SEC-Entscheidung, Regulation

SEC-Entscheidung 14. August: Regulation Crypto mit drei Fundraising-Pfaden

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die US-Börsenaufsicht SEC vertagt die Tokenization-Ausnahmeregelung erneut. Parallel steht die Abstimmung über Regulation Crypto an, während Institutionen die Tokenisierung vorantreiben.

SEC verschiebt Tokenization-Entscheidung: CLARITY Act und Regulation Crypto im Fokus
Ein minimalistischer Büroschreibtisch mit Laptop und Notizbuch vor einer Fensterfront mit Blick auf eine Skyline. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde SEC hat die Entscheidung über die sogenannte „Tokenization Innovation Exemption“ erneut vertagt. Wie am 13. August 2026 bekannt wurde, bleibt die genaue Ausgestaltung der Ausnahmeregelung vorerst unter Verschluss.

Die Verzögerung steht in direktem Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen zur Sektion 10505 des sogenannten CLARITY Act. Die Mitarbeiter der Behörde konzentrieren sich Berichten zufolge derzeit vorrangig auf die Prüfung der rechtlichen Befugnisse sowie auf umfassende wirtschaftliche Analysen des Vorhabens.

Details zur geplanten „Regulation Crypto“

Trotz der aktuellen Verschiebung berichtete Bloomberg, dass eine Veröffentlichung der Ausnahmeregelung für tokenisierte Aktien bereits an diesem Freitag erfolgen könnte.

Parallel dazu beraumte die SEC für den 14. August um 10:00 Uhr ET eine öffentliche Sitzung an, um über eine separate Verordnung namens „Regulation Crypto“ abzustimmen. Dieser 400-seitige Vorschlag sieht drei unterschiedliche Pfade für Krypto-Projekte vor, um Kapital ohne eine vollständige Registrierung aufzunehmen.

Geplant ist unter anderem eine Ausnahme für Startups, die bis zu 5 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von vier Jahren einsammeln möchten. Ein weiterer Pfad soll Fundraising-Aktivitäten von bis zu 75 Millionen US-Dollar innerhalb von zwölf Monaten ermöglichen, sofern geprüfte Finanzdaten vorgelegt werden.

Zudem wird ein „Investment-Contract-Safe-Harbor“ erwogen. Dieser würde es frühen Krypto-Projekten erlauben, bei Erreichen einer ausreichenden Dezentralisierung aus der SEC-Aufsicht auszusteigen.

Skepsis gegenüber Gesetzgebungsverfahren

Die Erfolgsaussichten für den CLARITY Act werden von Marktbeobachtern derzeit verhalten beurteilt. Galaxy Research senkte die Gewinnchancen für das Gesetzesvorhaben zuletzt auf 30 Prozent. Die Prognoseplattform Polymarket bezifferte die Wahrscheinlichkeit für eine Umsetzung sogar nur auf 17 Prozent.

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Im Vorfeld der regulatorischen Entscheidungen äußerten Branchenvertreter wie die SIFMA Bedenken hinsichtlich der Best-Execution-Pflicht nach der Regulation NMS auf Blockchain-basierten Handelsplätzen. Die SEC hatte bereits im Juni die Abschaffung der bestehenden „Rule 611“ vorgeschlagen, was Auswirkungen auf die Struktur von Handelsplätzen haben könnte.

Institutionelle Erprobung schreitet voran

Während die regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA noch verhandelt werden, verfestigt sich die technologische Basis. Im Juli 2026 führte die DTCC einen Testlauf mit über 30 Unternehmen durch, darunter JPMorgan, Goldman Sachs, Invesco, Chainlink und Circle. Dabei wurde der Handel mit tokenisierten Assets wie dem Russell 1000, dem QQQ und dem SPDR S&P 500 ETF simuliert.

JPMorgan nutzte in diesem Rahmen einen tokenisierten QQQ für einen Margin Call. Ein kommerzieller Start des Systems ist für Oktober geplant, gestützt auf einen No-Action-Letter der SEC vom Dezember 2025.

Auch etablierte Finanzinstitute erhöhen ihr Engagement. Die Schweizer Großbank UBS steigerte ihre Bestände im Spot-Bitcoin-ETF von BlackRock (IBIT) um 230 Prozent auf nunmehr 90 Millionen US-Dollar, was einem Bestand von rund 2,5 Millionen Aktien entspricht.

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Die Bank prüft zudem die Einführung des Krypto-Handels für ausgewählte Schweizer Private-Banking-Kunden. Der Bitcoin-Preis notierte zuletzt bei 63.433 US-Dollar, was einem Rückgang von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

International zeigt sich eine ähnliche Tendenz zur Institutionalisierung. In Deutschland wurde die Fusion von Boerse Stuttgart Digital mit Tradias abgeschlossen. Die Einheit mit rund 300 Mitarbeitern wird von den Co-CEOs Christopher Beck und Ulli Spankowski geleitet und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Handel, Verwahrung und Tokenisierung an.

In Brasilien startete die Bradesco-Bank eine Verwahrplattform für institutionelle Kunden, während in Hongkong unter Führung von Standard Chartered die erste regulierte, an den Hongkong-Dollar gekoppelte Stablecoin (HKDAP) für Firmenkunden eingeführt wurde.

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