Scribus, Update

Scribus 1.6.7: Update schließt sieben Sicherheitslücken bei Bilddateien

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beide Scribus-Versionen schließen Schwachstellen in Bildformat-Ladern; die Entwicklerversion ergänzt Tabellenfunktionen und weitere Neuerungen.
Ein minimalistischer Schreibtisch mit Papierstapeln und professionellen Zeichenwerkzeugen in hellem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Das Open-Source-Desktop-Publishing-Projekt Scribus hat am 27. Oktober 2026 Aktualisierungen für seinen stabilen und experimentellen Entwicklungszweig herausgegeben. Mit der Veröffentlichung von Scribus 1.6.7 sowie der Entwicklerversion 1.7.4 reagieren die Entwickler vor allem auf mehrere gemeldete Schwachstellen bei der Bildverarbeitung. Für Anwender der stabilen Reihe wird ein zeitnahes Upgrade empfohlen.

Sicherheitskorrekturen bei Bildformat-Ladern

Im Mittelpunkt beider Neuveröffentlichungen steht die Beseitigung von sieben Sicherheitslücken im Bereich der Speichersicherheit, die unter den Kennungen CVE-2026-104061 bis CVE-2026-104067 geführt werden. Diese betrafen Dateilader für Formate wie PSD, PICT, TIFF, DRW und SVM. Drei der sieben Schwachstellen entfielen dabei auf die Verarbeitung von PICT-Dateien.

Entdeckt und gemeldet wurden die Lücken von Tristan Madani von Talence Security. Durch speziell präparierte Bilddateien ließen sich unter Umständen Programmabstürze herbeiführen oder beliebiger Programmcode ausführen.

Nach Angaben des Projekts gab es jedoch keine Bestätigung für eine tatsächliche Ausnutzung der Schwachstellen bei realen Angriffen. Um künftige Probleme zu vermeiden, prüft die Software nun vor der eigentlichen Verarbeitung die Dimensionen und Positionen der Bilddaten.

Stabilitätsverbesserungen in Version 1.6.7

Die stabile Ausgabe 1.6.7 erschien sechs Monate nach Version 1.6.6 und steht für Linux, BSD, Solaris, macOS und Windows bereit. Neben den Sicherheitskorrekturen widmet sich das Update verschiedenen Fehlern im Arbeitsalltag.

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So wurden Absturzursachen behoben, die im Zusammenhang mit Exceptions der Grafikbibliothek GraphicsMagick, beim Rückgängigmachen oder Wiederherstellen gelöschter Markierungen sowie bei der Nutzung der Schriftart Helsinki auftraten. Zudem beseitigten die Entwickler ein Einfrieren des Programms beim Import benutzerdefinierter Formen.

Weitere Anpassungen betreffen die Textverarbeitung und Darstellung: Zeichenformatierungen bleiben nun beim Weitertippen erhalten, und hochgestellter Text mit Kontureffekt wird fehlerfrei dargestellt. Zudem verhindert die neue Version mehrfache weiche Trennstriche und korrigiert Eigenschaftsänderungen beim Import von ODT-Dokumenten. Neben einer verbesserten Vorschaufunktion wurden auch weiche Schlagschatten beschleunigt berechnet.

Neuerungen im Entwicklungszweig 1.7.4

Parallel dazu gewährt die Version 1.7.4 einen Ausblick auf künftige Funktionen, bricht jedoch mit der Abwärtskompatibilität: Dokumente, die mit 1.7.4 abgespeichert werden, lassen sich in Version 1.6.x nicht mehr öffnen.

Die Entwicklerversion enthält eine umfassende Überarbeitung der Tabellenfunktion. Dazu gehören bedingte Formatierungen, Tabellenkalkulations-Auswahloptionen sowie die Möglichkeit, Inhalte direkt aus LibreOffice, Word oder Pages einzufügen.

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Darüber hinaus führt 1.7.4 einen Einrichtungsassistenten beim ersten Start, einen Stil-Manager sowie die Unterstützung für von rechts nach links geschriebene Sprachen wie Arabisch und Hebräisch samt Umschalter zwischen Schreibrichtungen ein. Zukünftig soll die kommende Hauptversion Scribus 1.8 auf Basis des 1.7-Zweigs auf das GUI-Toolkit Qt 6 umgestellt werden.

Beide Softwareversionen stehen unter der GNU General Public License (GPL) und können über SourceForge bezogen werden. Für Linux ist die stabile Ausgabe 1.6.7 unter anderem als Flatpak sowie als rund 133,3 MB großes AppImage verfügbar; das Installationspaket für 64-Bit-Windows-Systeme umfasst rund 124,7 MB.

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