Seltene, Krankheiten

Seltene Krankheiten: Zinksalze adressieren spezifische Genmutation

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher der Universität Genf zeigen, wie Zinksalze eine seltene Genmutation behandeln könnten. Der Ansatz des Drug Repurposing birgt großes Potenzial.

Zinksalze gegen Genmutation: Uni Genf erforscht Drug Repurposing
Wissenschaftler im Labor bei der Forschung zur Umwidmung von Medikamenten für seltene Krankheiten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftliche Untersuchungen an der Universität Genf zeigen neue Wege in der Behandlung seltener Krankheiten auf. Im Fokus steht dabei das sogenannte Drug Repurposing, also die Umwidmung bereits zugelassener Medikamente für neue Einsatzgebiete. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Wladimir Katanaew konnte belegen, dass einfache Zinksalze eine spezifische, seltene Genmutation adressieren können.

Strategien zur Umwidmung bestehender Medikamente

Die Suche nach neuen Therapieansätzen konzentriert sich im Labor der Universität Genf verstärkt auf die Analyse von Wirkstoffen, die bereits eine Marktzulassung für andere Indikationen besitzen. Das Team arbeitet derzeit an Lösungen für sechs verschiedene genetische Erkrankungen. Der Einsatz von Zinksalzen zur Behandlung einer seltenen Genmutation markiert dabei einen wesentlichen Fortschritt.

Systematische Auswertungen verdeutlichen das enorme Potenzial dieser Forschungsstrategie. Experten gehen davon aus, dass etwa 75 % der bestehenden Medikamente theoretisch für die Behandlung anderer Krankheiten eingesetzt werden könnten. Dieser Ansatz verkürzt den Weg zur klinischen Anwendung erheblich, da grundlegende Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit der Substanzen aus deren ursprünglichen Zulassungsverfahren bereits vorliegen.

Die wachsende Versorgungslücke in der Forschung

Anzeige

Die Universität Genf zeigt: Zinksalze können eine seltene Genmutation adressieren. Doch nur 6 % der 7.000 seltenen Krankheiten haben eine zugelassene Behandlung. Dieser Report zeigt Ihnen, wie Sie selbst nach umwidmbaren Wirkstoffen suchen und klinische Studien finden. Jetzt Report anfordern

Trotz des wissenschaftlichen Potenzials bleibt die medizinische Versorgung von Patienten mit seltenen Leiden prekär. Weltweit sind etwa 7000 seltene Krankheiten bekannt, doch für lediglich 6 % dieser Erkrankungen existiert bislang eine zugelassene medikamentöse Behandlung. Die Entdeckung neuer Anwendungsmöglichkeiten für bewährte Substanzen wie Zinksalze ist vor diesem Hintergrund von hoher klinischer Relevanz.

Die Forschung in diesem Bereich steht jedoch vor einer sich verschärfenden Diskrepanz zwischen medizinischem Bedarf und wirtschaftlicher Umsetzung. Während die Identifikation wirksamer Substanzen im Labor Fortschritte macht, bildet die Überführung in den medizinischen Alltag die größte Hürde für die betroffenen Patientengruppen.

Wirtschaftliche Herausforderungen und regulatorische Barrieren

Anzeige

Pharmainvestitionen in seltene Krankheiten sinken – von 30 % (2027) auf nur 22 % (2032). Doch 75 % der bestehenden Medikamente könnten umfunktioniert werden. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Leitfaden, welche Förderprogramme und Zulassungswege Ihnen helfen, trotz sinkender Industrieinvestitionen neue Therapien zu erschließen. Förderübersicht jetzt sichern

Die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Medikamenten gegen seltene Krankheiten (Orphan Drugs) haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Den vorliegenden Daten zufolge ist ein deutlicher Rückgang der Investitionen seitens der Pharmaindustrie zu verzeichnen. Lag der Anteil der Investitionen in diesem Sektor im Jahr 2027 noch bei 30 %, so wird für das Jahr 2032 ein Sinken auf lediglich 22 % prognostiziert.

Neben der sinkenden Investitionsbereitschaft erschweren vor allem regulatorische und finanzielle Faktoren die Etablierung umgewidmeter Medikamente. Die Zulassungsprozesse für neue Indikationen sind komplex und kostenintensiv, selbst wenn der Wirkstoff an sich bereits bekannt ist. Für Forschungseinrichtungen wie die Universität Genf stellt die Finanzierung der notwendigen klinischen Studien sowie die anschließende Überführung in eine offizielle Zulassung eine zentrale Herausforderung dar. Ohne angepasste Anreizsysteme oder alternative Finanzierungsmodelle bleibt das theoretische Potenzial vieler Bestandsmedikamente für Patienten mit seltenen Gendefekten oft ungenutzt.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69884343 |