Semaglutid: GLP-1-Mittel reduziert Asthmaanfälle um 40 Prozent
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 21:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Untersuchungen zu den Wechselwirkungen zwischen Ernährungsgewohnheiten, spezifischen Wirkstoffen und chronischen Krankheitsverläufen liefern neue Ansätze für die Behandlung von Atemwegserkrankungen und onkologischen Befunden.
Aktuelle Datenanalysen legen nahe, dass sowohl die Zufuhr von Ballaststoffen als auch der Einsatz von Wirkstoffen aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten signifikante Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf bei COPD und Asthma haben könnten.
Zusammenhang zwischen Ballaststoffaufnahme und COPD-Prävalenz
In einer im September 2026 veröffentlichten Analyse der Dove Press, die auf Daten der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) aus den Jahren 2013 bis 2018 basiert, wurde ein Zusammenhang zwischen der Ballaststoffaufnahme und der Häufigkeit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) untersucht. Den Ergebnissen zufolge ist eine höhere, energieadjustierte Aufnahme von Ballaststoffen mit einer geringeren COPD-Prävalenz assoziiert.
Ein Teil dieses Effekts scheint über entzündliche Prozesse vermittelt zu werden. Die Analyse identifizierte die weißen Blutkörperchen (WBC) sowie Neutrophile als Mediatoren, die für 1,36 Prozent beziehungsweise 4,22 Prozent dieses Zusammenhangs verantwortlich seien.
Ergänzende Daten aus einer klinischen Kohorte mit 331 Teilnehmern – bestehend aus 158 COPD-Patienten und 173 Probanden der Kontrollgruppe – stützen diese Beobachtungen. In dieser Untersuchung war eine höhere Ballaststoffaufnahme mit niedrigeren Entzündungsmarkern und geringeren Werten von Lipopolysacchariden (LPS) verbunden.
Semaglutid und das Risiko von Exazerbationen bei Atemwegserkrankungen
Auf dem ERS-Kongress in Barcelona wurden Ergebnisse einer Real-World-Studie vorgestellt, die den Einsatz von Semaglutid bei Patienten mit Asthma und COPD untersuchte. Laut Berichten vom September 2026 zeigen Auswertungen britischer Gesundheitsdaten von über 80.000 Patienten, dass der Einsatz von GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) mit einer verringerten Häufigkeit von Exazerbationen einhergeht.
Die in vier parallelen Untersuchungen mit jeweils rund 20.000 bis 22.000 Personen durchgeführte Analyse ergab, dass Semaglutid mit bis zu 40 Prozent weniger Asthmaanfällen und einer Reduktion der COPD-Exazerbationen um 20 Prozent assoziiert ist.
Wenn Asthmaanfälle und COPD-Exazerbationen Ihren Alltag bestimmen, lohnt ein Blick auf die neuen Daten: In einer Real-World-Studie war Semaglutid mit bis zu 40 Prozent weniger Asthmaanfällen und 20 Prozent weniger COPD-Exazerbationen verbunden. Unser kostenloser Leitfaden ordnet die Ergebnisse verständlich ein und liefert Ihnen die richtigen Fragen für das nächste Arztgespräch. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Im Vergleich zu Sulfonylharnstoffen senkten GLP-1-RA das allgemeine Exazerbationsrisiko um 14 Prozent. Bei Semaglutid betrug die Gesamtreduktion 30 Prozent, wobei spezifisch 38 Prozent auf Asthma und 21 Prozent auf COPD entfielen. Forscher wiesen zudem auf einen Dosis-Response-Effekt hin.
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die noch nicht dem Peer-Review-Verfahren unterzogen wurde, sind klinische Studien zur Bestätigung der Kausalität erforderlich. Eine Verschreibung außerhalb der bestehenden Zulassung wird derzeit nicht empfohlen.
L-Glutamin in der Behandlung des Pankreaskarzinoms
Ebenfalls im September 2026 wurden Ergebnisse einer Phase-1-Studie von Cedars-Sinai veröffentlicht, die in der Fachzeitschrift Nature Cancer erschienen ist. In dieser Untersuchung erhielten 16 Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom täglich 30 Gramm L-Glutamin in Kombination mit den Chemotherapeutika Gemcitabin und nab-Paclitaxel.
Das mediane Gesamtüberleben in dieser kleinen Patientengruppe lag bei 22 Monaten, während historische Vergleichswerte üblicherweise zwischen 8 und 13 Monaten liegen. Acht der 16 Patienten konnten ihr Gewicht halten, zudem wurden zwei komplette Remissionen beobachtet.
Trotz dieser positiven Indikatoren betonen die beteiligten Mediziner, dass aufgrund der fehlenden Vergleichsgruppe und der geringen Teilnehmerzahl randomisierte Studien notwendig sind. L-Glutamin ist bislang nicht als Krebstherapie zugelassen.
Experimentelle Ansätze mit Probiotika bei Asthma
Neue GLP-1-Behandlungsoptionen sorgen für Unsicherheit — was davon ist für Sie als Patient wirklich relevant? Die Studie ist eine Beobachtungsstudie, nicht peer-reviewed, und eine Verschreibung außerhalb der Zulassung wird derzeit nicht empfohlen. Unser kostenloser Leitfaden hilft Ihnen, die Daten realistisch einzuordnen und informiert mit Ihrem Arzt zu sprechen. Leitfaden zur Einordnung jetzt sichern
Ergänzend zu klinischen Beobachtungen zeigt eine Studie aus dem Juli 2026 (npj Biofilms and Microbiomes) Ansätze aus der Grundlagenforschung. In einem Asthmamodell mit BALB/c-Mäusen wurde das Probiotikum Leuconostoc mesenteroides MY2024 untersucht.
Der Organismus sezerniert Zimtsäure, was über eine komplexe Signalkaskade den Spermidin-Abbau beschleunigt und die Aktivität bestimmter Makrophagen unterdrückt. Dieser Mechanismus wirkte in den Versuchen unabhängig von der bestehenden Darmmikrobiota und führte zu einer Unterdrückung der asthmatischen Reaktion im Tiermodell.
