fortschritte beobachtet worden.

Reizthema Abtreibung

Zum sogenannten Lebenszeitrisiko eines Todes im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt rechnet die WHO auch unsichere Abtreibungsmethoden. «Um TodesfĂ€lle bei MĂŒttern zu vermeiden, ist es von entscheidender Bedeutung, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern», teilt die WHO mit. «Alle Frauen, einschließlich Jugendliche, mĂŒssen Zugang zu VerhĂŒtungsmitteln, sicheren Abtreibungsdiensten im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und eine qualitativ hochwertige Betreuung nach dem Schwangerschaftsabbruch haben.»

Die ErwĂ€hnung von Abtreibung ist ein rotes Tuch fĂŒr die neue US-Regierung. Zahlreiche US-Bundesstaaten haben das Recht auf Abtreibungen, die dort sicher durchgefĂŒhrt wurden, massiv eingeschrĂ€nkt. Der Einsatz der Organisation fĂŒr sichere SchwangerschaftsabbrĂŒche ist einer der GrĂŒnde fĂŒr den Austritt aus der WHO, den US-PrĂ€sident Donald Trump verfĂŒgt hat. 

WHO: Ziel wird bei jetzigem Tempo verfehlt

Bei der aktuellen Entwicklung werde das Ziel der WHO, bis 2030 die MĂŒttersterblichkeit unter ein Niveau von 70 TodesfĂ€llen je 100.000 Geburten zu senken, deutlich verfehlt, hieß es. Seit 2016 hĂ€tten sich die Verbesserungen bereits merklich abgeschwĂ€cht.

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