SchwimmbÀder: 10.700 Straftaten treiben Ausweispflicht und Sicherheit voran
Veröffentlicht am: 23.06.2026 um 23:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Polizei und Kommunen ziehen die ReiĂleine â mit strengeren Regeln, mehr Sicherheitspersonal und neuen Technologie-Verboten.
10.700 Straftaten im Jahr â die erschreckende Bilanz
Die Zahlen des Bundeskriminalamts sprechen eine deutliche Sprache. Im vergangenen Jahr wurden in SchwimmbÀdern und an Badestellen rund 10.700 Straftaten registriert. Darunter fallen 4.340 DiebstÀhle und 1.810 Rohheitsdelikte. Die VorfÀlle ballen sich in den Sommermonaten.
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Die Polizei warnte am Dienstag explizit vor TaschendiebstĂ€hlen in FreibĂ€dern und an Badeseen. BadegĂ€ste sollen Wertsachen wie Handys und Bargeld nie unbeaufsichtigt lassen und SchlieĂfĂ€cher nutzen.
Aktuelle VorfÀlle: Von Diebstahl bis Handgemenge
In Rheinstetten nahm die Polizei am Montag einen 18-JĂ€hrigen fest. Er soll am Epplesee Wertsachen eines Badegastes gestohlen haben. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.
Am selben Tag durchsuchten Unbekannte in Kaiserslautern ein Auto auf einem Freibadparkplatz und stahlen Arbeitsmaterialien sowie Kleidung.
Im baden-wĂŒrttembergischen Obersulm eskalierte am Samstag ein Streit zwischen einem Badegast und einer Bademeisterin. Die Situation mĂŒndete in einem Handgemenge, bei dem eine Polizistin und ein weiterer Beteiligter leicht verletzt wurden. Zwei MĂ€nner kamen vorlĂ€ufig in Gewahrsam.
Strengere Regeln: Ausweispflicht und Sicherheitsdienste
Die Betreiber reagieren mit drastischen MaĂnahmen. Im Heidelberger Tiergartenbad setzen sie nach Tumulten durch gröĂere Jugendgruppen am Wochenende nun SicherheitskrĂ€fte ein. Bei RegelverstöĂen soll sofort die Polizei kommen. Platzverweise und Hausverbote drohen.
Noch weiter geht Duisburg. Nach aggressiven Auseinandersetzungen im Freibad Kruppsee gilt dort eine Ausweispflicht. Jugendliche mĂŒssen beim Einlass Dokumente und eine EinverstĂ€ndniserklĂ€rung der Eltern vorlegen. Hintergrund sind vermehrte Randale und sexuelle Ăbergriffe.
In Sindelfingen zĂ€hlte die Polizei allein an einem Hitzewochenende im Juni vier EinsĂ€tze. Dabei ging es um Beleidigungen und VerstöĂe gegen das Waffengesetz â BadegĂ€ste fĂŒhrten Elektroschocker und Messer mit.
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Neben klassischen Delikten rĂŒckt eine neue Technologie in den Fokus: Smart Glasses. In Nordrhein-Westfalen gibt es VerdachtsfĂ€lle, dass die Brillen fĂŒr heimliche Aufnahmen in Saunen und FreibĂ€dern genutzt wurden. Allein in Köln wurden innerhalb weniger Wochen zwei FĂ€lle bekannt.
Die Betreiber reagieren mit expliziten Verboten in ihren Hausordnungen. Die Kölner Claudius Therme untersagt die Nutzung von Smart Glasses auf dem gesamten GelĂ€nde. VerstöĂe fĂŒhren zum sofortigen Hausverweis. Auch die stĂ€dtischen BĂ€der in Köln ĂŒberarbeiten ihre Regeln.
Ăhnliche Verbote gelten bereits in Potsdamer FreibĂ€dern. Branchenbeobachter verweisen auf ein groĂes Dunkelfeld bei Delikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei wird nur ein Bruchteil dieser VorfĂ€lle angezeigt.
